Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

7. Kunstdenkmäler aus den jüngeren Forschungen - 7.1. Die Steinbearbeitung in Aquincum (Krisztina Szirmai)

7.1. DIE STEINBEARBEITUNG IN AQUINCUM Forschungsgeschichte Während der Herrschaft des ungarischen Königs Matthias begann man damit, die römischen Steine zu sammeln. Das Katalogisieren der Sammlung war dem Veroneser Feiice Feliciano anvertraut, dessen Werk mehrere Budaer Inschriften enthält. Das CIL (Corpus Inscriptionum Latinarum) ver­wendete unter anderem auch diese Angaben für die gesammelte Herausgabe der im Römischen Reich ans Tageslicht gelangten Inschriften. In den einschlägigen zeitgenössischen Katalogen des 16. Jahrhundert sind auch die aus Aquincum stammenden Steindenkmäler zu finden. Im 18. Jahrhundert werden die von Kardinal Migazzi im Bischofspalast zu Vác gesammelten römischen Denkmäler publiziert, darunter zahlreiche Stücke aus Aquincum. Die erste Ausgrabung in Óbuda fand unter Leitung von István Schönvisner statt, der in seiner 1778 in lateinischer Sprache erschie­nenen Publikation auch auf die Steindenkmäler eingeht. Als 1847 das Ungarische Nationalmuseum seine Pforten Öffnete, übernahm es neben der oben erwähnten bedeutenden Sammlung von Vác auch die Steindenkmäler in Aquincum. 1873 schlös­sen die Redakteure Flóris Rómer und Ernest Desjardins ihre Publikation über die römischen Steindenkmäler im Ungarischen Nationalmuseum ab, ein Werk gewaltigen Umfangs, das mehr als einhundert Steindenkmäler von dem Fundort Aquincum enthält. Seit seiner Gründung im Jahre 1894 sammelt das Aquincum Museum die im Gebiet der Haupt­stadt ans Tageslicht gelangten Steindenkmäler. Heute befinden sich im Lapidarium von Aquincum zusammen mit den vielen kleineren Fragmenten mehr als 1000 mittelgroße und größere Inschrift ­und plastische Denkmäler. 1 In dem 1889 - vor 110 Jahren - erschienenen I. Band von Budapest Régiségei (Budapester Altertümer) wurde begon­nen, die Steindenkmäler in Aquincum in der Rei­henfolge ihres Auffindens zu publizieren. Vierzig bis fünfzig Jahre später erschien die erste kurze Zusammenfassung über die Plastik aus Aquincum von Lajos Nagy, der in seiner Arbeit bereits die Fragen der die Steindenkmäler in Aquincum her­stellenden, fremden und lokalen Steinmetzwerk­stätten behandelte (L. NAGY 1942/1, 600-613). Die längere Studie von Tibor Nagy enthält eine Synthese der Steinbearbeitung in Aquincum und Plastik (T. NAGY 1971/3). 1971 erschien, ver­fasst von Margit Németh, der Führer durch einen bedeutenden Teil des Lapidariums des Aquincum­Museum (NÉMETH 1971), und 1974 das pos­tume Büchlein über die pannonischen Steindenk­mäler von Gizella Erdélyi (ERDÉLYI 1974), das auch die Analysen mehrerer Steindenkmäler aus Aquincum beinhaltet. Seit 1995 erwähnen die Ausgräber - je nach Gelegenheit - auch die Steindenkmäler in ihren Vorberichten über die Grabungen in Aquincum. 2 1999 stellte Margit Németh die überarbeitete Fassung des 1971 herausgege­benen Führers durch das Lapidarium fertig 1 Jüngste Zusammenfassung zu dem Thema: M. Németh, Lapidarium Aquincense. Magyar Múzeumok 1998/3, 28­29 bzw. K. Póczy, Az aquincumi kőemlékek gyűjtéséről. - Die Anfänge des Sammeins römischer Steindenkmä­ler im Stadtbereich von Budapest. BudRég 34 (2001) 7-13. 2 In den (Aquicumi füzetek) u.a.: BERTIN 1999, 31-32; FACSÁDY 1995, 33; FACSÁDY 1999/2, 96-97; FACSÁDY 2000, 59-61; FACSÁDY 2001/1, 50-51, HABLE 2001, 29; HABLE 2000, 28-29; MADARASSY 2002, 31; TOPÁL 1996/2, 48; ZSIDI 1999/3, 104; ZSIDI 2002/3, 46. Zu den schönsten Funden der letzten Jahre gehört u.a. der Kopf einer Plastik vom Territorium des Municipium Aquin­cum: LASSÁNYI 2002, 64, sowie ein Jupiter Torso: LANG 2003/2.

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