Budapest Régiségei 34. (2001)

STUDIEN = TANULMÁNYOK - Gojkovič, Mojca Vomer: Neuentdeckungen der römischen Architektur in Poetovio 245-252

MOJCA VOMER GOJKOVIC NEUENTDECKUNGEN DER ROMISCHEN ARCHITEKTUR IN POETOVIO In römischer Zeit erstreckte sich Poetovio über das Gelände auf beiden Seiten des Drauflusses. Aufgeteilt in vier Stadtviertel, befanden sich Handwerker und Verwaltung auf dem linken, wohlhabendere Bewohner, Tempel und Lager auf dem rechten Drauufer. Dies wurde durch Ausgrabungen der letzten Jahre nochmals bestätigt. Die neuerliche Erschließung Poetovios fand in allen vier Vierteln statt. So wurden bei Ausgrabungen kleineren Umfangs Teile der Architektur im Verwaltungsviertel und ein Großteil der Gebäudereste im Handwerkerviertel in Rabelcja vas und im Villenviertel in Zgornji Breg bzw. Spodnja Hajdina entdeckt. Im folgendem Beitrag werde ich mich nur auf jene Ausgrabungen beschränken, die Wesentliches zum Bild dieser römischen Stadt beigetragen haben, da die bisherigen Freilegungen nur einzelne Teile des Territoriums des römischen Poetovio einbezogen (Abb. 1). Wie andere römische Städte, hatte auch Poetovio eine weitverzweigte Infrastruktur, deren Teile, wie die Wasserleitung auf dem Panoramahügel und Kanalisationsabschnitte in verschiedenen Stadtteilen, in den letzten Jahren entdeckt wurden. A. Im Verwaltungsviertel des römischen Poetovio, am Nordhang des Panoramahügels 1 wurde ein Trassenteil der römischen Wasserleitung ausgegraben, die entlang des linken Drauufers von der Ortschaft Grajena in die Stadt verlief. Die Wasserleitung wurde in der Länge von 7 m geöffnet. Gut sichtbar war die Bodenneigung im Graben, der entlang sich engan­liegende tegulae befanden, deren Verbindungen mit rotem Estrich verschmiert waren. Den Estrich fand man auch an den Seiten wänden bis zur Höhe von 10 cm. Die Breite des Grabens, durch den das Wasser floß, betrug 0,55 m. Die tegulae waren von beiden Seiten mit einer festen, 0,50 bis 0,60 m breiten Mauer aus unbearbeiteten, mit Kalkmörtel verbundenen Kalksteinen eingegrenzt. Diese beiden Randmauern blieben bis zur Höhe von 0,55 m erhalten, doch war es aufgrund der erhaltenen Überreste schwer festzustellen, ob die Wassergrabenkonstruktion gewölbt, oder ob der Graben nur mit größeren Steinplatten bedeckt war. Auf dem ausgegrabenen Wasserleitungsabschnitt konnte man erkennen, daß sich die Leitung dem Nordhang des Panoramahügels anpaßte und sie weiter zur flacher geneigten östlichen Hügelseite, in Richtung der römischen Straße Poetovio - Savaria und des heutigen Ortes Vicava verlief. Gegen Westen erhob sich die Wasserleitungstrasse leicht. Auf dem steilsten Geländeteil des Hanges, der zum Ort Grajena verlief, wurden stark beschädigte Funde der Wasserleitung entdeckt, die infolge der Erosion in die Senke abrutschten, bevor auf dem Hang Gebüsch gewachsen war. B. Im römischen Villenviertel in Zgornji Breg, unterhalb der heutigen Gasse Vespazijanova ulica 2 wurde ein Abflußkanal aus Sandstein entdeckt, der am Boden mit Kalk belegt und von oben mit tegulae bedeckt war. Darin fand man zwei Öllampen mit dem Stempel FORTIS. C. Abschnitte der römischen Straße Celeia-Poetovio-Savaria 7, wurden in verschiedenen Stadtteilen entdeckt. Auf der Nordseite des Stadtkrankenhauses in Ptuj erforschte man einen Großteil der römischen Straße, die an einen großen Handwerksbetrieb angrenzte und Poetovio mit Savaria verband. In diesem Teil wurde ein ca. 24 m langer Straßenabschnitt ausgegraben. Die Straße maß 6 m Breite und wurde in ihrer Mitte von aufrechten Sandsteinplatten geteilt. Auf jeder Straßenhälfte blieben im gestauchten Schotter mehrere Paare Fahrrinnen erhalten (Abb. 2). RABELCJA VAS - Handwerkerviertel Die Entdeckung römischer Architektur belegt, daß sich in diesem Teil der römischen Stadt Poetovio ein Handwerkerviertel befand, in dem vorwiegend Töpfer- und Ziegel Werkstätten zu finden waren. 1. Es wurde der umfangreiche Grundriß einer Töpferei erforscht. 4 Neben den Bauresten und den Fundamenten eines römischen Gebäudes wurden auch fünf zum Teil beschädigte Brennöfen, ein Wasserspeicher und drei Brunnen gefunden. Im Hof befand sich eine Grube zur Vorbereitung der Tonerde. Die Mauerfundamente stammen von zwei Gebäuden. Der Struktur und der Fundamenthöhe zufolge hatte das größere Gebäude 1 mindestens zwei Bauphasen hinter sich, da vorher an dieser Stelle ein Holzbau stand, auf den Spuren von Pfählen und Querbalken in der gelben lehmhaltigen Erdschicht hindeuten. Sowohl Fundamente als auch andere materielle Nachlässe wur­den von den mittelalterlichen oder vielleicht noch jün­geren Entwässerungsgräben stark beschädigt. Das kleinere, gemauerte Gebäude 2 hatte einen einfachen, rechteckigen Grundriß und war durch den Hof vom größeren Gebäude 1 getrennt. 2. Entlang der Straße Poetovio-Savaria wurde eine große Werkstatt entdeckt. 5 Ein Gebäudekomplex sowie zehn Töpfer- und Ziegelöfen mit drei Wasserbrunnen bzw. Wasserspeichern. Auf der Südseite stand der 245

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