Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)
8. Das religiöse Leben Aquincums im Spiegel der jüngeren Forschungen - 8.3. Ägyptische und orientalische Götter und Kulte (Judit Topái)
eftafel sekundär in der Gebäudemauer verwendet (KUZSINSZKY 1906, 44, 7), 63 ursprünglich muss sie jedoch im Mithräum gestanden haben, ebenso wie das im nördlichen Teil der Canabae (Miklós u. 24=Majláth u. 51) geborgene Fragment, das zum nördlichen Mithras-Heiligtum des Lagers gehört haben mag (SZILÁGYI 1943, 344, Abb. 13). 64 Im Heiligtum des Legionslagers, das im 2. Jahrhundert im Haus des tribunus laticlavius namens L. Cassius Pius Marcellinus errichtet und später mehrfach umgebaut wurde, blieben sogar die Szenen der die Mithras—Vita darstellenden Wandmalereien erhalten (Aquincum 1986, 217, Kat. Nr. 782, Abb. 81-82, Taf. 39; KOCSIS 1991, MADARAS S Y 1991 /1, 123; MADARASSY 1991/2). 65 Hier kamen fünf Altäre zum Vorschein (Aquincum 1986, 218, Kat. Nr. 783; 66 Aquincum 1986, 219, Kat. Nr. 788; 67 Aquincum 1986, 219, Kat. Nr. 787; 68 Aquincum 1986, 218, Kat. Nr. 786; 69 Aquincum 1986, 218, Kat. Nr. 785; 70 KOCSIS 1989). (Abb. 7.) Der von hier stammende Asklepios Soter-Altar mit Palimpsest-Inschrift war mit Stuck überdeckt, auf dem man eine zweite Inschrift angebracht hatte (I. TÓTH 1987, 128; KOCSIS 1991, 119, Abb. 14/3-4). 71 Neben den Wandmalereien des obigen Heiligtums kennen wir aus den Trümmern eines im Ostteil der Canabae freigelegten Gebäudes (Korvin O. u. - Pacsirtamező u. 63) noch das Fragment eines vielleicht Mithras bei der Jagd darstellende Wandgemäldes, das mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Heiligtum gehört hat. 72 Leider nicht an ein Heiligtum anzuschließen ist das im Gebiet des südöstlich vom Legionslager 63 Lapid. Aq. alte Nr. 91. 64 Lapid. Aq. Inv. Nr. 64.11.78. 65 Aq. Mus. Inv. Nr. M 113. 66 Lapid. Aq Inv. Nr. 81.7.13. 67 Lapid. Aq. Inv. Nr. 81.7.14. 68 Lapid. Aq. Inv. Nr. 81.7.15. 69 Lapid. Aq. Inv. Nr. 81.7.16. 70 Lapid. Aq. Inv. Nr. 81.7.17. 71 Lapid. Aq. Inv. Nr. 86.10.8. 72 I. TÓTH 1988, Nr. 62, mit detaillierter Literatur und überzeugenden Analogien. Ursprüngliche Publikation: PÓCZY 1955. freigelegten Alenkastells in Sekundärposition vorgefundene Fragment eines das rituelle Mahl von Mithras und Sol darstellenden Kultbildes, welches auf Grund der Ausarbeitung und Maße Teil eines anspruchsvollen Heiligtums gewesen sein mag (NEMETH 1991/2). 73 (Abb. 8.) Die im Gebiet der Militärstadt sowie in der Umgebung des Grundstückes Szentendrei út 150 sporadisch zum Vorschein gekommenen Altarsteine (CIL III 3473, 3476-78, 3480-82; CIL III 14343,2; Vermaseren 1773, 1775) lassen sich mitunter nicht einmal in topographischer Hinsicht identifizieren. Der von C. lui. Castinus gestiftete Altar (CIL III 3480=Vermaseren 1774) könnte eventuell zum Heiligtum des im Lager stehenden Hauses des Tribunen gehört haben, und der Stein CIL III 3479 zu einem noch nicht erschlossenen Mithräum (NÉMETH 1993/ 2, Anm. 11). Ebenfalls ungeklärt ist die Zugehörigkeit der unlängst in der Bogdáni út bzw. Meggyfa utca gefundenen Altarsteine (I. TÓTH 1988, Nr. 57 und 59). 74 73 Lapid. Aq. Inv. Nr. 86.11.25. 74 Lapid. Aq. Inv. Nr. 64.10.96 und 64.10.166. Abb. 7. Altar des L. C. P. Marcellinus aus dem Mithräum des Legionslagers