Budapest Régiségei 32. (1998)

NAGY LAJOS EMLÉKEZETE, 1897-1997 : KONFERENCIA ÉS KIÁLLÍTÁS - Zsidi Paula: 100 éve született Nagy Lajos 21-26

samkeit der ausländischen wissentschaftlichen Kreise auf die ungarischen provinzialrömischen archäologischen Forschun­gen. Das konnte er nicht nur der Tatsache danken, dass seine Entdeckung einer beispiellosen musikgeschichtlichen Andenkens, der Orgel von Aquincum durch seinen Namen markiert wurde. Mehrere Publikationen und Atrtikel von Lajos Nagy, der früh weltberühmt wurde, erschienen in aus­ländischen Zeitschriften, er korrespondierte mit bekannten Wissenschaftlern aus zahlreichen Ländern und bekam oft Einladungen,oder wurde gerufen ausländische Konferenzen, Vorträge zu halten. Die Zeitschrift "Budapest Régiségei" wurde unter seiner Redaktion international anerkannt und gelang ins Brennpunkt der Aufmerksamkeit. Wir stellten unsere Erinnerungsausstellung für die keineswegs völlige Darstellung des wissenschaftlichen Lebenswerkes des Lajos Nagy. Sie gruppiert die archäologi­schen Funde in einer aussergewöhnlichen Weise und stellt sie so vor. Die ausgestellten Objekte sind keinerlei chronologi­scher oder thematischer Ordnung unterworfen, es gelangten solche scheinbar nicht zusammenpassende Objekte nebeneinander, die nur etwas gemeinsam haben: die Tatsache, dass sie von dem Namen Lajos Nagy untrennbar sind. Entweder wurden sie von ihm ausgegraben oder sie fanden, dank seines Wissens, ihre wahre Stelle, beziehungsweise ihren wahren Sinn in der Forschung. So kamen die Ausrüstung eines Zimmermannes aus Aquincum ein schönes Exemplar gefüllter Pflanzenverzierung, die "Girlandomanie" ein Chrater aus der Óbudai-Insel und die Steintafel der Kaufleute aus Köln - für 72 Denaren aufgestellt ­nebeneinander. Daneben steht ein Stierstatue, grob bearbeitet, provinziell aber naturecht, das Werk eines Steinhauers, welcher den sogenannten Gräberfeld am Aranyárok schmück­te und ein Werk der spätrömischen Gewerbekunst, ein ausgezeichneter vergoldeter mit Halbedelsteinen verzierter Helm. Die auf den Tafeln ausgestellten Ausgrabungsfotos, worauf der Archäologe selbst auch oft zu sehen ist, sind heute schon museumsgeschichtliche Seltenheiten. Neben den Ausgrabungsdokumenten und Ausstellungsobjekten sehen wir eine ganze Reihe von gesammelten Publikationen. Dennoch ist das umfangreiche Material nur signalwertig, gibt nur einen Einblick in das reiche Lebenswerk. Die Nekrologen, die nach seinem Tode erschienen, berichten über den Lebenslauf von Lajos Nagy und über die Erinnerungen seiner Zeitgenossen. Wenn wir sein Nachlass dem Archiv des Historischen Museums der Stadt Budapest blättern, bringt ihm immer näher zu uns, obwohl viele ihn von uns nicht persönlich kennengelernt haben. Wir können seine genauen Aufzeichnungen, seine oft künstlerische Zeichnun­gen über Kunstschätze grosser Museen Europas, die von genauer Datensammlung und Vertiefung charakterisiert sind, betrachten. Diese Dokumente sprechen nicht nur über den Wissenschaftler, sondern auch über den Menschen. Wir bewahren auch einige seiner Bleistiftzeichnungen über seine Zeitgenossen, die bei freundlichen Gesellschaften gezeichnet wurden. Er hat zu allen Aufforderungen zugesagt, ob sie Vorlesungen über den Altchristentum an der Römisch­Ungarischen Akademie waren, oder liebevolle Aufrufe der Weinbauer aus dem Gruppenkreis des 3. Bezirkes von Budapest. Vor einem halben Jahrhundert verabschiedete sich Zoltán Oroszlán von dem früh verstorbenen Wissenschaftler mit dem folgenden Worten: "Die ungarische Wissenschaft wird Lajos Nagy niemals vergessen. Diese Generation, die ihm noch lebend sah, mit ihm zusammenarbeiten und sich zu seinen Freunden zählen konnte, bewahrt ihn in ihrer Erinnerung..." Mit der Sicherheit der Erfahrung kann ich behaupten, dass sein andenken lebhaft auch heute noch in uns, unter uns, die ihn persönlich nicht kennen konnten, lebt. Es gibt keinen Tag, dass wir seinen Namen nicht erwähnen unter den Mauern des Aquincum Museums, er wird als Vorbild geschätz und bewundert, während unserer Arbeit wenden wir oft an ihn. Er erreichte mit seiner Arbeit all das, was von vielen gewünscht ist, die Ewigkeit. Er ist auch jetzt unter uns und nicht nur in irgendwelcher Weise, er ist schöpferisch dabei. 24

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