Matolcsi János szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1967-1968 (Budapest, 1968)
Warenproduktion und Exporttätigkeit einiger ungarischen Magnatengutshöfe im XVII. Jahrhundert
Was die Preise anbetrifft: ein Fass Exportwein gilt zwei Fässer Schenktischwein. Die beiläufige Profitrate des ganzen herrschatlichen Gutes schwankt zwischen 600 und 1000 %. Der Warenwein kommt grösstenteils aus dem Steuerwein der hörigen Weinzüchter. Die kostenlose Expropriation der bäuerlichen Weinreserven gilt als oekonomische Basis der herrschaftlichen Woinwirtschaft. d) Graf Csáky als Grundherr von Tarczal prodiziert eigentlich nur einen Prozent des Volumens der ober-ungarischen Weinausfuhr, trotzdem kann er bei guter Weinlese mit einem reinen Handelsgewinn von 15 000 Fl. rechnen. Das Zweidrittel dieser Summe repräsentiert die Exporteinnahme. IV. Der ständige Weinexport nach Polen schuf in Ober-Ungarn eine klare .Möglichkeit für die Akkumulation des Handelskapitals. Gemäss der Zolldaten der Jahre 1610 und 1611 umfasste das jährliche Ausfuhrvolumen nach Polen zirka 30 000 Fässer. Es muss zugestanden sein, dass der Geldwert dieses Weinexportes, wenn er auch mit einem stark durchschnittlichen Preis gerechnet wird, ungefähr 1,5—1,6 Million Florine representiert. Das ist das Aequivalent von 75 000—80 000 Fettvieh! Die ungarischen Feudalherren stehen mit anderthalb Füssen auf der Basis der Grundherrschaft und nur mit halbem Fuss auf der der Gutsherrschaft. Sie üben zwar eine rege Handelstätigkeit aus und bringen durch den Weinexport beträchtliche Geldsummen auf, doch wird aus diesen Einnahmen kein Handelskapital, kein wirksamer Faktor in dem Wirtschaftsleben. Der Reingewinn ihres Aussenhandels — statt die wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen — beschleunigt nur den Prozess des Domänenaufkaufes und ebnet den Weg für manche politischen Karrieren.