Technikatörténeti szemle 27. (2005-06)

Tanulmányok - †Endrei Walter: Textilien im Deutschland der Napoleonischen Kriege

Um einen Eindruck von der reichen Warenpalette zu vermitteln, wollen wir einige der in den Offerten am häufigsten vertretenen Textilien erwähnen. Diese spiegeln zugleich den modischen Geschmack der europäischen Gesellschaften an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert wider. Da ist zunächst der Kaliko - sein Name rührt von der indischen Hafenstadt Kalikut her-eine bedruckte Baumwoll-Leinwand in den verschiedensten, zum Teil battistähnlichen Feinheitsgraden. Es handelt sich durchwegs um englische Walzendrucke. Der Cambric - ursprünglich ein in Cambrai gewobener Leinenstoff - wird oft bedruckt und als „Chintz" bezeichnet. Bedruckter Piqué, also ein ursprünglich nur webgemusterter Baumwollstoff, kommt ebenso vor wie der vielgefragte Manchester (Kord-) Samt. Ein in Vergessenheit geratener Stoff ist der Nanquinet (Nanking), der die gelbbraun bis graufarbenen Nuancen der chinesichen Baumwollfaser bei Mustern ausnützt. Unter den Seidenstoffen sind neben den auch heute gebräuchlichen Benennungen (z. B. Taft) mehrere Arten Damast angeführt, so der „fagonnierte" Atlas (mit hochglänzender Oberfläche) und Prussien, ein kleingemusterter „pour Gilets" genannter Rips (wohl aus Lyon), eine Gewebegattung mit Längs- und Querrippen. Ein absolutes Spitzenprodukt der damaligen Textiltechnik war der Tubanto („gauffre peint"), ein papierdünner Atlas mit teils geprägter Oberfläche, während auf die ungeprägten Flächen Phantasiemotive mit bis zu vier Farben gedruckt wurden. Auch heute wäre seine Herstellung ein schwieriges technisches Problem. Der Großteil der Preislisten ist gedruckt, die Preise sind mit Tinte eingefügt. Bei dem Nürnberger G. F. OCH wird von Leinengarnen über Baumwoll- und Wollwaren bis zu Kleidungsstücken (Handschuhe, Strümpfe) eine reiche Produktpalette angeboten. Die bei THADDÄUS KAUFMANN offensichtlich besonders gefragten bedruckten Stoffe werden im Absatz „Cotonnerie-Waaren" in 13 Posten angeführt; die Benennungen sind durchwegs französisch gehalten. Hier findet sich auch eine Preisliste der Firma M. A. ROTSCHILD aus Frankfurt, ein „Verzeichnis der englischen Waarerf', in der Baumwollwaren dominieren. Die Waren sind in englisch aufgeführt: Manchester, Thickset, Callico, Fullchinz. Auch liegt die Kopie eines „Preise Correnteä' der Reichenberger Fabrik aus Böhmen vor, die Wolltücher anbietet. Ansonsten sind jedoch - wie wir sehen werden - die Lieferanten durchwegs im süddeutschen Raum angesiedelt. An dieser Stelle sei ein kurzer technikgeschichtlicher Exkurs über den rätselhaften Tubanto-Seidenartikel eingeschoben. Prägstofftechniken sind seit alters her bekannt gewesen, zum Beispiel „drückte" man Samt mit Hilfe von Holzmodeln, die mit einer Zuckerlösung behaftet waren. Die Florfasern verklebten; es entstand ein recht dauerhaftes Reliefmuster, als wäre es damastgewoben. Im 18. Jahrhundert wurden sogenannte Glückwunschkarten modisch, deren Umrahmung aus im Hochrelief geprägten Seidenstoff bestand. Man verwendete erhitzte, einander genau entsprechende Konvex-Konkav-Moletten, kleine Stahlwalzen, deren erhabene Mustergravur in die eigentliche Kupferdruckwelle eingepreßt wurde. 1770 erfand BONVALLET eine Walzendruckmaschine, deren Walze von innen beheizt und als sogenannte Gaufriereinrichtung zum Prägen oder Mustern, nicht

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