Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

7. Kunstdenkmäler aus den jüngeren Forschungen - 7.4. Amphitheater und Theater (Klára Póczy)

betriebenen Ziegelbrennöfen stammten. Gleich­zeitig wurden im Amphitheater zebrochene, mit Mörtel behaftete ältere Ziegelsteine schon zum zweiten, ja sogar zum dritten mal wiederverwendet (T. NAGY 1943/1, 370-371). Abschließend noch eine Bemerkung, die eigent­lich nicht zur römisch-kaiserzeitlichen Geschichte des Gebäudes gehört. 12 Im Zeitalter der Renais­sance, an der Wende des 15. zum 16. Jahrhun­dert, wurde dieses monumentale Bauwerk von dem humanistischen Wissenschaftler Bonfini ausführlich beschrieben. 13 Die ungarische Geschichtsforschung konnte es anhand der Aufzeichnungen in den Chroniken mit der Kurszán genannten Burg der landnehmenden Ungarn identifizieren (GYÖRFFY 1955). Später hat eine Mittelalterarchäologin die Bestimmung dieses noch immer ansehnlichen Rui­nenkomplexes auf den zwischen 1600 und 1700 entstandenen Stadtansichten von Óbuda korrigiert. Sie erkannte die Stelle des Bauwerkes im Hinter­grund der ebenfalls hoch aufragend abgebildeten Mauern des kürzlich freigelegten neuen kaiserzeit­lichen Kastells (BERTALANNÉ 1973, 109-110, Abb. 16). Klára Póczy 12 Vgl. den Abschnitt „Zur Frage der Kontinuität in Aquin­cum" (4.3.). 13 Bonfini: „Óbuda fölött, a Dunának ugyanazon oldalán egy igen régi város romjai láthatók, s köztük egy nagy körfalat lehet észrevenni..." [Oberhalb von Altofen, auf der gleichen Seite der Donau, sind die Ruinen einer sehr alten Stadt zu sehen, und dazwischen kann man eine große Rund­mauer erkennen...]. Rerum Hungaricum Decades. Übers. M. Császár.

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