Budapest Régiségei 36. (2002) – In memoriam Rózsa Kalicz-Schreiber (1929-2001)

Novotná, Maria: Ein Bronzesatz aus dem mittleren Waagtalgebiet in der Slowakei = Bronzkészlet Szlovákiában a Vág középső folyásának vidékéről 327-339

BUDAPEST RÉGISÉGEI XXXVI. 2002. MARIA NOVOTNÁ EIN BRONZESATZ AUS DEM MITTLEREN WAAGTALGEBIET IN DER SLOWAKEI Die Erinnerungen an Begegnungen mit Rózsika binden sich an ihre unvergessliche Herzlichkeit und Freundschaft. Gleichzeitig beinhalten sie auch ihre langjährige verdienstvolle Arbeit im Städtischen Museum in Budapest (Budapesti Történeti Múzeum). Die Museen als Wärter der Erbschaft und der Werte von Generationen lange vor uns geschaffener, legen an die Fachleute neben der wissenschaftlichen Arbeit auch viele andere Aufgaben und Pflichten, die die Gesellschaft nicht immer voll wahrnimmt und schätzt. Nicht zufällig habe ich für meinen Beitrag für die Gedenkschrift ein Thema gewählt, dass aus alten musealen Fonds herauskommt. Auf konkretem Mate­rial möchte ich zwei Momente demonstrieren. Die Anstrengung hervorzuheben, die oft verwendet sein muss, um Denkmäler zu erwerben. Und gleichzeitig zu betonen, dass auch Material ohne seine wesentliche Angaben über Befunde - was für das antiquarische Studium der Archäologie typisch war und noch lange Zeit bei den Amateuren überdauerte - nicht alles an seinem Aussagewert verloren hat. Der Beitrag präsentiert einen Bronzesatz aus Púchov, der im NHM in Wien deponiert ist. Für die Möglichkeit ihn vor Ort zu studieren und für die Billi­gung ihn zu publizieren bin ich mit herzlichem Dank Herrn Direktor der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Dr. A. Kern verpflichtet. Für eine vorherige Zugänglichkeit der Korrespon­denz, die die Denkmäler aus Púchov betrifft, danke ich Herrn Dr. E E. Barth, dem ehemaligen Direktor der o. G. Abteilung. Für die Hilfsbereitschaft bin ich auch weiteren Mitarbeitern des Museums dankbar. Beson­ders Frau Dr. A. Heinrich auch für die Ergänzung der Angaben zur Sammlung aus Púchov und Frau Dr. W Anti-Weiser. Auch weiteren Mitarbeitern der Abtei­lung bedanke ich mich für ihre Hilfsbereitschaft. Viele Denkmäler aus dem Gebiet des ehemaligen Österreich-Ungarns hat das Museum von Sammlern abgekauft, bzw hat sie als Geschenke erworben. So ist in das NHM in Wien (damals K. K. Naturhis­torische Sammlung) die Sammlung gelangt und die bis heute dort aufbewahrt ist. Anhand der Antragun­gen in alten Inventarbüchern stammt sie aus Púchov. Angeführt wird sie als „gesammelt bei Puchovsky Skála 1888-1890 von Emil Br. V Hönning O'Caroll, angekauft 1892 um fl. 800.-" Eher sie nach Wien gelangt ist, hat sie der Besitzer mehreren einheimi­schen und ausländischen Museen für 12 500 fl. Ange­boten. Die verlangte Summe hat wahrscheinlich meh­rere, aber nicht das wienerische Museum, abgebracht. Dies ergibt sich aus umfangreicher Korrespondenz zwischen J. Szombathy, dem damaligen Verwalter der Prähistorischen Sammlung und dem Besitzer der Sammlung, der sich selber als Hoenning unterzeich­nete. 1 Schon in einem der ersten Briefe (vom 12.2.1890), geschrieben aus Púchov nach Wien, hat er angegeben, dass er sie auf 12 000 Gulden schätzt und er einige Bronzen nach Wien bringen könnte. In eini­gen weiteren Briefen, als Reaktion an Szombathys Vorbehalte zur finanziellen Forderung, die zu hoch war, beruft er sich auch an die Empfehlung von Win­dischgrätz. J. Szombathy hatte weiterhin an der Sammlung Interesse, doch er hat sich weiter bemüht, den Preis zu senken, was ihm schliesslich gelungen ist. 2 Im Brief vom 3.10.1891 ist Hoenning mit der angebotenen Belohnung von 800 Gulden einver­standen und bittet um Quittung. Nach dem Abschluss der umständlichen Handlung ist zur Korrespondenz aus dem 10.3.1892 zugeschrieben, dass die grösste Bedeutung der Sammlung in den Bronzen ist und dass sie auch deshalb einen Wert hat, weil die Denkmäler der Baron eigenhändig gewonnen hat. Und weiter, dass die Sammlung in Kisten übernom­men wurde, so dass kein Anspruch an Vitrinen war. Im Übernahmebuch wird erwähnt, dass zum Verkauf 33 Säcke mit Steinen und 14 Kisten mit Steinen und Altertümern angeboten wurden. Die Liste der ab­gekauften Gegenstände ist nach dem Material geteilt: aus Stein, Knochen, Kupfer, Bronze, Eisen, Grafit und Ton. Als letzte sind Reste von Menschenknochen und fünf Schädel. Die veröffentlichte Informationen, die die Lokalisa­tion und den Inhalt der Dépote betreffen, sowie Angaben, die er den Museum vermittelte, sind wider­spruchsvoll. Beim Verkauf bezeichnete er für Ursprung der ganzen Kollektion Púchov, Lage Skala. In AE veröffentlichtem Bericht über die Ausgrabung auf dem Púchover Schlossberg werden auch Denk­mäler erwähnt, die er aus der Umgebung gewonnen hat. Namentlich aus Oroszlánkő - Mikusócz, heute 1 Korrespondenz im NHM Wien aufbewahrt 2 Im NHM sind 33 Briefe von Hoenning archiviert. 3 x. y, Puchó vidéki Ősieletek (Trencsén megyében). ArchÉrt 9. (1889), p. 287-288. 327

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