Technikatörténeti szemle 25. (2001-02)
Papers of the Third International Conference on the History of Chemistry and Chemical Industry (Budapest, 2–4 July, 1999) – First Part - Varella, Evangelia A.: Die Destillation bei den antiken Griechen und Römern
Folgendes allgemeine Modell wäre nun vorzuschlagen. Ein Siedekolben (Ao> náq, äYvoq OTEVÓOTOUOV, ßtoiapiov, KAOKÍOV), meist aus Ton, ist mit einem umgedrehten Kolben/Helm (cpiáAn,, áyycíov úsAoüv ápoevó8r|Au, XOAKÍOV, yepáviov) mittels eines senkrechten Ton- oder Kupferrohres (ocoAiív óorpáKivoq, acoApv ÉK xaAKoü éAaxoü) verbunden: die kondensierten Dämpfe werden in die hierfür vorhergesehenen Glasrezipienten (ßiKoi úéAivot) geleitet. Dabei können diese bis auf sechs steigen, obwohl ihre übliche Zahl sich in höchstens drei beschränkt. Schon in der Spätantike konnte sich der Helm der sicheren Leitung der gekühlten Dämpfe besser anpassen. Seine neue busenförmige Struktur hiess nun úéAivov öpyavov éxov paorápiov, paZ¡óq, öpyavov paoGcoiöv, ocpaipiKöv öpyavov, cpavóq ó éxtov Toúq paaSoúq. Eine etwas modifizierte Gruppe von Destillierapparaten besitzt ein einziges rechtwinklige Rohr, das den Dampf direkt abzuführen vermag. Natürlich sind alle Verbindungen vorsichtig gedichtet (cpipcootq, nepinAaoiq, nepiniiAcoaiq), und zwar durch verschiedene klebstoffartige Substanzen - meistens Ton, Gips, Wachs, Brotteig, Eiweiss u.a. Der Energiezufuhr wird üblicherweise durch gutgelüftete Kamine und Öfen (rápivoq, KAißavoq, cpcbxa, 9eppoonoöia) gesichert, während das Wasserbad (öinAoüv oKsüoq, ávYeíov pupeipiKöv) oder allgemein ein Kessel (Aeßnq) für die Regelung der Temperatur sorgen. Holz und Holzkohle sind dabei die wichtigsten Brennstoffe. Die Destillationsmethoden der Spätantike konnten für organische Verbindungen niedriger Siedetemperatur nicht verwendet werden: das ableitende Rohr hat nämlich nie als Kühler funktioniert. Eigentlich soll dieser Mangel auf die Meinung der aristotelischen Meteorológica beruhen: alles übrige ist auf das beigemischte Wasser zurückzuführen, und der Saft wird zu dem, was beigemischt ist - nádr\ vóp TäAAa öia uva oúppi^iv TOÜ üöaiöq éoriv, Kai oTov äv TI f) TÓ ouppix8év, TOIOÜTOV noiei TÖV xupöv (B 358b 17). Erst der arabischen Welt des 9. und 10. Jahrhunderts wird es gelingen, ätherische Öle und später sogar den Geist des Weines zu isolieren. Tatsächlich ist für den weisen al Kindi das Rosenwasser ein weit verbreitetes Präparat, wie aus der Chemie des Parfüms - geschrieben um 873 - zu schliessen ist. Wenige Jahrzehnte später spricht das Kontinent (Kap. 22) des berühmten Rhazes vom Geist des Weines und sein Buch der Geheimnisse vom Rosenwasser: der Kolben (qa' ra) und der Helm (anbiq); es sind dies zwei Apparate derer, die das Rosenwasser herstellen (Kap. 9.2.1.), und: das Destillieren (taqtir); es entspricht dem Verfahren zur Herstellung des Rosenwassers; es besteht darin, dass man die Substanzen in den Kürbis legt und darunter Feuer anmacht; dann steigt ihre Feuchtigkeit in die Höhe in den Helm und sinkt dann in den Rezipienten herab, wo sie gesammelt w/rd(Kap. 9.2.3.). Fast gleichzeitig erwähnt abu Mansur in seiner Pharmakopoe ein Trinkwasser, das durch Destillation gewonnen wurde; die vielversprechende Entsalzungsmethode wird weiterhin von Johannes Mesues der jüngeren übenommen. Im oströmischen Reich ist die Einführung der aromatischen Destillate nur vom