Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

6. Die Wirtschaft Aquincums im Spiegel der neuen Funde - 6.1. Lokales Gewerbe und Handel (Klára Póczy, Paula Zsidi)

Abb. 5. Importierte Gläser aus dem frührömi­schen Gräberfeld von Víziváros (Wasserstadt) Abb. 6. Lage der Töpferwerkstätten in Aquincum (Ende 1. bis 3. Jh.): 1. Gellérthegy-Tabán 2. Gellért Bad 3. Kende Str. Budaújlak-Lajos Str. 5. Budaújlak-Szép­völgyi Str. 6. Horváth Str. 7. Selmeczi Str. 8. Zápor Str. 9. Kiscelli Str. 10. Bécsi Str. 11. Laktanya Str. 12. Aranyárok 13. Gasfabrik 14. Papföld 15. Macellum 16. Sütz Gasthaus 17. Mocsárosdűlő 18. Budaújlak-Ürö­mi Str. Tüpferöfen j^te Ziegclüfen CZI 1992). Zu Anfang der Römerzeit wurden im Grenzgebiet nicht aus Glas gefertigte Luxusartikel, sondern in erster Linie die zur römischen Kultur gehörenden Glasgefäße (Flakons für Duftstoffe, geschliffene Becher, Glasurnen usw.) eingeführt. Letztere spiegelt eindeutig die Uberlieferung der Bestattungsbräuche wider, die neue Bevölkerung wollte ihre Toten nach eigener, alter Sitte bei­setzen. (Abb. 5.) Zu den typischen Artikeln des ersten Zeitraums der frühen italischen Importe gehörten Bernstein und Edelmetallschmuck, die besonders im westlichen Teil der Provinz Absatz fanden. In Aquincum waren in erster Linie die billigeren Nachahmungen gefragt, die nach jüngs­ten Aussagen im westlichen Teil der Provinz, in den Werkstätten entlang der Bernsteinstraße her­gestellt wurden (BUORA 2001, 16). Neben dem Import arbeiteten auch die lokalen Töpferwerkstätten weiter und neue Keramikmanu­fakturen des Militärs wurden in Betrieb genom­men. Nachdem man die Eraviskersiedlungen ver­legt hatte, entstanden neue Produktionszentren, deren Spuren bei den archäologischen Ausgrabun­gen registriert werden konnten. (Abb. 6.) Eine der im Oppidum auf dem Gellérthegy (Gellértberg) nachgewiesenen bedeutenderen Gruppen war am südlichen Fuße der Anhöhe (heute das vom Gellért-Bad, der Kende utca und der Budafoki út begrenzte Gebiet) angesiedelt (PETO 1976/2, PETO 1979). In der Nähe des Wassers und einer Tongrube gelegenen Siedlungen sind zwei Töpf­erzentren zu identifizieren, die im Großen und Ganzen in einander folgenden Zeiträumen, vom claudischen Zeitalter bis zum Anfang des 2. Jahr­hunderts, tätig waren. In beiden Siedlungen kamen insgesamt neun Töpferöfen zum Vorschein. Kenn­zeichnend für die Produkte der Werkstätten ist, daß sich ihre Verzierungen in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts auf italische und von der Balkanhalbinsel stammende hellenistische Motive zurückführen lassen. Das gut insbesondere für die im späteren Zeitraum tätige Werkstatt in der Kende utca. In den hiesigen Töpferöfen wurden die an die keltischen Gefäßtypen des dakischen Töpfermeisters Resatus anschließenden typischen schwarz oder dunkelgrau glänzenden, Stempel-

Next

/
Thumbnails
Contents