Technikatörténeti szemle 10. (1978)

A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉKEK AZ EMBER MŰVELŐDÉSÉBEN című konferencián Budapesten, 1976. április 27–30-án elhangzott előadások II. - Witthöft, H.: Új távlatok a történeti metrológiában

Die Last gilt allgemeinalsRecheneinheit. Das ist sicherlich nicht unrichtig, aber doch in der Tendenz dazu geeignet, dieser Einheit jede Bestimmbarkeit aus eigener Tradition abzusprechen. Demgegenüber gibt es Anzeichen für das Gegenteil, daß nämlich die Last als Maß der Tragfähigkeit eines bestimmten Transportgefäßes berechenbar war und daß sich Schiffpfund- und Tonnengrößen erst aus der Teilung dieser Norm ergeben haben. Damit soll die Last nicht als die einzige, aus natürlich vorgegebenen Bedingungen hevorgegangene Maßeinheit dogmatisiert werden. Viel­mehr spricht vieles dafür, daß vergleichbare Zusammenhänge auch den Zentner oder den Stein hervorgebracht haben können. Diese These erfordert Belege. Bei aller Eingeschränktheit ihrer überregionalen Bedeutung lassen sie sich aus der Überlieferung unseres Untersuchungsgebietes er­bringen. Aus der Zeit um 1600 wird in Verhandlungen zwischen Lüneburg und Ham­burg erkennbar, was früher schon sich abzeichnet: Lastgewichte gelten als konstante Einheiten und Tonnen nach festen Relationen von 1 zu 12, 14, 16 oder 18 als deren Teilungen. 30 In der Schiffahrt auf dem seit 1396 eröffneten Stechnitzkanal zwischen Lauenburg und Lübeck wurden die speziell für diese Route gebauten Boote nach dem Pegel beladen — je nach Waren-oder Getreideart mit unterschiedlicher Last­zahl. Die Wassertiefe des Kanals, der Tiefgang der Fahrzeuge und ihre Belastbarkeit waren aufeinander abgestimmt. 31 Im Jahre 1412 einigten sich die Hansen auf einer Tagfahrt in Lüneburg, seegängige Schiffe auf eine Tragfähigkeit von 100 Last Herin­gen bei 6 Ellen Tiefgang zu beschränken. 32 Nimmt man hinzu, daß die englische „Assize of Measures" aus dem Jahre 1196 nur die Last und die Elle beim Namen nannte, 33 dann hat man mannigfachen Grund, zwischen Schiffskapazitäten und Handelsmaßeinheiten eine sehr enge Beziehung anzunehmen. Es ist nahezu sicher, daß einerseits das Ellenmaß und andererseits physikalische Eigenheiten wie das spezifische Gewicht und der Auftrieb von Hohlkörpern zur Normierung dieser Ver­bindungen genutzt worden sind. Letzte Zweifel, ob denn tatsächlich zwischen Längen- und Hohlmaßen sowie dem Gewicht im wahrsten Sinne des Wortes „konstruktive" Beziehungen haben bestehen können, hat Sahlgren durch seine Analyse des „Wahrzeichens von Skaelskor" aus­geräumt — jedenfalls für das hohe Mittelalter. 34 In der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Pfarrkirche des Ortes fanden sich die Konstruktionselemente für Scheffel- und Tonnenmaße eingeritzt: die Ellenlänge und ein Kreis samt einem um­schriebenen Quadrat. Überträgt man das hier erkennbar werdende Prinzip auf die Rostocker überlieferung, dann läßt sich aus dem Hopfenmaß der Roggenscheffel ohne Schwierigkeit rein konstruktiv ableiten. 35 Diese Zusammenhänge machen den Brauch verständlich, die Fläche eines Ackers nach „Scheffel Aussaat" zu rechnen. 38 Beziehungen wie diese belegen eine ordnende Funktion und zugleich eine feste Verklammerung des frühen Maßwesens im wirtschaftlichen und sozialen Umfeld menschlicher Existenz. Im Lüneburger Salinenwesen läßt sich überdies die gesamte Produktions- und Salzhandelsstruktur auf das Grundmaß des öseammers (-Ohm -Tonne) von 149,280 Liter Sole oder 40 Stübchen ä 3,732 Liter zurückführen. Mit ihr in Verbindung steht die Tonne Salz von 201,528 Liter(= 54 Stübchen netto — brutto = 60 Stübchen!) oder 136,080 kg Salz. 37 Diese Grundmaße haben sich durch die Jahrhunderte — vom 12. bis zum 19. Jahrhundert — nachweislich unverändert erhalten und die Basis dafür geschaffen, daß die Lüneburger Salztonne zum anerkann­ten Markenzeichen wurde, das sich bis zum Jahre 1799/1800 nicht änderte.

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