Hausner Gábor szerk.: A Hadtörténeti Múzeum Értesítője = Acta Musei Militaris in Hungaria. 7. (Budapest, 2004)
GYŰJTEMÉNYI- ÉS MŰHELYMUNKA - BAJÁK LÁSZLÓ: A Batthyányiak halotti címerei a Hadtörténeti Múzeumban
ein Mitglied der Familie starb oder begraben wurde. Mit der Hilfe der Aufschriften informierten sie die Trauernden über den Rang und Würden des Verstorbenen. Die Totenwappen wurden manchmal in grösseren Anzahl hergestellt. Ein Teil von denen wurde den Trauerden überreicht. Diese Wappen wurden dann im Trauerzug mitgetragen und später als eine Erinnerung an die Beerdigung nach Hause gebracht. Die Beerdigungswappen der 12 männlichen und die der 12 weiblichen, meistens angeheirateten Mitglieder der Adelsfamilie bewahren die Erinnerung an eine der ältesten und wichtigsten ungarischen Aristokratenfamilie aus einer Epoche, die im allgemeinen als die Blütezeit der Familie betrachtet wird. In den Reihen des Geschlechtes der Batthyányis findet man den letzten ungarischbürtigen Palatin (1751), den ersten dem Lande verantwortlichen Ministerpräsidenten von Ungarn (1848), aber auch solche bedeutende Persöhnlichkeiten, wie zum Beispiel den Oberbefehlshaber des Heeres in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Károly Batthyányi) oder József Batthyányi, den Kardinal-Erzbischof von Esztergom (Gran). Károly Batthyányi erwarb sogar für die Familie den Titel eines Reichfürsten. Als die wichtigste, historisch massgebende Persöhnlichkeit unter den männlichen „Besitzern" der Wappen des Museums muss man ohne jegliche Zweifel den Palatinen Lajos Batthyányi betrachten, der ein Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies und des Sankt Stephans Ordens, königlicher Obermundschenk, königlicher Kanzler, und Obergespann war. Die anderen waren auch ohne Ausnahme K.u.K. Kammerdiener und die meisten von ihnen gehörte zu den wirklichen Geheimraten. Die Wappen zeigen einem, dass ein Mitglied der Familie hohe staatliche Würden erwerben konnte, fünf Mitglieder des Geschlechtes wurden Obergespannen, und zwei Personen erreichten als Soldaten den Generalenrang. Die Damen der Familie stammten mit der Ausnahme von einer einzigen Person (Skerlecz) aus ungarischen oder aus ausländischen Aristokratensfamilien (Gr. Perger, Gr. Roggendorf, Br. Ottenfels-Gschwind). Die Mehrheit der Damen der Familie waren Sternkreuzordensdamen und einige von ihnen gehörten zu exklusiven Kreis der Hofdamen. Seit dem 18. Jahrhundert wurden die meisten Mitglieder der Batthyány Familie in der Gruft des Franziskanerklosters in Németújvár (heute: Güssing in Osterreich), die im gemeinsamen, ungeteilten Besitz der ganzen Familie stand. Mit grossen Wahrscheinlichkeit kann man annehmen, dass die Totenwappen nicht hier, sonder am Todesort, meistens in Wien hergestellt wurden. Die Totenwappen wurden zum Teil hier, zum Teil in Németújvár, während der Feierlichkeiten der Beerdigung verwendet. Betrachtet man sie, auf den meisten kann man noch ganz deutlich sehen, wo sie aufgenagelt wurden. Es kann angenommen werden, dass die Wappen des Museums am Ende des 19. Jahrhunderts von hier nach Budapest gelangten.