Technikatörténeti szemle 1. (1962)
Domonkos Ottó - Endrei Walter: Európai textilnyomás és hazai kékfestés: a pápai kékfestő múzeum megnyitása elé
Europäischer Zeugdruck - ungarischer Blaudruck Aus Anlass der Eröffnung des Blaudruckmuseums in Pápa versuchten die Autoren die Entstehung und Verbreitung des Indigoreserveverfahrens in Ungarn in ein neues Licht zu rücken. Die konventionelle Darstellung der Übernahme des fernöstlichen Beizens und des Reservedruckverfahrens durch Europa im letzten Viertel des 1 7. Jahrhunderts wird kritisch überprüft. Man weist darauf hin, dass jenes Verfahren im Wolldruck wahrscheinlich schon früher bekannt war. Zum Beweis hierfür werden 2 Flanneldruckmuster aus dem Jahre 1 960 aus dem Wroclawer Archif angeführt. Anschliessend folgt die Beschreibung der noch zu Ende des 17. Jahrhunderts erfolgten Übersiedlung deutscher Zeugdrucker nach Ungarn und die Entstehung der ersten Kattundruckmanufakturen im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts. Diese produzierten a’'ch zwei- bis fünffarbige Drucke und durch Schildne- rinnen mit dem Pinsel in Vorformen ausgemalte Halbchintze und Halbkattune; auch den Flanneldruck nach dem Kupferplatten- und Galgasverfahren kannte man. Die Vorherrschaft des Blaudruckes kann aber erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts und auch dann eher für die kleineren Meister nachgewiesen werden. Die Entstehung und die ersten Jahrzehnte der Klugeschen Manufaktur sind mit besonderer Sorgfalt geschildert, fand doch das erwähnte Museum eben in den Räumen dieses Betriebes sein Heim. Die aus Sora stammende Druckerfamilie gründete das Unternehmen im Jahre 1783 im Rahmen der Zunft und baute es um 1900 zu einer kleinen Fabrik aus, die ihre Arbeit erst nach dem zweiten Weltkrieg einstellte. Die ersten Kluge-Generationen gingen ohne Ausnahme auf die Wanderschaft, lernten dabei die Arbeitsmethoden des Gewerbes von Schlesien bis zur Schweiz kennen und legten ihre Erfahrungen in teilweise erhaltenen Wanderschafts - büchlein nieder. Eines derselben, 1809 in Lindau entstanden, wird wegen der interessanten Zeichenschrift der Rezepte detaillierter gewürdigt. Der Artikel schliesst mit der Beschreibung des Museums, das seines Tore im Sommer dieses Jahres eröffnete. Es enthalt u.a. alte Drucktische, eine Mangel mit Pferdeantrieb, Indigoküpen, die Trokkeneinrichtung, Perrotine, Glättmaschine, Modelle und Muster in grosser Zahl. 61