Budapest Régiségei 35/2. (2002)

KÖZLEMÉNYEK - Benda Judit: A Szent György tér déli oldalán feltárt középkori kút leletanyaga 535-548

BENDA JUDIT DAS FUNDMATERIAL AUS DEM MITTELALTERLICHEN BRUNNEN AUF DER SÜDLICHEN SEITE DES SZENT GYÖRGY PLATZES Während der archäologischen Freilegung der südlichen Seite des Szent György Platzes, neben dem königlichen Palast in der Budaer Burg ist 1997 ein Brunnen, angefüllt mit Material aus türkischer Zeit sowie aus dem früheren Mittelalter zum Vorschein gekommen. Die Größe des Brunnens mit viereckigem Grundriss betrug 140x220 cm, er war 875 cm tief. Aus der obersten Schicht des 17. Jahrhunderts ist türkische Keramik ans Tageslicht gekommen. Darunter wurde von der Wende des 15.-16. Jahrhunderts stammendes Fundmaterial geborgen: Fragmente von Gefäßen, Pokalen, Deckeln, Kannen und Krügen aus rotem Material und mit Glasur sind zum Vorschein gekom­men. Aus der Schicht des 15. Jahrhunderts wurde Fundmaterial freigelegt, das für die erste und zweite Hälfte des Jahrhunderts charakteristisch ist. Die in der direkt darüberliegenden Schicht erkennbare Zuschütterung aus Gebäudeschutt deutet auf den Abriß, beziehungsweise den Umbau eines in der Nähe liegenden Hauses. Die Mehrheit der Funde bilden die lokalen Keramikwaren, die österreichischen Importgefäße sind hier nur in geringer Zahl vertreten. Selten vorkommende Funde sind eine besonders große Kasserolle, die Zweihenkelkanne und die Zierkeramiken, die Becherfragmente mit Siegelmuster, die Becher aus Lausitz und eine Majolikatasse aus Spanien. Fragmente von italienis­chen und syrischen Albarelli sind auch unter den Funden. Vielerlei Ofenkacheln, Glasgefäße und einige Metallgegenstände aus der Zeit der Könige Sigismund und Matthias bereichern das Fund­material. In der untersten Schicht des Brunnens sind Funde, die ans Ende des 14. Jahrhunderts zu datieren sind, zum Vorschein gekommen. Die lokale Keramik ist ebenfalls in verhältnismäßig großer Zahl vorhan­den, daneben sind auch viele österreichisch-süd­deutsche Importgefäße zu finden. Die heraldischen Darstellungen der hier gefundenen Ofenkacheln, waren alle am Hof des Anjou-Königs (in der Zeit König Ludwigs I.) in Mode. Fragmente vieler schöner, venezianischer Gläser und ein kleiner Teil eines Gürtels mit Bronzebeschläge sind zum Vorschein gekommen. Das Alter der Schicht bestimmt ein Denar des König Ludwigs I. 542

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