Weiner Mihályné szerk.: Az Iparművészeti Múzeum Évkönyvei 9. (Budapest, 1966)

IPARMŰVÉSZETI MÚZEUM — MUSÉE DES ARTS DECORATIFS - Héjj-Détári, Angéla: Der „Matthias Corvinus-Pokal" und Endres Dürer, der „Meister mit Rosette"

ist auch sein älterer Sohn, Albrecht Dürer d. A. im Jahre 1427 geboren, 41 der ebenfalls Goldschmied war. Dieser gelangte auf seiner Walz nach Nürnberg, wo er zwischen 1455 und 1467 Holpers Schüler war. 1467 heiratete er die Tochter seines Meisters, erhielt das Bürgerrecht und ließ sich endgültig in der Stadt nieder. 1468 wurde er Meister, er hatte zusammen mit Holper mehrere Ämter in der Zunft, war zwischen 1482—1488 Geschworener und Vorstand. Es ist aus Urkunden bekannt, daß er Pokale, Trinkgefäße, Monstranzen usw. hergestellt hat, doch ist kein Werk seiner Hand auf uns verblieben. 42 Einer seiner Söhne, Albrecht Dürer d. J. ist 1471 in Nürnberg geboren, 43 und lernte in der Werkstätte seines Vaters das Goldschmiedehandwerk. Er zeichnete Entwürfe für vielerlei Goldschmiedewerke und führte auch etliche aus, 1486 wurde er jedoch Lehrling des Malers Michael Wohlgemut. Er verließ das Goldschmiedehandwerk, um der größte deutsche Maler und hervorragendste Zeichner seiner Zeit zu werden, behielt aber bis zum Ende sein Interesse für die Goldschmiedekunst, die mit vielen Entwürfen und Zeichnungen von Phantasie- oder ausführbaren Stücken belegt ist. 44 Ein anderer Sohn Albrechts d. Ä., Andreas oder Endres Dürer, jüngerer Bruder des großen Malers, ist 1484 geboren, wurde 1514 Goldschmiedemeister, 45 in diesem Jahre porträtierte ihn sein Bruder. 1523—1534 verweilte er in Krakau wo eventuell seine Werke aufzufinden wären. Wolfgang Dürer war vielleicht ein Enkelkind von Endres: 1604 wird er als Goldschmiedegeselle erwähnt, er starb im Jahre 1605. 46 Die Fachliteratur kennt ferner einen Nikolaus Dürer, 47 der in Ungarn geboren ist, und bei seinem Onkel, Albrecht Dürer d. Ä. in Nürnberg das Goldschmiedehandwerk studierte. Er wurde 1481 Bürger von Nürnberg, 1482 zum Meister, lebte jedoch in Köln, wo man ihn Niclas Unger nannte. Sein Sohn, der jüngere Nikolaus Dürer, 48 wurde 1512 Bürger von Nürnberg und um 1514 Meister. Noch zwei weitere Familienmitglieder sind bekannt, die das Goldschmie­dehandwerk betrieben: Johann Dürer wird 1624 auf einem Porträt dargestellt 49 und Hieronymus Dürer 1627 in Frankfurt am Main als Goldschmiedegeselle erwähnt. 50 Man sieht also, daß das Goldschmiedehandwerk bei den Dürers eine Familientradition war, und kann man auch das Ausmaß des Schaffens der späten Enkel nicht feststellen, steht doch die stilformende Fähigkeit im 41 Neudörfer, Johann : Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547. Wien, 1875. S. 132. 42 Rosenberg, a. a. O. Nr. 3746. 43 Rosenberg, a. a. O. Nr. 3747. Thieme — Becker : Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler. 10. Leipzig, 1914. S. 61. 44 Winkler, Friedrich: Die Zeichnungen Albrecht Dürers. 1 — 4. Berlin, 1936 — 39. 45 Rosenberg, a. a. O. Nr. 3750. Sein von Albrecht Dürer gemaltes Porträt befindet sich im Museum der Bildenden Künste, Budapest, gemalt etwa um 1512. Die Bestimmung s. in Felvinczi Takács Zoltán : Dürer. Budapest, 1911. 46 Rosenberg, a. a. O. Nr. 3751. 47 Rosenberg, a. a. O. Nr. 3748. 48 Rosenberg, a. a. O. Nr. 3749. 49 Rosenberg, a. a. O. Nr. 3752. 50 Rosenberg, a. a. O. Nr. 3753.

Next

/
Thumbnails
Contents