Tanulmányok Budapest Múltjából 19. (1972)

Gál Éva, L.: A Krisztinaváros topográfiája, 1770-1872 = Topographie der Christinenstadt, 1770-1872 179-219

1775 über den Militärfriedhof, der an der Stelle des heutigen Südbahnhofs gelegen war, hinaus. Die Häuserreihen zogen sich schon an der zum Stadt­meierhof führenden Straße hin, ebenfalls auf zu Hausgrundstücken parzellierten Äckern. Auf diesem Gebiet bildeten sich schon die Grundlagen zu einem späteren Villenviertel heraus: denn zu diesen Häusern gehörten stets große Gärten, und ihre Besitzer gehörten den höheren Schichte der Stadt an. 1784 verlegte Joseph II. die zentralen Landesstelle nach Buda, womit zugleich eine rege Bautätigkeit eingeleitete wurde. Das berührte auch die Christinenstadt. Am Ostrand der Vorstadt, auf einem Abhang des Burghügels direkt unterhalb der Mauern, teilte man den bisherigen Burgbefestigungs­gürtel in Hausgrundstücke auf, die Leuten aus den wohlhabenden Kreisen der Budaer Bevölkerung unentgeltlich zu eigen gegeben wurden. So wurde manch ein Aristokrat zu einem Grundstückeigentümer in der Christinenstadt. Der südliche Teil der Generalswiese, ein 8868 Quadratklafter großes Grundstück gelangte in den Besitz des Landesrichters Graf Christoph Niczky, der hier ein kleinen Sommerpalast errichten ließ, mit einem großen Garten, der nach seinem späteren Eigentümer Horváth-Garten genannt wurde. Unterhalb der Burg wurde die Hauptstraße der Christinenstadt, die heutige Attila-Straße ausgebaut. Unter den neuen Häusern war das bekannteste das große einstöckige Mietshaus des Grafen Anton Brunswick, in dem die Gräfin Theresia Brunswick im Jahre 1828 den ersten ungarischen Kindergarten ins Leben rief. Unter den Bewohnern der neuen Straße waren in großer Zahl untere Beamte der Burgbehörden vertreten. In dieser Zeit setzte jener Prozess ein, der dazu führte, daß die Christinenstadt gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus einer Vorstadt von Hauern zu einem Beamten-Stadtteil wurde. Joseph IL verlegte die 1777 in Buda untergebrachte Universität im Jahre 1784 nach Pest. Das bedeutete, daß auch der botanische Garten der Universität, der 1778 anstelle des ehemaligen Gartens der englischen Fräulein angelegt war, eine neue Einrichtung in Pest fand. Der König wollte an der alten Stelle einen öffentlichen Garten anlegen lassen. Der Magistrat aber kämpfte für die Auf­teilung der Fläche des botanischen Gartens in Hausgrundstücke und ließ dafür die Stadtmeierhof 1785 in einen öffentlichen Garten umbauen. Das größte Privathaus der Christinenstadt wurde Ende der achtziger Jahre gebaut: ein mehrstöckiger Palast mit 30 Zimmern des späteren Stadtrichters Ignác Kalmárffy. In denselben Jahren wurden auch zwei Manufakturen in dieser Vorstadt errichtet: die Majolikafabrik des Dominicus Kuny und eine Wagenfabrik des Philipp Müller. Im Jahre 1786 erhielt die Christinenstadt einen mit Tabán gemeinsamen Friedhof, im Jahre 1787 eine Trivialschule. 1795—1797 baute man an der Stelle der Kapelle die auch heute noch bestehenden Pfarrkirche. In den ersten Jahrzenten erreichte die Christinenstadt jene Ausdehnung, die im wesentlichen bis zum Ende der feudalen Periode beibehielt. In den Jahren 1820 bis 1830 wurde die Zahl der Vorstadthäuser nur durch einigen Acker­parzellierungen erhöht. Auch das Straßennetz wurde Anfang des Jahrhunderts fertiggestellt. Die Siedlung behielt wegen des einschneidenden Militärgebietes und wegen der Geländeverhältnisse weiterhin die Form unzusammenhängen­den Flecken. Die Stadt dehnte sich in die Länge aus, im Tal der Ördögárok (= Teufelsgraben) den Hügeln entlang. Im Laufe des 19. Jahrhunderts nahm in der Bevölkerung stetig der Anteil derjenigen, die sich mit Landwirtschaft beschäftigten, ab und wuchs die Zahl der Handwerker, Diener, Beamten und Angehörigen der Intelligenz. Die beiden letzteren Gruppen erweiterten das 218

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