Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)
7. Kunstdenkmäler aus den jüngeren Forschungen - 7.2. Die Innendekorationen der Gebäude (Orsolya Madarassy, Paula Zsidi)
Ein jüngst südwestlich der Zivilstadt von Aquincum freigelegter, vermutlich zu einem Gutshof (sog. Szőlőkert utca) gehörender Gebäudeteil enthielt ebenfalls zahlreiche Fragmente von mehrschichtiger Wandbemalung, (Abb. 15, 16.) die sich teils in der Verfüllung ausgerissener Mauerabschnitte früherer Perioden und teils in der zur späteren Periode gehörenden zusammenhängenden Schuttschicht befanden (ZSIDI 2000/2, 137). 9 Hierzu gehört, obwohl sie im Stil etwas von den Vorigen abweicht, in Bezug auf ihre Technik und Beschaffenheit auch die auf den Verputz aufgetragene Wandbemalung, die eine frühchristliche Grabkammer im Westgräberfeld der Militärstadt schmückte (Christentum 2000, 38-39, 62, 72; TOPÁL 2002/2, 69). 10 Auch die Beigaben aus einem Grab in der Nähe des Fundortes der bemalten Grabkammer dienten mit wichtigen Informationen über die Wandmalereien in Aquincum. In dem Grab kamen vier kleine, graue Töpfe gleicher Form mit eingetrockneten Farbresten ans Licht, 11 deren Materialuntersuchung es ermöglichte, die Zusammensetzung der Farben zu bestimmen. 12 Die zuvor erwähnte Materialanalyse ausgenommen, unterzog nur Márta Járó die Wandmalereien von Aquincum einer naturwissenschaftlichen Untersuchung, deren Ergebnisse sie Mitte der achtziger Jahre publizierte (JÁRÓ 1985). In diesem Zusammenhang wurden auch einige Glättputzproben aus Aquincum mit den Ergebnissen von Gorsium und Baláca verglichen, wobei es gelang, an einer Wandbemalung aus Aquincum einen bislang in Pannonién einzigartigen, roten, Hämatit enthaltenden, farbtragenden Verputz zu identifizieren. 9 Das Wandgemälde wird von Anita Kirchhof im Rahmen ihrer PhD Dissertation (ELTE, Archäologisches Institut) aufgearbeitet. 10 S. noch den Abschnitt „Das Christentum" (8.4.). 11 Ein kurzer Bericht darüber von Judit Topái findet sich in dem in Vorbereitung befindlichen Band über die 2001 in Budapest veranstaltete AIPMA Tagung. 12 Die Untersuchung führte Alix Barbet durch, s. den in Vorbereitung befindlichen Band über die 2001 in Budapest veranstaltete AIPMA Tagung. Mosaiken Ähnlich wie im Falle der Wandmalereien besteht die Mosaiken aus Aquincum teils aus zusammengestellten und teils aus provisorisch verwahrten größeren Einheiten. Die 16 schon früher gefundenen zusammenhängenden, verzierten Mosaikfußböden wurden in der zurückliegenden Forschungsperiode bereits publiziert (L. NAGY 1942/1, 598-600; KABA 1958, WELLNER 1962, WELLNER 1971/2, Á. KISS, 1973). Die frühesten bekannten Mosaikfußböden sind die vom Anfang des 2. Jahrhunderts stammenden Mosaiken aus dem Statthalterpalast. Doch die überwiegende Mehrzahl der Mosaiken kündet vom severischen Zeitalter, und bei den meisten handelt es sich um Arbeiten ortsansässiger Meister (SZIRMAI 1998/2, 158). Nur aus den Berichten früherer Grabungen wissen wir von einem bunten Mosaikfußboden, der im Gebiet des Legionslagers, im sudatorium der großen Therme, gefunden wurde (L. NAGY 1942/ 0 1 m Abb. 17. Rekonstruierter Mosaikfussboden aus dem Tablinum eines Gebäudes der Militärstadt