Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Madurowicz-Urbanska, Helena: Forschungen über die landwirtschaftlichen Regionen Polens im Zeitraum vom 16. bis 19. Jahrhundert

FORSCHUNGEN ÜBER DIE LANDWIRTSCHAFTLICHEN REGIONEN POLENS IM ZEITRAUM VOM 16. BIS ZUM 19. JAHRHUNDERT HELENA MADUROWICZ-URBANSKA (Krakow, Poland) I. In den Forschungen zwecks Rekonstruktion der wirtschaftshistorischen Regionen (die einstigen Regionen der Landwirtschaft mitinbegriffen) hat man eine zielbewußte Methode anzuwenden, die den Grund dafür schafft, um ein­heitlich formierte größere Raum-Gesamtheiten systematisch aufbauen und eine Vergleichsanalyse in Zeit und Raum durchführen zu können. Diese Forschungen bilden heutzutage samt ihrem Zubehör an Begriff en und Methoden ein beson­deres Gebiet der Forschungsanalyse von interdisziplinarem Charakter. Dabei sollen die in Frage kommenden Begriffe, namentlich der der Region, wissen­schaftlich aufgebaut und — wie auch die Methoden der Raumabgrenzung — mit strenger terminologischer Präzisität angewendet werden. Es muß doch betont werden, daß der Begriff „landwirtschaftliche Region" nicht immer ein und dieselbe Bedeutung hat. Sie ist ein Begriff von um­fangreichem Bereich. Als Mittel der Analyse kommt vor allem der Begriff einer einheitlichen Zonenregion in Betracht, der sich auf die Untersuchung einer homogenen, auf Basis nur eines Merkmals abzugrenzenden Region (z. B. einer Viehzuchtregion) beschränkt. Bei einzelnen regionalen Analysen handelt es sich jedoch eher um einfache Annahmen, die dann für die Forschungpraxis in der Abgrenzung von historischen Regionen der Wirtschaft charakteristisch sind. Im Hintergrund dieser Annahmen aber sind die viel weiter gehenden For­schungen über Komplexregionen zu unterscheiden. Im polnischen agrarhistorischen Schrifttum handelt es sich meistens um Produktionsregionen (Pflanzen- oder Pflanzen- und Viehzucht-Regionen) als einheitliche Regionen. Die Forschung kann sich aber (leider sind solche Arbeiten in unserem Schrifttum seltener) auch auf Abgrenzung von landwirtschaftlich komplexen Regionen richten, die auf der Basis einer mehr unterschiedlichen Gruppe von Merkmalen durchgeführt wird (z. B. nach der Struktur der Bo­dennutzung, nach wichtigeren Elementen der Produktionstechnik, nach Markt­verhältnissen u. a.). Noch seltener sind die Arbeiten, doch gibt es einige, die funktionelle Regionen erforschen. Als funktionelle Region (nodale, Vektorregion) verstehe ich einem Raum, der auf ein lokales Zentrum gerichtete Landesteile umfaßt. Was die Quellengrundlage der Forschungen über landwirtschaftliche Re­gionen des ehemaligen Polen anbetrifft, ist diese für die Periode vom 16. bis zum 19. Jahrhundert besonders verwickelt und voller Schwierigkeiten. Die meisten Quellen reichen bis in die prästatistische Zeit zurück und verursachen

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