Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Tloczek, Ignacy F.: Traditionelle Formen der ländlichen Bauten in Ostpolen

Abb. 5. Traditionelles Insthaus vom 18. Jh. Grundiß Wohnhäuser. Das zweite Gebäude der Größe nach ist das Wohnhaus. Die An­zahl und der Bestimmungszweck seiner Räume weist auf seine langwierige Entwicklung hin. Sein Keim wurde von der Einzimmerwohnung gebildet, wo­bei seine Planungsidee in den Insthäusern aus der ersten Hälfte des 19. Jahr­hunderts zu ersehen ist. Das typische Insthaus von insgesamt 21 m 2 Nutzfläche wurde in zwei Teile geteilt: in die große Stube und den Eingangsflur (Abb. 5). Die Stube enthielt Backofen und Küchenherd, sowie ein Bett, eine Schlafbank, einen Tisch und andere Gebrauchsgegenstände. Im Flur befand sich der Schornstein, die Hand­mühle, das große Faß usw. Die Feuerstätte, aus riesigem Backofen und kleinem Küchenherd bestehend, nahm eine Bodenfläche von 2,8 m 2 , das heißt 13 v. H. der gesamten Grundfläche des Hauses ein. Der Erweiterungsprozeß der Wohnung ging aus der Voraussetzung aus, neue Räume durch Teilung der großen Stube zu gewinnen. Das stark geglie­derte Feuerungssystem, den klimatischen und wirtschaftlichen Verhältnissen angepaßt, hat zur funktionellen Teilung des Hauses Anlaß gegeben. So enstand ein origineller Dreizimmerwohnungsplan von mittlerer Größe, einer Familie von ungefähr vier Personen entsprechend: große Stube, kleine Hinterstube und Kammer. Die Hinterstube, als Schlafstübchen benutzt, wurde zwischen dem Backofen und der Giebelwand angelegt. Die weitere Entwicklung hat zu einer klassischen, vollkommenen architektonischen Form geführt, die von der Bevölkerung später als Haustyp anerkannt wurde. Die frühere Wirtschaftskam­mer hat sich hier in eine selbständige Küche umgewandelt, wobei der ziemlich große Eingangsflur zusätzliche Funktionen annehmen mußte. Die Speisevorräte wurden nach ihrer Beschaffenheit verschiedenartig un­tergebracht: die Kartoffel in einer Grube unter der Diele oder in einer Miete außerhalb des Hauses, die Hülsenfrüchte auf dem Dachboden, das geräucherte Fleisch in der Räucherkammer. Die Entwicklung des Feuerungssystems hat hier seinen Höhepunkt er­reicht. Die lästigen Klimaverhältnisse haben den Bauern gezwungen, die Wär-

Next

/
Thumbnails
Contents