Budapest Régiségei 33. (1999)
TANULMÁNYOK - Ertel, Christine: Konstruktive Bauteile von römischen Grabbauten im Aquincum-Museum = Az Aquincumi Múzeum római sírépítményeinek konstruktív építőelemei 197-241
schon immer als Teil eines Grabbaus interpretiert. Im linken Seitenrelief der Inschriftplatte ist ein nackter Jüngling dargestellt, der sich leicht nach rechts lehnt und mit der linken Hand unter den Mittelstiel der Pelta greift. Der erhabene, umrandete Schild endet an beiden Spitzen in Greifenköpfen. Auf der linken Seitenfläche ist das Schwert des Verstorbenen rot auf ockergelbem Grund dargestellt. Die Grabinschrift gibt Auskunft über den Werdegang des Centurio Titus Flavius Magnus und den Preis des Grabdenkmals: 15.000 Sesterzen. Auf der Oberseite ist links ein Dübelloch erhalten. Datierung: Beginn 1. Hälfte 2. Jh. (NAGY L., 1946.; Szilágyi, 1967.); ausgehendes 2. Jh. (FITZ 935.) CIL III. 14349; KUZSINSZKY, 1900.48 f, Nr. 41; NAGY L. 1928. 169 f, Nr. 4, Abb. 20; NAGY L., 1942. 478 f; Taf. 70.2; NAGY L„ 1946. 21, Abb. 14, 15; AnÉp 1967, 365; Szilágyi, 1967. 71 ff; NÉMETH 29 f; Nr. 62; ERDÉLYI, 1974. 77, Abb. 85; VISY Anm. 7; KISS 38, Taf. 61/5, Nr. XV.94; FITZ Nr. 639, 934 f. 3.8 Grabinschrift FO: Bécsi út 170-172. AO: Säulenlapidarium Nord, Inv.Nr. 63.10.50. L: 113; H: 74; T: 24. Die fragmentarisch erhaltene Inschrift der Familie des Decurio Aelius Licinius aus Singidunum wird von einer rechtwinkelig gekerbten Kymaleiste umrandet. Vom linken Seitenrelief ist nur eine eingerollte Ranke erhalten. Sowohl die auffällig großen Buchstaben der Inschrift als auch die Wandstärke der Platte weisen auf die Zugehörigkeit zu einem Grabbau hin. Mócsy 117; AnÉp, 1953, 11; AnÉp, 1955, 9; NÉMETH 36, Nr. 81. 3.9 Vollständige Inschriftplatte mit zwei Genien FO: Becsi út. beim Bau einer Kinderkrippe in der Kísérleti-Wohnsiedlung auf dem Gelände der ehemaligen Viktoria-Ziegelfabrik 1959-1961, sekundär in Grab verwendet. AO: Säulenlapidarium Nord, Inv.Nr. 64.10.65. L: 193,5; H: 59; T: 23. Die Grabinschrift des Quästors Markus Ulpius Victorinus und seiner Familie ist vollständig erhalten. Die lange, niedrige Tafel wird von konkav gemuldeten Bändern gesäumt, die an den Schmalseiten bogenförmig eingezogen sind. In den Bogenfeldern sind Rosetten eingefügt. In den schmalen Seitenreliefs stehen etwas ungelenk wirkende trauernde Eroten. Sie stehen mit überkreuzten Beinen, einer zur anderen Schulter geführten Hand und einer gesenkten Fackel in der anderen Hand. Das Stück wurde in der Literatur als sekundär verwendete Sarkophagvorderseite beschrieben. Aufgrund der nicht geringen Wandstärke und den 30 cm breiten vertieften Nutflächen an beiden Seiten der Rückseite dürfte das Stück die Inschriftplatte eines Grabbaus darstellen. Im Grabungsbericht (PARRAGI) ist auch von anderen Architekturfragmenten die Rede. Auf der Oberseite sind an beiden Ecken Klammerlöcher und in der Mitte ein Dübelloch zu erkennen. PARRAGI 217, Abb. 35; NÉMETH 37, Nr. 84. 3.10 Grabinschrift mit Akroteren FO: Kerék u. 46., 1890. AO: Säulenlapidarium Inv.Nr. 64.10.18. L: 146; H: 110; T: 26. Die Grabinschrift des Rechtsanwaltes Aurelius Eufimianus wird von einer Kymaleiste umgeben. Die querrechteckige, breitrandige Tafel ist von einem flachen Giebel und zwei viertelkreisförmigen Akroteren bekrönt. Im Giebelfeld sind eine Rosette und auf beiden Seiten davon lange Fiederblätter dargestellt. Unter die Akrotere ist die Buchstabenformel D M gesetzt. Datierung: erstes Drittel 3. Jh. (NAGYT. 1971.) CIL III 10531; KUZSINSZKY, 1934. 78, Nr. 46; AnÉp, 1969-1970, 492; NAGY T., 1971. 126, Abb. 39: NÉMETH 39, Nr.90. 3.11 Grabinschrift FO: Bécsi út 170-172. AO: Säulenlapidarium Nord, Inv.Nr. 63.10.51. L: 139; H: 72; T: 26. Die Inschrift der Familie des Decurio Primitivus Savariae wird von einer Kymawelle umfaßt. Seitenreliefs im Sinne einer selbständigen figuráién Abbildung fehlen. Auf dem seitlichen Randstreifen sind zwei Ornamente mit konzentrischen Kreisen und Halbkreisen dargestellt. Die Platte wird in der Literatur (NÉMETH) als Inschrifttafel von einem Grabbau bezeichnet. Dies wird bestätigt durch die Klammerbettung an der rechten oberen Ecke und einem weiteren Dübelloch in der Mitte der Platte. NÉMETH 39, Nr. 91; AnÉp 1972. 376. 3.12 Grabinschrift mit zwei Genien FO: Nagykovácsi, Erdő u. 158. AO: Säulenlapidarium Inv.Nr. 63.10.15 L: 148; H: 56; T: 20. Die vollständige Grabinschrift der Familie des Veteranen Aelius Saturninus wird von einer Kymaleiste gerahmt, die an den Schmalseiten ein norisch-pannonisches Volutenmotiv ausbildet. Zu beiden Seiten stehen auf Podesten zwei trauernde Eroten mit gesenkten Fackeln und im Trauergestus verschränkten Armen. Das Stück wurde von B. KUZSINSZKY als Teil eines Grabbaus, von M. NÉMETH als Sarkophag Vorderseite bezeichnet. KUZSINSZKY, 1934. 174, Nr. 323; AnÉp, 1965. 46; AnÉp, 1967. 370; NÉMETH 55, Nr. 145. 212