Technikatörténeti szemle 18. (1990-1991)

TANULMÁNYOK - Vámos Éva Katalin: Ein deutscher Unternehmer in der ungarischen Lebensmittelindustrie (Wilhelm Leipziger 1840–1913)

Bereits aus den Genehmigungen und Bezeichnungen geht hervor, daß die Spiritusfabrikation ein, die Landwhtschaft mit der Industrie verbinden­des, vielseitiges Unternehmen ist. Darüber, wie die Essigfabrikation mit der Schweinemast zusammenhängt, soll hier kurz über die Prozesse der land­wirtschaftlichen und industriellen Spiritusfabrikation berichtet werden. Die Spiritusfabrikation, die in ihrer primitiven Form wohl gleichaltrig mit der Geschichte der Menschheit sein dürfte, beruht, darauf, daß zucker­haltige Lösungen mit Hilfe von Hefepilzen in Sprit (Äthylalkohol, Äthanol) und Kohlendioxid umgewandelt werden kann. Im Laufe des Prozesses, die Gärung (Fermentation) genannt wird, vermehrt sich einigermaßen auch die Hefe. Weiter entstehen in kleinen Menge auch sonstige Produkte (Äzetaldehyd u. sog. Fuselöle-„höhere" Alkohole), welche den Genußwert des Sprits beeinträchtigen und in höheren Konzentrationen auch giftig sind. Als Rohstoff der Spiritusindustrie galt in Europa anfangs Getreide, später Kar­toffel. Diese enhielten hauptsächlich Stärke, die erst in eine der Hefe zu­gängliche Form gebracht, in sog. vergärbare Zucker umgewandelt werden mußte. Dies erfolgte durch das Dämpfen, wobei die Zellstruktur des pflanz­lichen Rohstoffs durch Dampfeinführen unter Druck aufgelockert wurde um die Stärke aus der Zellstruktur freizulegen um sie dann mit entsprechen­den Verbindungen, den Enzymen in vergärbare Zucker (Traubenzucker, Malz­zucker) umzuwandeln. Die Enzyme wurden durch keimende Gerste, d. h. Malz geliefert. Der auf dies Weise vorbereitete Rohstoff wurde mit einer unter sterüen Bedingungen hergestellten Hefe-Reinkultur beimpft. Am Ende der Gärung (48 bis 96 Std.) wurde der Sprit aus der „reifen", sprithaltigen Maische abdestilliert, wobei Rohsprit gewonnen wur­de. Zur weiteren Reinigung des Sprits wurden sog. Raffinationsanlagen ein­gesetzt, die aus Kolonnen bestanden, deren spezielle Bauform die Trennung flüchtiger Komponenten auf Grund der Unterschiede ihrer Siedepunkte er­möglichte. In diesen wurden der bei bedeutend niedrigerer Temperatur als Sprit siedende Äzetaldehyd als Vorlauf, die bei höheren Temperaturen sie­denden Fuselöle als Nachlauf abgetrennt. Auf diese Weise konnte der sog. Feinsprit erhalten werden, der max. 96% Äthanol und 4% Wasser enthielt und zur Bereitung zahlreicher alkoholhaltiger Getränke sowie für viele In­dustriezwecke geeignet war. Zur Entfernung der restlichen 4% Wasser muß eine weitere Destillation durchgeführt werden, und zwar unter Zusatz einer dritten Substanz, Benzol. Der wasserfreie, sog. absolute Alkohol eignet sich — infolge der Toxizität der Benzolspuren — ausschließlich für Industriez­wecke (4): Im Gegensatz zu der hier kurz beschriebenen industriellen Brennerei waren die landwirtschaftlichen Brennereien von wesentlich niedri­geren Kapazitäten und raffinierten ihren Sprit gewöhnlich nicht selbst, son­dern schickten den Rohsprit in eine industrielle Brennerei zur Raffination. Die landwirtschaftlichen Brennereien verwendeten in erster Reihe Kartoffel oder für den menschlichen Genuss ungeeignetes Getreide als Rohstoff an. Die nach Abdestillierung des Rohsprits aus der Maische zurückgeblie­bene Schlempe war — teils dank ihrer Hefeproteingehaltes — ein wertvol­les Futtermittel, so ist es verständlich, daß Wilhelm Leipziger diese in einem Schweinmaststall verwertete. Der Schweinekot konnte zur Düngung der Böden eingesetzt werden, welche die Rohstoffe für die Spiritusfabrikation lieferten, wodurch der Zhkulatiöhsprozess vervollständigt wurde und ein schö-

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