Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Hauser, Albert: Bäuerliche Wirtschaft und Ernährung in der Schweiz vom 15. bis 18. Jahrhundert
Kringel. 30 Das Feingebäck geht teilweise auch auf das Gebildbrot germanische*" Zeit zurück, das für den Totenkult und religiöse Feste gebraucht wurde. So geht der im alten Zürich weitverbreitete Zopf, wie M. HÖFLER in seinen Forschungen über Gebildbrot darlegte, auf die Opferablösung zurück. (Haaropfer). 31 Kleingebäck stellte der ländliche Bäcker selten her. Noch im 18. Jahrhundert war es ein Fest, wenn der Vater aus der Stadt einen Simmelweggen nach Hause brachte. Brot war verhältnismäßig teuer; man schloß es deshalb in der Regel ein. Im Zürcher Oberland kam es im 18. Jahrhundert erst auf den Tisch, nachdem der größte Hunger mit Kartoffeln gestillt worden war. 32 In Teuerungszeiten wurde Brot zur Kostbarkeit. Den Feilern wurde anläßlich der Teuerung von 1770 verboten, kleine oder Gebildbrote zum Verkauf zu bringen; ausgenommen war nur die festliche Zeit des Jahreswechsels und der Zwölf Nächte. 33 Neben dem Brot haben die Hausfrauen seit alter Zeit verschiedenartige Gebäcke herzustellen gewußt. Im Vordergrund standen im Mittelalter Kuchen oder Fladen als Festgebäcke. Im 18. Jahrhundert erscheint auch der Gugelhupf. 34 O. RHYNER hat festgestellt, daß Kuchen und Torten in der Regel mit den feineren Teigarten zubereitet wurden und als Dessertgebäck außerhalb der Funktion einer traditionellen Fastenspeise oder eines termingebundenen Festgebäckes standen. Weder Wähe noch Tünne oder Dünne sei in den Zürcher Rezeptbüchern erwähnt. Offenbar waren ihm nur spätere zürcherische Kochbücher bekannt. Tatsächlich zeigen schon die Rezeptbücher des 16. und 17. Jahrhunderts, daß dieses Gebäck sowohl in der Stadt wie auf der Landschaft gebräuchlich war. Zu den herkömmlichen Speisen der Landschaft gehörten zudem Fisch. Wildbret und Vögel. Entsprechend der konservativen Einstellung des Landvolkes setzten sich neue Nahrungsmittel und Getränke nur langsam und gegen verschiedene Widerstände durch. Wohl das interessanteste Beispiel hierfür bietet die Kartoffel. Schon vor ihrer Einführung gab es die sogenannten „Erdäpfel". Es scheinen dies verschiedene in der Erde oder an der Erdoberfläche wachsende kuglige Pflanzenprodukte gewesen zu sein. Solche „Erdäpfel" oder „Seuwbrot" erwähnt bereits das Vogelbuch von 1577. Auch eine Luzerner Urkunde kennt 1458 einen kleinen Zehnten von Erdäpfeln. 35 Die eigentliche Kartoffel hat sich zwischen 1560 und 1570 von Spanien aus, wohin sie nach der Entdeckung Amerikas gekommen war, nach Europa ausgebreitet. Nach alter Überlieferung brachte sie der Glarner Söldner Jakob Strub aus Irland zu Beginn des 18. Jahrhunderts in die Schweiz. 36 Wesentlich erscheint uns, daß sich die Patriotischen Ökonomen für die Kartoffel einsetzten. Sie glaubten, mit der neuen 30 Lexikon für Germanische Altertumskunde, I. 152. 3 <MEULI, K. Griechische Opferbräuche. In: Festschrift von der Mühll. Basel 1945. 205. — KRONBERGER, H. Die alte Kunst der süßen Sachen. Hamburg 1959. 32MESSIKOMMER, H. op. cit. III. 25 ff. 33STAUB, F. Das Brot im Spiegel schweizerdeutscher Volkssprache und Sitte. Leipzig 1868. 130—131. 34MESSIKOMMER, H. op. cit. 24 ff. 35 HAUSER, A. Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung. I. 380. ^'KUNDERT, F. Lebensmittelversorgung des Landes Glarus bis 1798. Glarus 1936. — BINDER, G. Geschichte der Gemeinde Kilchberg. 2 Kilchberg 1948. 137.