Tanulmányok Budapest Múltjából 22. (1988)

KÖZLEMÉNYEK – MITTEILUNGEN - Rajna György: Budapest köztéri és udvari díszkútjai = Zierbrunnen in Höfen und auf öffentlichen Plätzen in Budapest 539-556

GYÖRGY RAJNA ZIERBRUNNEN IN HÖFEN UND AUF ÖFFENTLICHE PLÄTZEN IN BUDAPEST Das Wasser spielte in der Geschichte der Menscheit stets eine wichtige Rolle. Gutes Trinkwasser war seit jeher eine grundlegende Lebensbedingung von Mensch und Tier. Die Quellen und Brunnen wurden ausgebaut und geschützt. Die Brunnen auf öffentlichen Plätzen wurden dem Schutze von Schutzheiligen empfohlen. Der Bau und die Verzierung der Brunnenhäuser und Brunnen weisen die Merkmale des jeweils herrschenden Stils auf. Leider gingen in Ungarn während des Tatareneinfalles im Jahre 1241/42 und der hundertfünfzigjährigen Türkenherrschaft im 16—17. Jahrhundert die einstigen Zierbrun­nen größtenteils zugrunde, und von ihrer Existenz zeugt nur das, was Ausgrabungen ans Tagelicht befördert haben. Man bemühte sich, die freigelegten Reste zu rekonstruieren und der Nachwelt zu erhalten. Zeugen einer hofien Kultur sind die auf dem Gebiet des heutigen Óbuda zum Vorschein gekommenen römischen Ruinen aus dem 1. bis 5. Jahr­hundert in denen sich auch Quelleneinfassungen, Wasserleitungs- und Kanalisations­überbleibsel befanden. Von ähnlicher Bedeutung sind die Überreste der mittelalterlichen Kunst bzw. deren Rekonstruktionen. Hofbrunnen findet man im allgemeinen in Gebäuden, die vor mehr als 100 Jahren, errichtet wurden, sie bestehen auch heute noch vielenorts. Quellen entsprangen auf dem Gebiet von Budapest nur an wenigen Stellen. Solche waren beispielsweise die Quellen am Szabadsághegy (Freiheitsberg), deren Wasser im Mittelalter aufgrund des Gesetzes der Kommunizierenden Röhren durch Wasserleitungen in die Burg hinaufgeleitet wurde und dort aus öffentlichen Brunnen floß. Die Wasser­leitung ging während der anderthalb Jahrhunderte dauernden türkischen Besetzung zu­grunde, und obwohl nach 1686 erneuert, wurde ihre Benutzung Ende-des 18. Jahrhun­derts eingestellt. Quellenwasser speiste bis 1830 den sog. Illés-Brunnen, dessen Name eine Straße im VIII. Bezirk auch heute noch bewahrt. Der gußeiserne Brunnen wurde 1981 auf dem Szentháromság-(Dreifaltigkeits-)Platz im I. Bezirk als Zierbrunnen wieder aufgestellt. Ein Großteil der Hofbrunnen waren gegrabene Brunnen, mit Wasser von sehr schlechter Qualität, was hauptsächlich auf der Pester Seite auf den moorigen, sumpfi­gen Untergrund selbst, aber auch darauf, daß bis in die siebziger Jahre des vorigen Jahr­hunderts die Hauptstadt noch nicht mit Kanalisation versehen war, zurückzuführen ist. So trank noch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts ein Großteil der Bevölkerung Donau wasser, das mittels Leiterwagen befördert wurde. Auch nach den siebziger Jahren, als das Wasser-Ieitungs- und Kanalisationsnetz be­reits ausgebaut worden war, wurden in den Gebäuden noch Zierbrunnen aufgestellt, die 556

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