Budapest Régiségei 34. (2001)

KURZREFERATE = JELENTÉSEK - Harl, Ortolf: Grabbezirke römischer Familien in Pannonien 255

ORTOLFHARL GRABBEZIRKE RÖMISCHER FAMILIEN IN PANNONIÉN Verfasser versucht, verwandtschaftliche Bande von Verstorbenen herauszuarbeiten. 1 Die Arbeit konzent­riert sich auf Pannonién, da dies die an Grabsteinen bzw. Inschriften reichste Provinz an der mittleren Donau ist, ihr Ziel ist die • Erfassung der Fundorte, um die geographi­sche Verbreitung der Familien festzustellen, und die • Bestimmung der einzelnen Denkmalformen, um herauszuarbeiten, welche Typen von Denkmälern in Familiengrabbezirken gemeinsam vorgekommen sein können. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung konnten innerhalb Pannoniens 16 Familien erfasst werden, die sich auf die Zone von Bernsteinstraße und Limes konzentrieren. Das Spektrum reicht von der Familie eines Azalerprinzeps zu einer savarischen Händler­familie und von einer boischen Großgrundbesitzer­familie zu orientalischen Soldatenfamilien, die sich im reichen Material von Intercisa nachweisen lassen. Interessant ist die Kombination von Grabmaltypen im Laufe der Jahrhunderte: Während im 1. und 2. Jh. nur Stelen gesetzt werden, sind von der severischen Zeit an in den Familiengräbern Stelen, Grabtafeln und Sarkophage in unterschiedlicher Zusammensetzung gemeinsam zu finden. Dabei zeigt sich, daß die bisher - offensichtlich zu unreflektiert - vorgenommene Zuweisung von Stelen zu Brandbestattungen und von Sarkophagen zu Körperbestattungen in dieser strikten Form nicht aufrecht zu halten ist. Da die Forschungen noch nicht abgeschlossen sind, sollte der Vortrag einen Zwischenbericht über den Stand der Forschungen bieten. Verf. bedauert daher sehr, daß das gesammelte Material und seine Diskussion im vorliegenden Tagungsbericht noch nicht veröffentlicht werden können. Vorgesehen ist dafür ein Sonderband der Wiener Archäologischen Studien (WAS), der nicht vor Herbst 2001 in Druck gehen wird. ANMERKUNGEN 1. Grundlagen sind die Datenbank "Römische Steindenkmäler" der Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt rund 4500 Steindenkmäler, vorwiegend von Grabbauten umfasst [Harl, 0.: Das Forschungsprojekt "Die Grabsteine von Norikum und Pannonién"^- Ein Arbeitsbericht. Fundort Wien 2. (1999), 194 ff.] und die Inschriftencorpora. 255

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