Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

8. Das religiöse Leben Aquincums im Spiegel der jüngeren Forschungen - 8.3. Ägyptische und orientalische Götter und Kulte (Judit Topái)

Licht. Leider reicht dies allein noch nicht als Beweis für die Existenz eines Isis-Heiligtums, ja es ist nicht einmal sicher, daß die Tafel in der Römerzeit hierher gelangte. Der in Piliscsév gefundene, wahrscheinlich aber aus Aquincum stammende Jupiter-Neptunus-Serapis-Altar (CIL III 3637) kann gerade wegen der synkretisti­schen Verbindung der drei Gottheiten nicht allein als Denkmal des Serapis-Kults angesehen werden (BRELICH 1938, 131). Eine Sphynx wird in einer Weihinschrift aus Aquincum (CIL III 6460) genannt (MÓCSY 1962/1, 735). In unserer Sammlung gibt es auch einige echte Kultgegenstände, die nicht immer aus Gräbern, ja mitunter nicht einmal vom Territorium Aquincums stammen. Die bleivergoldete Isis-Statuette 12 kam auf der Pester Seite in barbarico, aber in der römischen Kulturschicht zu Tage. Das Loch im Boden beweist, daß sie, an einem Stab befestigt als echtes Beiwerk eines lebendigen und praktizier­ten Kultes diente (L. NAGY 1935/2, 27, Abb. 22; WESSETZKY 1989, 39, Abb. 7). 13 Dieselbe Rolle hat die im Keller des abgebrannten Feuerwehrsit­zes zusammen mit der Orgel gefundene Kerberos­statuette aus Bronze erfüllt, die ursprünglich zu einer thronenden Serapisfigur gehört haben mag (L. NAGY 1932-33, 161-163, Abb. 89). Auch die 1931 in der Zivilstadt von Aquincum gefun­dene, in die Mitte des 2. Jahrhunderts zu datie­rende Firmenlampe (L. NAGY 1935/2, 26, Abb. 18), 14 die ein Ammonkopf und der Meisterstempel CRESCES zieren, sowie eine 1936 in der Grube Nr. 77 der keltischen Siedlung in Tabán gebor­gene Tonlampe mit Ammonkopf (L. NAGY 1943, 453, Abb. 10) 15 wurden höchstwahrscheinlich bei Kultritualen verwendet. származó egyiptom kőemlékhez. Siedlungsgeschichtliche Angaben zu den ägyptischen Steindenkmälern aus der Perc Gasse im 3. Bezirk. BudRég 27 (1991) 139-142. 12 Aq. Mus. Inv. Nr. 30221 = 1929/22. 13 Nach mündlicher Mitteilung von O. Pleidell kam eine weitere Isis-Statuette in der Hercules-Villa (Budapest III., Meggyfa u.) ans Licht. Laut Gy. Parragi ist das Objekt eine kleine (etwa 6x6 cm) Votivtafel aus Blei. Nicht inventari­siert in unserer Sammlung. 14 Derzeit nicht auffindbar. 15 HMB Keltische Sammlung, Inv. Nr. 36.59.12. Die im Westgräberfeld der Militärstadt gefun­dene, jedoch in Ägypten gefertigte Thoerisstatu­ette aus Email (Beschützerin der Gebärenden) gehört vielleicht zu einem Grab (DOBROVITS 1943, 55, Abb. 3/1). 16 Eine mit dem BÜde des Gottes Ptah verzierte Gemmenimitation (das Bild des Gottes Ptah befindet sich auf der Rücksei­te) aus grünem Glas (DOBROVITS 1943, 56, Abb. 3/2) in unserer Sammlung ist gegenwärtig leider nicht zu identifizieren. Eine Osirisstatuette aus Bronze (DOBROVITS 1943, 57, Abb. 5) und ein stark abgenütztes, fragmentiertes usebti (DOBROVITS 1943, 57 f., Abb. 6) sind bis heute (?) in einer Privatsammlung. Ein anderes usebti (für Psametich/Achmos DOBROVITS 1943, 58., Abb. 7.) 17 wurde im Budapester Kunsthistorischen Museum aufbewahrt, ist aber zur Zeit leider nicht auffindbar. Bei dem im Westgräberfeld der Militärstadt gefundenen usebti-Fragment 18 handelt es sich (laut A. Dobrovits) um eine moderne Nachahmung (DOBROVITS 1943, 60, Anm. 109). Doch das im Westareal der Zivilstadt von Aquin­cum ans Tageslicht gelangte Horus—Harpokrates­Köpfchen aus türkisblauer Fayence ist zweifellos ein Original. 19 (Abb. 3.) Die Anwendung ägyptische Motive, wie sie im Formrepertoire des in der Zivilstadt tätigen Töp­fermeisters PACATVS vorkommen, könnte dekora­tiven Zwecken gedient haben, zugleich aber auch eine die wahren Bedürfnisse einer Gruppe von Isis-Gläubigen befriedigende Geste gewesen sein (DOBROVITS 1943, 54 ff.). 20 Gewiss nicht nur als Dekoration wurden die Kapitelle in Form eines Ammonkopfes angefertigt, 16 Aq. Mus. Inv. Nr. 56.185.98; Fundort: Westgräberfeld der Militärstadt (Bécsi út) zusammen mit verschiedenen Anhän­gern aus Bernstein. 17 Fundort: Budapest, Hajógyári sziget = Schiffswerft-Insel. 18 Aq. Mus. Inv. Nr. 56.185.42. 19 Aus der Ausgrabung (1955) von M. Kaba: M. Kaba, Kelta­eraviszkusz telepek Aquincumban [Keltisch-eraviskische Siedlungen in Aquincum]. Doktorarbeit, S. 37: Grube B, Nr. 202/2006, Taf. XXII. Manuskript. Für die Überlassung der Angaben bin ich sehr dankbar. 20 Ibisdarstellungen (Aq. Mus. Inv. Nr. 33531, 49926, 51912), Seth-Typhon-Kopf (3493), Isiskopf und Sethkopf (50260, 50560, 51887), Isis- und Vulcanusdarstellung (51691).

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