Technikatörténeti szemle 9. (1977)

A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉK AZ EMBERI MŰVELŐDÉSBEN című konferencián Budapesten 1976. április 27–30-án elhangzott előadások I. rész - Hauser, W.–Klages, H.: A Physikalisch-technisches Reichsanstalt metrológiai feladatai

gaben der alten Reichsanstalt für die Bundesrepublik Deutschland und über­nahm außerdem noch Teilgebiete der Sicherheitstechnik (z. B. Transport und Aufbewahrung von brennbaren Flüssigkeiten, explosionsgeschützte Betriebs­mittel, ziviles Beschußwesen), die früher von der ehemaligen Chemisch-Tech­nischen Reichsanstalt betreut worden waren. Sehr bald kamen noch weitere Aufgaben hinzu. Die Gliederung erfolgte wieder nach Fachabteilungen. Neben den vier Ab­teilungen der Reichsanstalt — Mechanik, Elektrizität, Wärme und Optik — wurden noch die Abteilungen Akustik und Atomphysik errichtet. Auf den Fachgebieten der neuen Abteilungen hatte auch die Reichsanstalt schon gear­beitet. Einige von der PTR und PTB schon seit langem wahrgenommene Aufga­ben erlangten in letzter Zeit zunehmende Bedeutung für die aktuellen Gebiete des Umweltschutzes und des Gesundheitswesens. Die fast 90 jährige Geschichte der PTR/PTB spiegelt die Bedeutung der Meßtechnik für Physik und Wirtschaft sowie für den Menschen selbst und die menschliche Zivilisation wider. Die Physikalisch-Technische Reichsanstalt war konzipiert als ein Staatsinstitut für reine und angewandte Physik. Sie sollte die für die Physik und industrielle Produktion notwendige Forschung mit staat­licher Hilfe unabhängig von materiellen Interessen betreiben. Noch während des Gründungsprozesses wurde offenbar, daß die wissenschaftliche und tech­nische Weiterentwicklung der Meßtechnik die Voraussetzung für weitere Fort­schritte in der Physik und ihrer industriellen Verwertung ist. Die Fülle der meßtechnischen Aufgaben, die der Reichsanstalt in den er­sten Jahren gestellt wurden, ließen alle anderen ursprünglich vorgesehenen Ar­beitsgebiete in den Hintergrund treten und machten sie zu einem Institut für Metrologie und Präzisionstechnik. Die Forschung und Prüfung der Reichsan­stalt förderten zu Anfang hauptsächlich die Entfaltung von Wissenschaft und Wirtschaft. Allmählich und nach dem Zweiten Weltkrieg in zunehmendem Ma­ße dienten sie auch dem Schutz des Menschen vor den durch Wissenschaft und Wirtschaft verursachten Eingriffen in seinen natürlichen Lebensraum. 1884 schrieb Siemens in dem Votum, das der Denkschrift, die zur Gründung der PTR führte, vorangestellt war: „Die moderne Kultur beruht auf der Herrschaft des Menschen über die Naturkräfte, und jedes neu erkannte Gesetz vergrößert diese Herrschaft und damit die höchsten Güter unseres Geschlechts." (11) In dem Jahrundert, das seitdem vergangen ist, hat der Mensch die Naturkräfte beherrschen gelernt, wofür das hohe Niveau der Meßtechnik, das sie heute erreicht hat, eine Voraussetzung war. Daß diese Herrschaft über die Naturkräfte „die höchsten Güter unseres Geschlechts" vergrößert und nicht zerstört, wird eine wichtige Aufgabe der Meßtechnik zur Erhaltung unserer Kultur sein. SCHRIFTTUM (1) K. Scheel: Die Physikalisch-Technische Reichsanstalt. Fünfundzwanzig Jahre ihrer Tätigkeit. Naturwissenschaften 1 (1913), S. 8—12.

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