Matolcsi János szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1967-1968 (Budapest, 1968)

Der Weinbau in Ászár um die Jahrhundertwende

sog. Schenkelerziehung, gleichzeitig bereits auch die entwickeltsten (Kurz- und Lang­zapfen, bzw\ Tragrebe) Schnittverfahren schon verwendet wurden. Ein ansehnlicher Raum ward auch der Frage gewidmet, in welcher Weise die Aufnahme der Bekämpfung der tieri­schen Schädlinge (z. B. des Traubenwicklers) und der schwersten Rebenkrankheiten — Peronospora und Mehltau — versucht wurde. (Gegen Peronospora verwendete man z. B. y 2 bis 1%-ige Kupferkalkbrühe). Weiters werden die Fragen der dermassen wichtigen und mit solch' sehr grosser Sorgfalt behandelten Düngung erörtert. Da die Domaine in Ászár keinen Ackerbau in Selbstbetrieb fori führte, erforderte die Sicherung des organischen Düngerbedarfes von Jahr zu Jahr eine besonders schwere Sorge und scharfe Umsicht. Gemäss den angewandten Düngerfolgen kam nämlich Stallmist im jeden dritten Jahr auf die Rebe, so dass der Jahresbedarf sich ungefähr auf 50—60 Waggons belief. In den auf die organische Düngung folgenden zwei Jahren dagegen kamen — nach den in 1898/99 ausgeführten erfolgreichen Versuchen — 1—2 q Kunstdünger per Katastraljoch auf der Weinanlage zur Verwendung. Die Besprechung der Produktionsprobleme wird schliesslich mit der Prüfung der Fragen abgeschlossen, welche mit der Weinlese, dem Keltern, den Weinertragen per kat. Joch, Mischung, Gärung und Weinabziehen im Zusammenhang ste­hen. Es wird vom Verfasser ausdrücklich betont, dass es in Ászár nur durch Anwendung der entwickelten Erziehung, Düngung- und Pflanzenschutzverfahren ermöglicht wurde derlei hohe Durchschnittserträge zu erreichen, welche die damaligen Durchschnittserträge im Lande beinahe zweimal übertrafen : es wurden hier per kat. Joch 20—21 hl Wein, gegenüber dem ungefähren 12 hl Landesdurchschnitt und 35—45 q Tafeltrauben erzeugt. Als eine Folge der Mischung bildete der weisse Tischwein den Grossteil der in Verkehr gebrachten W T eine, ihm folgte der Bratenwein und schliesslich der Rotwein. In 1904 z. B. wuirden nach der Mischung 993 hl weisser Tischwein, 93 hl Bratenwem und 44 hl Rotwein gewonnen. Die Weine wurden von den Weinhändlern der Umgebung aufgekauft, nur sehr wenig gelangte zum örtlichen Verkauf. Im Zusammenhang mit der Verwertung befasst sich das Studium zuletzt auch mit der Rentabilität. Auf Grund von ehemaligen Daten und kalkulativen Berechnungen ward fest­gestellt, dass sich das jährliche reine Einkommen der Wirtschaft um ungefähr 40 000 Kronen bewegen konnte; ein kat. Joch warf demnach der Domäne einen Reingewinn von 714 Kronen ab. Dieses hohe Reineinkommen —konstatiert der Verfasser —betrug das Mehrfache des in den nicht intensiv bestellten Ackerbauwirtschaft der Domäne erreichten reinen Einkom­mens. Abschliessend betont der Verfasser, dass die Weinwirtschaft in Ászár teils durch den Massen verkauf von Weinreben, teils dank der Tätigkeit des Wirtschaftleiters, Gyula Szilárd, der ein ausgezeichneter, im Lande weit und breit bekannter W T einbaufachmann seines Zeitalters war und andererseits durch die Arbeit der Zöglinge der Ackerbauerschule in Csákvár eines der besonders hervorragenden Zentren der transdanubianisehen Wein­kulturen an Sandböden geworden ist.

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