Technikatörténeti szemle 18. (1990-1991)

TANULMÁNYOK - Vámos Éva Katalin: Ein deutscher Unternehmer in der ungarischen Lebensmittelindustrie (Wilhelm Leipziger 1840–1913)

ursprünglich vergärbare Zucker, wodurch das Dämpfen-Verzuckern entfällt und die Technologie um diese Prozesse einfacher wird. Die Melasseschlem­pe ergab nach Eindickung und Verbrennung die vorwiegend aus Kaliumkar­bonat bestehende Pottasche, die u. a. in der Glasfabrikation Verwendung findet. Der sog. Gärungsessig (mit max. 10% Essigsäuregehalt) wird aus Feinsprit durch Oxidation gewonnen, wobei die Oxidation von den sog. „Es­sigbakterien" durchgeführt whd. , Der finanzielle Erfolg einer Spiritusfabrik hing jedoch nicht nur von der Fabrikation selbst ab. Die bezüglichen Faktoren werden von Leipziger in einem Artikel in der (ungarischen) Zeitschrift „Magyar Szesztermelők Lapja" (Blatt der ung. Spiritushersteller) dargelegt, anlässlich der Zusammen­fassung der Produktionsergebnisse des Jahres 1882: „Da wir uns in unserem Bericht auf sämtliche Zweige der Spiri­tusherstellung erstrecken möchten, werden wir einzeln über verschiedenen Sparten sprechen sowie über die eigentliche Sphitusherstellung, über die Fra­ge der Sphitus-Steuer, den Export, den einheimischen Verbrauch, den Tran­sport und die Fragen der Tariffe, die Handelsverträge, über das Spiritusgeschäft im allgemeinen und zuletz auch über die Rindermast. Spiritusherstellung: im Laufe des vergangenen Kalenderjahres muß über zwei Perioden besonders gesprochen werden. In der einen — der längeren — Periode des Jahres, die etwa bis September dauert, steht die Spiri­tusherstellung unter dem Einfluß der Produktion des vorangegangenen Jah­res, in der zweiten, kürzeren Periode hingegen whd sie durch das Ernteergebnis des gerade verflossenen Jahres geformt. Da die Sphitusherstellung in ihrer Gänze, in ihrer Arbeit und ihren Ergebnissen genauso wie in ihrem Han­del nichts anderes ist als die Verarbeitung eines Rohstoffes zu einem Fab­rikat, ist es ganz selbstverständlich, daß die Sphitusfabrikation absolute von dem Ernteergebnis des betreffenden Rohstoffes abhängt, sogar, da die ein­zelnen Rohstoffe in Zusammenhang miteinander sind, in nicht geringerem Masse von dem Ergebnis der Gesamternte, ausserdem, da das Fabrikat ei­nen internationalen Charakter hat, wird die Produktion von den betreffen­den Ernteergebnissen der im Wettbewerb stehenden produzierenden Ländern genauso betroffen wie von jenen der Verbraucherländer". (5) Die Spiritusindustrie wurde — wie bereits angedeutet — in zwei Industriezweige geteüt: die landwirtschaftliche und die industrielle Spiri­tusfabrikation. Die Fabrikanten hatten auch dementsprechend zwei separate Vereine und zwei Fachblätter, das bereits erwähnte „Magyar Szesztermelők Lapja" und „Szesz" (Sprit). In einem Leitartikel der ersteren finden wir aus der Feder des Präsidenten László Korizmics, folgende Formulierung: „Diese beiden Industriezweige können am besten dadurch charakterisi­ert werden, daß die landwirtschaftliche Sphitusfabrikation den eigenständi­gen Betrieb auf dem Gebiete der Bodenverbesserung und des besseren Ackerbaus bedeutet, die andere hingegen sozusagen den Verbündeten zahl­reicher Großgutsbesitzer büdet. Sämtliche Vorurteüe, welche im Laufe vie­ler Jahre entstanden sind und sich entwickelt haben, und welche zur Grün­dung unsere Vereins führten, erwiesen sich bei den Beratungen der Vert­reter der einzelnen Industriezweige, *bei ihren persönlichen Kontakten als unbegründet und ungerechtfertigt, und müssen endgültig verschwinden. Das Ziel des Vereins ist: die landwirtschaftliche Sphitusfabrikation bis zur wei­testen Grenze der Möglichkeiten zu unterstützen und zu pflegen ohne da­durch die Lebensbedingungen der anderen Hälfte zu gefährden oder Risiken auszusetzen." (6)

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