Erdély régi művészeti emlékeinek kiállítása az Iparművészeti Múzeumban (Budapest, 1931)

6 schufen, konnten und wollten sich nicht von den Augsburger und Nürnberger Vorbildern befreien. Dennoch treten zu­weilen die Eigenheiten des ungarischen Geschmackes an den siebenbür gischen Goldschmiedearbeiten zutage, u. zw. sowohl in Formen und dekorativen Motiven, wie auch in der Technik (Drahtemail). Jn noch höherem Masse gilt dies von den Schmuckstücken, Gürteln, Spangen, Knöpfen usw., welche zum ungarischen Prunkgewande getragen wurden. Ausgesprochen ungarischen Geschmack verraten die siebenbür gischen sog. Herrnstickereien, sowie auch die Buch­einbände, namentlich die Klausenburger gemalten Pergament­bände. Von diesen werden einige gute Beispiele gezeigt, hin­gegen war es aus technischen Gründen nicht möglich von den stilistisch ebenfalls interessanten siebenbür gischen Möbeln mehr als einige bescheidene Proben zu erlangen. Zinngefässe, Medaillen, Waffen und sonstige kunstgewerbliche Gegen­stände vervollständigen das Bild des siebenbür gischen Kunsthandwerks der Vergangenheit. Als Hintergrund dienen einige hervorragend schöne Stücke der in Siebenbürgen sehr verbreiten und darum als „siebenbürgische Teppiche11, be­kannten anatolischen Knüpfteppiche, ferner eine Beihe pho­tographischer Aufnahmen nach siebenbür gischen Gebäuden, — Kirchen, Burgen und Stadtbauten, — sowie Urproduktio­nen altsiebenbürgischer Wandmalereien. Für die Überlassung der letzteren sind wir der Denkmal­kommission zu Dank verpflichtet. An dieser Stelle sei auch den öffentlichen und Privatsammlungen und den Besitzern einzelner Kunstgegenstände unser wärmster Dank abgestat­tet, die durch ihre Leihgaben das Zustandekommen der siebenbür gischen Ausstelllung ermöglicht haben. Besonders hervorgehoben sei der Umstand, dass auch das Pariser Cluny- museum mit vier wertvollen Objekten an der Ausstellung beteiligt ist — der erste Fall, dass eines der französischen Nationalmuseen eine ungarische Ausstellung beschickt. Schliesslich sei noch der Verein der Freunde ungari­scher Kunstmuseen unserer Dankbarkeit versichert; mit der Anregung und der Veranstaltung der siebenbür gischen Aus­stellung hat er nicht allein dem Kunstgewerbemuseum, son­dern auch allen Liebhabern alter Kunst einen grossen Dienst erwiesen. Die Ausstellung bietet willkommene Gelegenheit die Kunst Siebenbürgens zu studieren; gleichzeitig soll sie aber auch ein sichtbares Zeichen der treuen Anhänglichkeit sein, mit welcher wir Ungarn an Siebenbürgen hängen. Julius v. Végh.

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