Technikatörténeti szemle 9. (1977)

A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉK AZ EMBERI MŰVELŐDÉSBEN című konferencián Budapesten 1976. április 27–30-án elhangzott előadások I. rész - Buchheim, G.: A Physikalisch-technisches Reichsanstalt szerepe az egységes mértékrendszer kialakításában

bei ist, indem sie bei großen Schwierigkeiten und Kosten keinerlei unmittel­baren finanziellen Erfolg und keinerlei unmittelbare Steigerung der Leistungsfähigkeit in Aussicht stellt, während andererseits, wie bei vielen der abstraktesten wissenschaftlichen Forschungen, deren staatliche Unterstützung als selbstverständlich gilt, die höchste Wahrscheinlichkeit dafür vorhanden ist, daß die Bearbeitung der betreffenden Aufgaben und Probleme in folgerichtigem Verlaufe der späteren Entwicklung reichsten Gewinn und Erfolg bringen muß, oder daß wenigstens ihre gründliche Verfolgung unumgänglich ist, um ent­scheidende Hindernisse weiterer gedeihlicher Entwicklung zu beseitigen und durch positive und negative Resultate neue Aussichten für wahrhaft produktive Arbeit zu eröffnen". 5 Die Konzeption von Siemens zur Gründung der Anstalt orientierte demnach auf eine Arbeitsteilung zwischen der privaten Industrie und dem Staat auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Forschung. Sie beruhte auf einer für die dama­lige Zeit durchaus noch nicht allgemein verbreiteten Überzeugung von der wachsenden Rolle der Wissenschaft als Produktivkraft. Siemens setzte seine Konzeption und seine Interessen schließlich auch im Arbeitsplan der am 17. Oktober 1887 eröffneten Physikalisch-Technischen Reichsanstalt gegen die Wünsche von Vertretern anderer Industriezweige durch. Wie zuvor festgelegt, beschäftigte sich die Reichsanstalt in den ersten Jahren ihres Bestehens vorrangig mit Fragen des elektrischen Meßwesens. Die Ergeb­nisse dieser Arbeiten machten es möglich, daß die Vertreter der Anstalt, ins­besondere auch ihr erster Präsident Herrmann von Helmholtz die weiteren Be­mühungen um eine international abgestimmte Verwendung elektrischer Maß­einheiten nunmehr wesentlich mit bestimmten. Ein erster Schritt in dieser Richtung galt der Abstimmung mit England hin­sichtlich inhaltlich weitgehend übereinstimmender Gesetze über die elektri­schen Maßeinheiten. Die hierbei unter anderem erzielte Ubereinkunft zum Maß des elektrischen Widerstandes ergab sich aus den neuesten naturwissen­schaftlichen Forschungen und wich von dem 1884 in Paris gefaßten Beschluß ab. Diese Ubereinkunft war von Bedeutung für die Beschlußfassung auf dem 1893 stattfindenden Elektrikerkongress in Chicago. Die dort getroffenen Fest­legungen über elektrische Maßeinheiten stimmten inhaltlich mit dem engli­schen Gesetzentwurf überein und hoben somit die 1884 in Paris getroffenen Beschlüsse auf, die in der Zwischenzeit in keinem Lande konsequent befolgt worden waren. Frankreich konnte sich in ihrer Verteidigung nicht durchsetzen. Auch seine Vorschläge zur erneuten Einberufung einer Kommission fanden kei­ne Unterstützung. Deutschland orientierte vielmehr auf eine internationale Verständigung durch bilaterale diplomatische Absprachen, die offensichtlich größere Gewähr für die Durchsetzung der eigenen Vorstellungen gaben. So konnte Helmholtz am 8. Februar 1894 an den Staatssekretär des Reichsamtes des Innern berichten, daß die deutschen Delegierten in Chicago sich dem Beschlüsse angeschlossen haben, „da es die Berechtigung bestehen läßt zu fordern, daß die von dem Ku­ratorium der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt empfohlenen Maßeinhei­ten auch in Amerika als gesetzlich gültig anerkannt werden müssen". 8

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