Tanulmányok Budapest Múltjából 24. (1991)

TANULMÁNYOK – STUDIEN - Dán Róbert: Mikor űzte ki I. Lajos a zsidókat? = Wann vertrieb Ludwig I. die Juden? 9-15

seine frühere Tätigkeit zugunsten des französischen Thronprätendenten zu berufen. Die Authentizität seiner Worte wird auch dadurch bestätigt, daß er gleich am folgenden Tag, also am 2. Oktober 1357, Giannino in Begleitung von zwei, in die Angelegenheit bereits eingeweihte tatarische und türkische „Händler" aufsuchte, die ihm konkrete, allerdings unannehmbare Angebote stellten. Im Endergebnis konnte also Daniel schon Monate oder viellleicht auch Jahre vor der Unterredung in Venedig seine Verhandlungen mit den vertriebenen Juden und den tatarisch-türkischen Kreisen aufgenommen haben. Wenn man berücksichtigt, daß zur Zeit des ersten Auftretens von Giannino bis 8. Oktober 1354 sein bedeutendster Unterstützer Cola di Rienzi war, erscheint eine aktive Beteiligung der Juden in seinem Interesse für unwahrscheinlich. Der römische Senator belästigte häufig die Juden, die sich über seinen Tod endlos freuten. 10 Weitaus wahr­scheinlicher ist, Daniels Tätigkeit um das Angebot der ungarischen Juden in die Phase des zweiten Auftretens Gianninos im Sommer 1356 zu datieren. Das ante quem ist daher der angegebene 1. Oktober 1357, aufgrund obigen ist es jedoch sehr wahrscheinlich, daß das reale Datum schon zu einem früheren Zeitpunkt zu suchen ist. Bei der Bestimmung des post quem gehen wir von den Beobachtungen Imre Hajniks aus, der bemerkt hat, daß die Budaer Juden 1353 auch in authentischen Urkunden noch erwähnt werden. Ármin Frisch publizierte 1983 eine in Buda am 29. Mai 1353 datierte Quelle. 11 Ludwig I. vertrieb also irgendwann nach Mai 1353, aber nachwe­isbar vor dem 1. Oktober 1357, die Juden aus Ungarn. Um den Zeitpunkt genauer feststellen zu können, müssen erst weitere neue Quellen auftauchen. 15

Next

/
Thumbnails
Contents