Technikatörténeti szemle 27. (2005-06)

Tanulmányok - †Endrei Walter: Textilien im Deutschland der Napoleonischen Kriege

Wenn von Reichenberg und dem ohnehin unsicheren Mühlhausen abgesehen wird, liegt nur Frankfurt außerhalb des bayerisch-fränkischen Gebiets. Aber allein Augsburg besaß eine namhafte Textilindustrie. Bei den übrigen muß davon ausgegangen werden, daß ihre Ware - besonders Seide und Baumwollsamt - aus dem Import stammte; auch bei den drei Augsburger Kaufleuten dürfen wir annehmen, daß sie die eigene Produktion mit Waren ergänzten, die entweder aus Basel, dem Elsaß oder im Falle von Walzendruck aus England stammten. Anhand von technischen Hinweisen im Textteil der Angebote kann man einige Aussagen über den Ursprung der Artikel treffen: Ein Teil derselben stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus England; ein weiterer Teil kann sowohl aus England als auch aus Frankreich (bzw. Holland) importiert worden sein. Mehrere Seidenartikel sind wahrscheinlich französischer Herkunft, ohne einen Import aus Österreich bzw. Italien völlig ausschließen zu können. Als deutsche Produkte können zweifelsohne nur wenige angesehen werden, aber in Sammelangeboten (z. B. Kaliko) sind sie sicher vertreten. Jedenfalls waren auch während der Napoleonischen Kriege trotz des Embargos auf der Frankfurter Messe Baumwollmusseline und Kalikos „sur les dessins et modales venus de Londres" die begehrtesten Artikel. Obgleich sie oft von Elsässern oder Schweizern nachgeahmt worden waren. Interessanterweise geben die Musterbriefe und Preislisten, die während der Napoleonischen Kriege an den Landshuter Handelsmann THADDÄUS KAUFMANN geschickt wurden, auch Aufschluß über die kriegerischen Ereignisse selbst. DUCRUE zum Beispiel entschuldigt sich im Juli 1800 bei seinem Kunden KAUFMANN, er habe wegen der „Kriegsumstände" dessen letzten Brief vom 16. Mai bislang nicht beantworten können. Schließlich lassen sich anhand des Angebots Rückschlüsse auf die zeittypische Nachfrage für Textilien ziehen. Nach Faserstoffen geordnet dominieren in den Angeboten Baumwollstoffe vor Seide; der Anteil an Halbseide und Wolle war demgegenüber verschwindend gering. Noch deutlicher werden modische Trends, wenn wir die in 725 Musterschnitten vorliegenden Stoffe auf ihre Herstellungstechniken hin beleuchten. Das Angebot an bedruckten Stoffen überstieg die buntgewebten und einfarbigen weißen Gewebe bei weitem. Demnach waren bedruckte Baumwollstoffe (Kalikos, Manchestersamte usw.) die am meisten gefragten Artikel der Epoche, es sei denn, unser Adressat hätte sich auf solche Waren spezialisiert. Es kann als glücklicher Umstand gewertet werden, daß fast zwanzig Warenbenennungen mit einer zum Teil weitgefächerten Musterpalette eindeutig identifiziert werden konnten. Der Einfluß der expandierenden Textilindustrie in der Region um Lancashire ist auch an den Motiven der Druckstoffe zu beobachten, wofür das erhaltene Musterbuch der Peel'schen Fabrik in Church beredtes Zeugnis ablegt. Der Adressat THADDÄUS KAUFMANN bleibt dagegen im Dunkeln der Geschichte verborgen. Wir wissen lediglich, daß er 1766 geboren wurde, 1789 heiratete, 1822 bereits Magistratsrat war und 1826 starb. Sein Geschäft in der Altstadt (No 299) existierte noch im Jahre 1855.

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