Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Selmeczi-Kovács, Attila: Handgeräte für das Garbenbinden und die Einbringung des Getreides in Ungarn

Jahrhundertwende in breitem Kreise verbreitenden Fabrikserzeugnissen trug auch die Kapitalisierung der Landwirtschaft in beträchtlichem Maße zum Verschwinden der traditionellen Handgeräte bei. Zu Beginn des 20. Jahrhun­derts haben sich in stets mehreren Großwirtschaften die Ernte- und Garben­bindemaschinen verbreitet. 26 Im Laufe der weiteren Entwicklung der Land­wirtschaft lösen die Maschinen allmählich die Handgeräte ab, die dann völlig aus der Praxis und auch langsam aus der Erinnerung verschwinden. Gerade deshalb ist eine je komplexere Erforschung der Bauerngeräte historischen Wertes sowie ihre museale Sicherstellung und Aufbewahrung eine wichtige Aufgabe. Diese Arbeitsgeräte verfügen für die agrargeschichtliche Forschung über einen großen Dokumentationswert. Vom Gesichtspunkt der wissenschaftlichen Bearbeitung ist die zentrale Archivierung, geordnete Registrierung dieses dokumentativen Quellenmate­rials sowohl in regionaler wie auch in internationaler Hinsicht nötig. 27 Dieser Anspruch hat im Jahre 1963, ähnlich dem 1956 im Ethnogra­phischen Institut der Wissenschaftlichen Akademie der Deutschen Demo­kratischen Republik zustande gebrachten Zentralarchiv, 28 das Archiv für Geschichte der Arbeitsgeräte im Ungarischen Landwirtschaftlichen Museum ins Leben gerufen. Dieses Archiv führt außer der Archivierung des in den Museen des Landes aufbewahrten archäologischen und ethnographischen Gerätematerials von landwirtschaftlichem Charakter auch noch eine histo­rische und museale Dokumentation sowie eine reiche ikonographische Mate­rialsammlung und Systematisierung durch. Das Archivmaterial wurde nach einem thematischen System gruppiert, die Themenaufteilung bis auf die einzelnen Gerätetypen aufgeschlossen, was den historischen und geographischen Uberblick je eines Gerätes, einer Ge­rätegruppe oder eines ganzen Arbeitsprozesses ermöglicht. 29 Das Archiv für Geschichte der Arbeitsgeräte steht zur Zeit mit mehr als 60 000 Gegenstands­karten der Erforschung sowohl der heimischen wie der internationalen Agrar­geschichtsforschung zur Verfügung. 26VARGA, GY. op. cit. 292. — Da die Verbreitung dieser Maschinen bei weitem nicht so intensiv war wie die der Dreschmaschinen, kann ihre Bedeutung vielmehr zu Beginn des 20. Jahrhunderts abgemessen werden. SÁNDOR, V. A gabonacséplés gépesítése Magyarországon (Die Mechanisierung des Getreidedrusches in Ungarn). Agrártörténeti Szemle 4: 1962. 403. 27 Ihve sich international demonstrierende Notwendigkeit beweist BALASSA, I. — REGIUS, J. Europäische Zusammenarbeit der Archive zur Geschichte landwirtschaft­licher Arbeitsgeräte. Agrártörténeti Szemle, Supplement 1964. 37—52, 28JACOBEIT, W. Erster Bericht über die Aufnahme des bäuerlichen Arbeite­geräts in den Museen der DDR. Deutsches Jahrbuch für Volkskunde 4: 1958. 186—190. 2!>BALASSA, I. Das Archiv für die Geschichte landwirtschaftlicher Arbeitsge­räte des Landwirtschaftlichen Museums in Budapest. In: Arbeit und Gerät in volkskundlicher Dokumentation. Münster 1969. 109.

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