Weiner Mihályné szerk.: Az Iparművészeti Múzeum Évkönyvei 9. (Budapest, 1966)

IPARMŰVÉSZETI MÚZEUM — MUSÉE DES ARTS DECORATIFS - Héjj-Détári, Angéla: Der „Matthias Corvinus-Pokal" und Endres Dürer, der „Meister mit Rosette"

5. Der demontierte Deckel des Matthias-Pokals während der Restaurierung becher, das früheste und künstlerisch am höchsten stehende Meisterwerk seines Typus, hat ein ungarischer Goldschmied verfertigt. 14 Die Fachliteratur hat nachgewiesen, daß auch die im Dom von Rieti aufbewahrten drei Buckelpokale ungarische Arbeiten sind, 15 die man ebenfalls mit der Person des ungarischen Renaissancekönigs verbinden kann. Sie gelangten höchstwahrscheinlich über Domenico Camisati, Bischof von Rieti dahin, der 1476 als apostolischer Nuntius in Buda, am Hof des Matthias ver­weilte: er brachte eine bedeutende Summe vom Papst für den Türkenkrieg. Bereits das Anfang der 1500er Jahre aufgenommene Inventar 16 bietet einen wertvollen Hinweis bezüglich der Herkunft der Pokale: ,,Item très cuppae argentae donatae ecclesiae a Domenico episcopo Reatino." 17 Die Reihe der bekannten Buckelpokale beginnt also in der zweiten Hälfte des 15. Jhs., man kann sie bis in die erste Hälfte des 17. Jhs., über 170 Jahre hindurch verfolgen. Diese Entwicklung entspringt der bedeutenden mittelal­terlichen Goldschmiedekunst in Ungarn, den Anfang bedeuten der Corvi­nusbecher aus Wiener Neustadt und die Becher im Dom von Rieti. Ein Zweig 14 Mihalik, a. a. O. 15 Mihalik, Älesnandro : Le coppe ungheresi del duomo di Rieti. Rom-Budapest, 1928. 16 Das Inventar des Nachlasses von Domenico Matteo Lutani, Bischof von Rieti, wurde von dessen Neffen, Kanonikus Vincenzo Carmisalio aufgenommen. Das Stück konnte aus dem Nachlaß des Vorläufers von Lutani, des Bischofs Domenico Camisati, der in Buda war, stammen. A. a. O. S. 11. 17 Heute sind nur mehr zwei Pokale vorhanden; der dritte ging bedauerlicherweise verloren. 6. Die demontierte Kuppe des Matthias-Pokals während der Restaurierung

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