Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

7. Kunstdenkmäler aus den jüngeren Forschungen - 7.2. Die Innendekorationen der Gebäude (Orsolya Madarassy, Paula Zsidi)

20 cm erfolgt ist (MADARASSY 1999-2000, 184-186). Die meisten Wandmalereien der neuen Ausgrabungen wur­den erst teilweise konser­viert und zusammengestellt. Daher sind von hier nur wenig zusammenhängen­de Kompositionsdetails bekannt, wie zum Bei­spiel die Rekonstruktion eines Deckengemäldes aus einem ins 3. Jahrhundert datierten Gebäude (MADA­RASSY 2002, 34, Abb. 5). 4 (Abb. 9.) Heute sind von dem erschlossenen Gebiet der Zivilstadt etwa dreißig Gebäude bekannt, in denen man Wandmalerei-Frag­mente fand (ZSIDI 2000/ 2). Allerdings können bis jetzt nur vier rekonstruier­te Wandflächen vorgezeigt werden, davon wurden zwei im untersuchten Forschungszeitraum fertig­gestellt. Den Großteil der aus dem davorliegen­den Zeitraum stammenden Bruchstücke bewahrt das Museum inventarisiert mit dem Material der einzelnen Straten auf. Möglichkeiten zur Zusam­menstellung größerer Wandflächen boten sich erst Ende der sechziger bzw. Anfang der siebziger Jahre mit der Anwendung modernerer Methoden der Freilegung, Konservierung und Dokumentati­on. Damals konnte eine der bemalten Wände des im zweiten Viertel des 2. Jahrhunderts erbauten sog. zweiten Gebäudes mit Peristyl rekonstruiert werden, das im südöstlichen Raum der Zivilstadt zum Vorschein kam (NÉMETH 1973). (Abb. 10.) Die Wandfläche wird durch Blumenkandelaber in rote Felder unterteilt, in deren Mitte in Emble­men figurale (mythologische) Darstellungen zu sehen sind. 5 (Abb. 11.) Eine Wandbemalung des 4 Rekonstruktion von Anita Kirchhof. Abb. 9. Rekonstruktionszeichnung einer bemalten Decke aus den Militärstadt (nach A. Kirchhof) 3. Jahrhunderts stammt aus einem der römischen — unter einem Haus der Wohnsiedlung Gaswerke vorgefundenen — Gebäude im östlichen Teil der Zivilstadt. Sie wurde 1976 teilweise rekonstruiert und 2001 dann durch Ergänzung eines weiteren, kleineren Teils fertiggestellt. 6 Die hochgradige Übereinstimmung im Stil seiner figuralen Elemen­te (Abb. 12.) mit jenem der Wandmalereien von Gorsium und Brigetio könnte auf ein und densel­ben Meister hindeuten. 7 5 Bei der Anfertigung einer Kopie des Wandgemäldes für die ständige Ausstellung des Ungarischen Nationalmuseums unterbreitete Zsófia Kurovszky und Nikolett Szederkényi in Zusammenarbeit mit Margit Németh und Orsolya Madarassy eine neue Konstruktionslösung: Kurovszky Zs. - Szederké­nyi N., Aquincumi falfestmény rekonstrukciója. In: Kelet és Nyugat határán. A Magyar Nemzeti Múzeum új régészeti kiállításának vezetője. Budapest, i. D. 6 Einen kurzen Bericht darüber von Margit Németh enthält der in Vorbereitung befindliche Band über die 2001 in Budapest stattgefundene AIPMA Tagung.

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