Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

8. Das religiöse Leben Aquincums im Spiegel der jüngeren Forschungen - 8.3. Ägyptische und orientalische Götter und Kulte (Judit Topái)

man im Großen und Ganzen zur gleichen Zeit, unter Septimius Severus oder Caracalla, gleich zwei Heiligtümer: eines - dessen Größe wir nicht kennen - am Nordtor der Zivilstadt, ein anderes beinahe im Zentrum der Stadt. Im nördlichen Heiligtum (Nr. 2) kamen ein schön behauener Altar: D(eo) i(nvicto) M(ithrae) von Cael(ius) Anicetus (KUZSINSZKY 1934, 164, Abb. 129; KUZSINSZKY 1937, 115-120, 38, Abb. 42), 49 sowie drei von liberti gestiftete Altäre zum Vor­schein (CIL III 14344=Vermaseren 1759, CIL III 14345=Vermaseren 1760, CIL III 14346=Ver­maseren 1761). Besondere Erwähnung verdient Abb. 5. Mithras Denkmäler (M) in Aquincum und Umgebung wegen seiner genauen Datierbarkeit (22. Apr. 198 n. Chr.) der dem Decurio der Colonia Aquincum, C. lui. Victorinus, von seinem libertus, C. lui. Primus, für das Wohlergehen seines Herrn zu Ehren des unbesiegbaren Sonnengottes gestiftete Altar (CIL III 14347). 50 Derselbe libertus widmete dem Sol (/) deo noch einen weiteren Altarstein (KUZSINSZKY 1934, 76; KUZSINSZKY 1937, 132-133, 52, Abb. 5 7), 51 der allerdings am Nordende der Schiffswerft-Insel aus der Donau geborgen wurde. Doch möglicherweise hat auch er ursprünglich im Heiligtum Nr. 2 gestanden, wo auch die kunstvoll gearbeitete Dadophorenfigur mit Schüd (KUZSINSZKY 1934, 93, Abb. 41.) aufgestellt war. 52 In seinem Haus in der Nähe des Doppelbades, immitten der Zivilstadt, ließ der hohe Beamte M. Ant. Victorinus ein Mithräum mit einer Grundflä­che von 15,03x7,06 m errichten, 53 wo bis zum heutigen Tag vier Cautes, Cautopates und Fons Perennis geweihte Altäre (CIL III 10461= Ver­maseren 1753, CIL III 10462=Vermaseren 1753, CIL III 10463= Vermaseren 1751, CIL III 10464=Vermaseren 1754) stehen. 54 Derselbe Duumvir hatte um 213 auch in seiner ländlichen Villa in Budaörs (SOPRONI 1994, 312-314) eine Mithrasgemeinde gegründet und dort vermutlich ein Heiligtum bauen lassen, von dem zwei Altar­steine mit Inschrift und ein großes, die Stiertö­tung (Taurochtonia) darstellendes Relief künden (CIL III 3383, 3384=Vermaseren 1792, 1793 und 1791; T. NAGY 1950, 45-120, Abb. 12). Außer den erwähnten Altären fand man im Vic­torinus-Mithräum noch eine Skulptur des Mithras Petrogenitus 55 sowie einen Skulpturentorso des 49 Lapid. Aq. alte Nr. 459, Vermaseren 1766. ,n Lapid. Aq. Inv. Nr. 64.10.13 = Vermaseren 1765. 51 Lapid. Aq. alte Nr. 305 = Vermaseren 1747. 52 Lapid. Aq. alte Nr.391 = Inv. Nr. 64.11.45. 53 B. Kuzsinszky, A legújabb aquincumi ásatások [Die neu­esten Grabungen in Aquincum] 1887-1888. BudRég 1 (1889) 41-170, 59, Vermaseren 1750. Die letzte Ausgra­bungen von O. Madarassy 1987-1990, Plan 7, Nr. 14., NÉMETH 1991/1, 93-94. 54 Wegen des sich verschlechternden Zustandes der Altäre seit 2000 nur noch als Kopie. 55 Lapid. Aq. Inv. Nr. 64.11.17 = Vermaseren 1756.

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