Technikatörténeti szemle 9. (1977)

A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉK AZ EMBERI MŰVELŐDÉSBEN című konferencián Budapesten 1976. április 27–30-án elhangzott előadások I. rész - Buchheim, G.: A Physikalisch-technisches Reichsanstalt szerepe az egységes mértékrendszer kialakításában

schem Wege zu eindeutigen Aussagen über die Verfahrensweise zu veranlassen. Dabei wurde deutlich, daß die internationale Kommission zwar Empfehlungen für die Richtung und die Art und Weise weiterer Untersuchungen geben konnte, aber nicht in der Lage war, diese auch selbst durchzuführen. Ein internationales Laboratorium unter französischer Oberhoheit mußte also als notwendige Kon­sequenz im weiteren Verlaufe der Arbeit der Kommission erwartet werden. Im Unterschied zu den Einheiten der Längen und Gewichte waren aber die elektrischen Maßeinheiten zu jener Zeit zu stark mit der ökonomischen Entwicklung der Elektrotechnik verpflochten, als daß die Reichsregierung be­reit war, über diese Interessen hinweg einer solchen internationalen Institution zuzustimmen. Die deutschen Delegierten hatten also solchen Bestrebungen ent­gegenzuwirken. Sie vertraten die Meinung, daß es verfrüht wäre, die zu erwar­tenden Entscheidungen bereits auf die Ebene internationaler Konventionen zu heben. Es wurde deutlich zum Ausdruck gebracht, daß das Reich auch nicht ge­willt war, gegen die Stimmen der deutschen Delegierten gefaßte Beschlüsse als verbindlich anzuerkennen. Die Begründung für diese Position wurde aus dem noch unzureichenden Entwicklungsstand der wissenschaftlichen Forschung ab­geleitet. Die eigentlichen Motive hierfür waren jedoch politischer und ökono­mischer Natur. Allerdings war sich vor allem Siemens völlig darüber im klaren, daß an­gesichts der Bestrebungen in Frankreich und England die deutschen Delegierten wenig Aussicht hatten, ihren Standpunkt auf die Dauer durchzusetzen. Man konnte aus der Defensive, in die man geraten war, nicht durch Verzögerungs­taktik herauskommen. Man mußte vielmehr konkrete Maßnahmen ergreifen, um die Entwicklung in die eigenen Hände zu bekommen. Das aber war nur möglich, wenn die Reichsregierung selbst eine Zentralstelle für elektrische Maß­eniheiten begründen würde, die sowohl das Zentrum für weitere wissen­schaftliche Untersuchungen bilden als auch das praktische Meß- und Prüfwe­sen in ihren Mauern zentralisieren würde. Nur durch ein eigenes leistungs­starkes Zentrum war es möglich, ein Gegengewicht gegen die sich abzeichnende Institution in Frankreich zu schaffen, das nach den Vorstellungen der Beteilig­ten selbst in den Rang eines international akzeptierten Zentralinstitutes auf­steigen konnte. Für diese Funktion wurde das seit 1872 angestrebte mechanische Institut (später: Physikalisch-Technische Reichsanstalt) ausersehen. Im november 1882 sollten die Verhandlungen über seine Gründung nach längerer Unterbrechung erneut aufgenommen werden, gerade zum rechten Zeit­punkt, um in Auswertung der ersten Zusammenkunft der internationalen Kommission im Oktober 1882 in Paris die Weichen für seine Profilierung zu stellen. Die deutschen Delegierten hatten zwar ihre Konzeption weitgehend durchsetzen können, aber die bereits für den Oktober 1883 vorgesehene weitere Zusammenkunft der Kommission machte die Notwendigkeit schneller Ent­scheidungen deutlich. Verschleppungstaktik gegenüber den französischen Initiativen und Bemü­hungen um die Gründung der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt gingen nunmehr Hand in Hand. Im April 1884 trat die internationale Kommission zu ihrer zweiten Sitzung zusammen, auf der trotz noch nicht erreichter hinläng­licher Genauigkeit die Größe des Ohm festgelegt wurde. Im August 1884 über-

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