Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Tloczek, Ignacy F.: Traditionelle Formen der ländlichen Bauten in Ostpolen

Die geschlossene Bauweise, nur von einzelnen Beispielen repräsentiert, wurde nach demjenigen Prinzip wie die lockere geplant. Der Wirtschaftshof wurde als kompakter, rechteckiger Baukörper mit einer befahrbaren Dün­gertstätte in der Mitte gebildet. Zu diesem Baukörper gehöirten gewöhnlich: Stallungen verschiedener Art, Lagerräume und Dreschtenne — alles in ziem­lich kleinem Ausmaße. Das Wohnhaus stand in der Regel außerhalb des geschlossenen Wirtschaftshofs, von demselben um ca. 20 m entfernt. Der Fassungsraum der einzelnen Gebäudegruppen wies darauf hin, daß hier der Bodenstruktur und den Klimaverhältnissen gemäß gegenüber der Tierhaltung die Getreidewirtschaft dominierte. Scheunen. Vom landwirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen stellten die hie­sigen Scheunen eine sehr spezielle Bauform dar, die das Produktionsprogramm und Arbeitsprinzip widerspiegelte. Die ungedroschene Ernte wurde in der Scheune, dem eigentlichen Getreidelagerraum geborgen, und dann auf der Tenne zur Trennung von Korn, Stroh und Spreu gedroschen. Die verschieden­artige Zusammensetzung des Lagergutes einerseits und die Technik der Ver­arbeitung der Getreideernte andererseits bestimmten die Planung der Lager­räume. In einem Betrieb von ca. 10 ha Ackerland wurde die Scheune — 10 m tief und 30 m lang — symmetrisch in zwei Teile geteilt. In einem jeden Teile befanden sich: die Tenne, zwei Bansen und zwei bis drei kleine Zellen, für Spreu bzw. für Korn bestimmt. Eine von diesen Zellen wurde gewöhnlich als geheimer Bergeraum künstlich maskiert und war nur von oben durch ein schwer bemerkbares Schlupfloch zugänglich. Die hölzerne Dreschmaschine wurde in eine der zwei Tennen gestellt und mit dem Kegelrad mittels einer Antriebs­welle gekoppelt. Das Kegelrad und Pferdegespann befanden sich in alten Ge­höften unter einer hölzernen, mit Stroh bedeckten Rotunde. Speicher. Die Futtermittel und kleine Mengen von Korn wurden im frei­stehenden Schüttbodenspeicher untergebracht, gereinigt, getrocknet und gela­gert. Die Bauform der kleinen hölzernen Speicher war verschieden. Am mei­sten wurden zwei Bauformen je nach Anzahl der Kammer in Anwendung ge­bracht. Der kleinste, Einkammer-Bodenspeicher, 2,8 m zu 3,5 m groß, in West­Ostrichtung orientiert (Abb. 1), mit einer Vorlaube versehen (Abb. 2), diente zur Aufbewahrung von Saatkorn, Hülsenfrüchten und dergleichen. Das Korn selbst wurde in Kisten oder Körben auf dem hölzernen Boden unterge­bracht. Die größeren Bodenspeicher bestanden gewöhnlich aus vier oder mehreren Kammern, wie z. B. derjenige mit dem Eingang von der Nische (Abb. 3). Die kompakte architektonische Form und zweckmäßige Planung der Räume, so­wie die tadellose Bauausführung machten dieses Gebäude (Abb. 4) zu einem Meisterstück der heimischen Zimmerkunst. In der Reihe von traditionellen Wirtschaftsgebäuden sind noch die ganz kleinen Bauten, wie z. B. Kartoffellager, Räucherkammer, Teeröfen und der­gleichen zu erwähnen.

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