Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

7. Kunstdenkmäler aus den jüngeren Forschungen - 7.1. Die Steinbearbeitung in Aquincum (Krisztina Szirmai)

Grabaltäre, Votivaltäre Wegen der Häufigkeit der Grabsteine fanden die Grabaltäre in Aquincum keine allgemeine Ver­breitung. Die Altäre lassen sich vier Haupttypen zuordnen: Altäre mit einfachem Gesims, mit glat­tem Abakus, mit Polstergurt und mit glatten oder palmettenverzierten Eckakroterien. Die frühesten Stücke, die wir von den drei letzteren Typen kennen, stam­men aus den zwan­ziger Jahren des 2. Jahrhunderts. Vom Ende des 2. Jahr­hunderts an tauchen im Material von Aquincum verschie­dene Varianten der Altäre mit Akro­terien auf. Unter der Herrschaft des Gallienus erscheinen erneut die Altäre mit Polstergurt (unter anderem die Altäre des T. Clementius Silvius, P. Aelius Aelianus und M. Antonius Valentini­anus). An den Sei­tenflächen befindet sich im allgemeinen keine Dekoration. Man kann aber auch Opfergefäße, Opfergestalten oder Götterfiguren sehen und auf den Seitenplatten eines Altares aus dem Jahr 164 sogar an klassi­sche Vorbilder erinnernde Gestalten: die auf ihren Schild schreibende Minerva, den unbekleideten Mars und den Genius mit „Corona muralis". Hier stehen diese Figuren in engem Zusammenhang mit der Inschrift. Seinen Darstellungen zufolge wurde dieser Altar wohl in der Filiale in Aquin­cum der Werkstatt von Virunum hergestellt. Einer Abb. 4. Muscheln halten­de Frauenfigur auf einem Altarstein ohne Inschrift aus Csillaghegy der spätesten Altäre aus Aquincum stammt aus den ersten Jahrzehnten des 4. Jahrhunderts. Nach den Markomannenkriegen wurden in Aquin­cum auch die altarartigen Postamente gefertigt, die, nachdem man eine Säule mit Kapitell zwischengeschoben hatte, Götter- oder Kaiserskulpturen trugen. Am besten repräsentiert diese Gruppe das 6,5 m hohe Denkmal des Jupiter Opti­mus Maximus aus der Szépvölgyi út (T. NAGY 1971/3, 139-142). Auch die Zahl der Altäre ist in der vorangegangenen Periode beträcht­lich gestiegen. Zu erwähnen sind darunter die bei den Quelleneinfassungen gefundenen, in epigraphischer und künstlerischer Hinsicht gleichermaßen bedeutenden Altarstei­ne (POCZY 1972/3), ebenso wie die aus dem Heiligtum am Csillaghegy stammenden muschel­verzierten, tierköpfigen Altäre (PETO 1976/1). (Abb. 4.) Ein Altar mit kanneliertem Abakus kam in der südlichen Nachbarschaft der Zivilstadt ans Licht (SZIRMAI 1984/2, 255-259), (Abb. 5.) und sogar unter den Steinen der südlichen Festungs­mauer fand Györgyi Parragi einen Altar, dessen Oberteil ein Taubenmotiv schmückt (Christentum 2000, 52). Die im Mithreum des Legionslagers aus dem 2-3. Jahrhundert freigelegten Altarsteine verdienen wegen ihrer Inschrift und Dekoration besonderes Interesse (KOCSIS 1991, 117-121). Votivtafeln Die Votivtafeln vertreten im Steinmaterial aus Aquincum je nach Form und Abmessung mehr­Abb. 5. Altarstein für luppiter Optimus Maximus von Uccinus curator mili­tum gestiftet, aus der Zivilstadt

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