Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Madurowicz-Urbanska, Helena: Forschungen über die landwirtschaftlichen Regionen Polens im Zeitraum vom 16. bis 19. Jahrhundert

den schlechten bis zu den mittleren, b) von den mittleren bis zu den guten und sehr guten; 2. der Anteil des Brotgetreides an der allgemeinen Pflanzenproduk­tion, gleichfalls in zwei Abstufungen: a) Vorherrschen des Brotgetreides, b) Überwiegen anderer Pflanzenkulturen im Verhältnis zum Brotgetreide; 3) das Verhältnis von Angebot und Nachfrage (das Vorherrschen des einem oder des anderen). Von Süden nach Norden gehend, bilden das erste Raumsystem einige Re­gionen Schlesiens und Kleinpolens. Es zieht sich in einem halbkreisförmigen Streifen (mit einzelnen Lücken) im Gebirgsvorland der Sudeten und der Karpaten mit einer Ausbuchtung nach Norden zum Kraków-Czestochower Hoch­land und dem Gebiet des Swietokrzyskie Gebirges. Diese Regionen werden cha­rakterisiert: durch natürliche Verhältnisse vom schlechten bis zum mittleren, durch Mangel an Brotgetreide und (oft markantes) Überwiegen von Nachfrage gegenüber Angebot (kleinpolnisches Gebirgsvorland), zuweilen durch Gleich­gewicht zwischen Angebot und Nachfrage (einzelne schlesische Regionen) und dauerndes Vortreten von Viehzuchtrayons. Doch unterscheiden sich diese Ge­biete voneinander im Grad der Städteentwicklung bereits seit dem 15. und 16. Jahrhundert, dann durch scharf hervortretende Abweichungen zwischen den schlesischen und den kleinpolnischen Gebieten hinsichtlich der Industrialisie­rung im 19. Jahrhundert. Diese Faktoren stellen bei Vorgängen der Desinte­gration den noch immer bedeutenden konsumptiven Charakter dieser Regionen als ein akutes Problem dar und bestimmen ihre Funktion innerhalb der all­gemeinen Wirtschaft des Landes. Die schlesischen Gebiete, die außerhalb der Grenzen des polnischen Staates blieben, sonderten sich mit ihrer eigenen wirt­schaftlichen Entwicklung im 19. Jahrhudert immer mehr von den Regionen des südlichen Kleinpolens ab, da die Letzteren keine Industrialisierungsprozesse, auch nicht einen ansehnlicheren agrotechnischen Aufschwung erlebten und in­nerhalb des Raumes einen Rückgang aufwiesen. Das zweite Raumsystem der Agrarregionen der polnischen Länder umfaßt das mittlere Stromgebiet der Weichsel (von Krakow bis Toruii) und, bogenartig ausbuchtend, einen Teil der linken Stromgebiete der Weichsel (die Miechow­Sandomierz-Region), weiter den westlichen Teil des Lubniner Landes und die westlichen Gebiete Masoviens, dann nach Westen hin einen großen Teil des Oder-Stromgebietes (die kujawisch-großpolnische und die mittelschlesische Re­gion). Diese Territorien werden charakterisiert durch: gute und sehr gute kli­matische und Bodenverhältnisse (von denen die letzteren parallel mit dem agro­technischen Fortschritt immer besser ausgenutzt wurden), ein (zuweilen sehr markantes) Überwiegen des Brotgetreides zu Lasten anderer Pflanzenkulturen, einen (oft sehr großen) Überschuß an Angebot im Verhältnis zur Nachfrage, günstige und sehr günstige Transportverhältnisse. Dadurch wurden diese Re­gionen (ungeachtet der örtlich bedingten Unterschiede) zu bedeutenden Pro­duktions- und Austausch-Gebieten. Dieses Raumsystem war für den jahr­hundertelang andauernden landwirtschaftlichen Charakter der polnischen Wirt­schaft und für die langsame industrielle und Städteentwicklung entscheidend. Innerhalb der einzelnen Agrarproduktionsregionen erfolgte dann seit Anfang des 19. Jahrhunderts ein agrotechnischer Fortschritt, der sich in der Zunahme des Brotgetreides, der Entwicklung der progressiven Kulturen (Futterpflan­zen Kartoffeln, Rüben) und im Zurücktreten der Reliktpflanzen (Hirse, Buch-

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