Technikatörténeti szemle 10. (1978)
A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉKEK AZ EMBER MŰVELŐDÉSÉBEN című konferencián Budapesten, 1976. április 27–30-án elhangzott előadások II. - Schreier, W.: G. T. Fechner és a pszichofizikai mérések
Die Bedeutung der Maßformel kommentierte Fechner mit folgenden Worten: „Mit der Maßformel hat man nun ein allgemeines, nicht mehr blos (sie) für Gleichheitsfälle der Empfindung gültiges, Abhängigkeitsverhältnis zwischen der Grösse des fundamentalen Reizwerthes und der Grösse der zugehörigen Empfindung, welches gestattet, aus Grössenverhältnissen des ersten (des Reizwertes W. S.) das Wievielmal des letzten (der Empfindung W. S.) zu berechnen, womit das Maß der Empfindung gegeben ist." 6 Wie schon die Bezeichnung „Maßformel" ausdrückt, faßte Fechner diese als Definitionsgleichung für ein psychisches Maß auf, mit dessen Hilfe eine Einheit der Empfindung festgelegt werden kann. Diese Tatsachen hat er zusammenhängend 1859 in seinem Werk „Elemente der Psychophysik" niedergelegt. Die Bedeutung der Fechnerschen Psychophysik ist in zwei Hauptpunkten zu sehen. In die Psychologie hat er, gestützt auf exakte Messungen, eine mathematische Beziehung eingeführt, die sich trotz aller Einwände bewährte. Hierbei wurden aber nicht mathematische Beziehungen dem Psychischen aufgeprägt, wie etwa bei J. F. Herbart, sondern entsprechend der physikalischen Untersuchungsmethode wurde durch induktive Schritte aus den Forschungsergebnissen ein mathematischer Zusammenhang entwickelt und verallgemeinert. In diesem Sinne führte ein direkter Weg von der Psychophysik zur experimentellen Psychologie. Ebenso bedeutsam ist die Stellung des Weber-Fechnerschen Gesetzes im Grenzbereich zwischen Sinnesphysiologie (Biologie), Psychologie und Physik. In gewissem Maße lag hier eine interdisziplinäre Forschung vor, die ein Bindeglied darstellte und durch die neuen Untersuchungen angeregt wurden. Um nur eine Entwicklung herauszugreifen, sollen noch einige Bemerkungen zur Psychoakustik und zu ihren Messungen erfolgen. Während die Physiklehrbücher im ausgehenden 19. Jahrhundert vom Weber-Fechnerschen Gesetz und Empfindungsmessungen noch kaum Notiz nehmen, wird es in den Physiklehrbüchern des 20. Jahrhunderts verzeichnet, und zwar insbesondere bei Hörempfindungen erörtert, obwohl des öfteren auch festgestellt wird, daß es für alle Sinne gültig sei. Aber erst in den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts erforderte es das gesellschaftliche Interesse, insbesondere für Rundfunk, Tonfilm, Hörprüfung und nicht zuletzt für die Lärmmessung, das Gebiet der Psychoakustik tiefer zu erforschen. In dieser Situation hat wohl als erster Heinrich Barkhausen die Messung von Lautstärkeempfindungen wieder aufgenommen. Er schlug für die Lautstärke die Einheit „phon" vor, die über ein Logarithmusgesetz an den Schalldruck (Schallstärke) angeschlossen ist. Damit hatte er das von Fechner vorgesehene „Wievielmal" der Empfindung gegenüber dem Hörreiz mit einer Bezeichnung, einem Kennwort belegt, die — hervorgegangen aus dem Verhältnis zweier Schallstärken — wohl keine Maßeinheit im Sinne der Herleitung aus Grundgrößenarten darstellte, aber eine weitaus bessere Vergleichsmöglichkeit schuf. Diese Bezeichnung oder Einheit „phon" wurde für die Frequenz 1 khz mit der Angabe einer unteren Hörschwelle als Standardschall international festgelegt, und der Lautstärkepegel von anderen Klängen und Geräuschen subjektiv damit verglichen. Die gängigen Tabellen von 10p hon (leises Flüstern) bis 130 phon (Schmerzgrenze) weisen darauf hin, daß der Lärmschutz zur unabdingbaren Notwendigkeit geworden ist. Umfangreiche Messungen nach 1945 zeigten neue mannigfaltige Zusammenhänge zwischen Hörempfindung und Schallreiz auf. 7 Neue Meßtechniken der Elektroakustik und Elektronik erlaubten präzisere Messun-