Budapest Régiségei 39. (2005)

Németi Margit: Az aquincumi Thermae Maiores funkcióváltásához a 4. században = Zur Funktion der Thermae Maiores von Aquincum im 4. Jahrhundert 137-150

NÉMETH MARGIT Feuerbrand zerstört; in diesem Zusammenhang sind die Ziegelstempel aus der Zeit des Valentinia­nus als terminus post quem zu werten 32 . Die jüngste Fundmünze stammt allerdings aus der Zeit des Theodosius J. 33 Der Umbau und die Umnutzung der thermae maiores scheint wohl unter Kaiser Constan­tinus I. erfolgt zu sein, wobei es auch später noch zu weitere Bautätigkeit bzw. Renovierungen bis in die Jahre des Valentinianus gekommen ist. Die Zer­störung der Gesamtanlage oder von Teilbereichen dürfte am Ende oder nach dessen Regierungszeit anzunehmen sein. Das in den thermae maiores neu entstandene Gebäude kann mit Sicherheit als spätantiker Palast bezeichnet werden (Abb. 5.a und 5b). Die Abfolge großer Säle, die Korridore - in denen der Dienstbo­tenverkehr ohne Störung der Bewohner verlief und die Beheizung der Räume erfolgte - der separate westliche Badeflügel und der von porticus umgebe­ne Garten mit dem großen Wasserbecken, bildeten ein monumentales Bauwerk. Ein wichtiger Teil des Gebäudes war die ehemalige große palaestra (Abb. 1, Nr. 2), die für umfangreiche Repräsentati­onszwecke (Feierlichkeiten, Versammlungen usw.) bestens geeignet war ebenso wie der Apsidensaal mit dem Mosaikboden für kleinere Empfänge (Abb. 1, Nr. 35). Die thermae maiores als der größ­te Bau des Legionslagers des 2.-3. Jhs. mit ihrer Grundfläche von 120 xl40 m boten sich für diesen Zweck in vorzüglicher Weise an. 34 Die Umnutzung der alten Thermenanlage im spätrömischen Aquincum für Repräsentationszwe­cke steht im 4. Jh. im römischen Reich nicht isoliert da. So wurden z.B. in Trier die Kaiserthermen ebenfalls in einen mit gesondertem Bad versehe­nen Palast umgestaltet. 37 Die Entstehung dieses Palastes ist sicherlich in engem Zusammenhang mit der Errichtung der spätrömischen Festung zu sehen. Die Sarmaten­kriege unter Kaiser Constantinus I. machten den Bau eines neuen Legionslagers erforderlich sowie verschiedene Umbauten bzw. eine topographische Neuordnung notwendig, um so den Bedürfnissen der schon früher umorganisierten Provinzverwal­tung Rechnung zu tragen. 35 Die Statthalterresidenz auf der Hajógyári (Schiffswerft) - Insel wurde schon in dem letzten Drittel des 3. Jahrhunderts aufgegeben, aber das ihr gegenüber am rechten Donauufer gelegene Viertel der canabae dürfte gemäß seiner früheren Verwaltungsfunktion weiter genutzt worden sein, eventuell sogar bis zum Bau der spätrömischen Festung (Abb. 14, 15, 16). Daß das neue Verwal­tungsviertel in dem sicheren Gelände hinter der neuen Festung, und zwar im geschützten, zentra­len Teil des älteren Legionslagers, nämlich in der ehemaligen praetentura, lag, 36 darauf deuten nicht nur die umgebauten Reste der früheren Thermen hin, sondern auch andere, über den abgerissenen Mauern der Kasernen errichtete öffentliche Gebäu­de. Von der Größe und Struktur her muß das Gebäude auf jeden Fall für eine Amtsperson mit höherem Rang als dem eines Legionskom­mandeurs bestimmt gevesen sein, und hatte also wohl höchster Staatsrepräsentation zu dienen. Die umgebauten thermae maiores waren dafür vorzüg­lich geeignet. Nach Ausweis der Ziegelstempel, der Münzen 42 wie auch der Ausbesserungen der Fußböden scheint die Anlage gut ein Jahrhundert lang als Sitz des dux der Provinz Valeria gedient zu haben. 43 Das Gebäude stand nicht für sich alleine, sondern bildete mit den anderen Repräsentations­bauten in der direkten Nachbarschaft ein eigenes Verwaltungsviertel. 44 Mit zu diesen Anlagen könn­te die über einer früheren Mannschaftsbaracke errichtete Apsidenhalle gehören. Überdies sind in der Nähe noch andere Reste gefunden worden, die auf weitere Gebäude ähnlichen Charakters hinwei­sen. 45 In spätrömischer Zeit hat man mehrfach solche Paläste durch Umbau schon vorhandener Bauten, u.a. von Thermenanlagen, geschaffen. So geschah es auch im Falle der aula palatina in Savaria. 39 Dort wurde ein bestehendes Gebäude für den Sitz des praeses umgebaut und mit einem Badeflügel verse­hen. In der jüngeren Bauperiode der sog. Palastru­ine von Carnuntum läßt sich gleichfalls ein derar­tiger repräsentative Palast fassen. 40 Ebenso sind in Regensburg die Thermen des Legionslagers in solch einen luxuriösen Baukörper umgestaltet worden. Die freielegten Reste auf dem dortigen Kornmarkt bilden allerdings nur einen kleinen Teil der gesamten Anlage. 41 144

Next

/
Thumbnails
Contents