Budapest Régiségei 30. (1993)

TÖRTÉNET, TOPOGRÁFIA = GESCHICHTE, TOPOGRAPHIE - Mees, Allard: Probleme um die Anfangsdatierung von Aquincum = Aquincum korai időszakának kérdéséhez 61-85

Zollbezirk der XXXX Galliarum geöffnet. Wer möchte da nicht an einen Zusammenhang mit dem Zusammenziehen mehrerer Legionen für die Daker­kriege denken? Die Ankunft einer Legion in Aquin­cum um 89 n. Chr. paßt sehr schön in dieses Bild. Es ist leider nicht bekannt, ob und wieviel Einfuh­ren in einen anderen Zollbezirk besteuert wurden. Die Absatzgebiete der im Zollbezirk der quadragesima Galliarum gelegenen Produktionszentren Banassac, Heiligenberg, Ittenweiler und Rheinzabern in den Do­nauprovinzen im zweiten Jahrhundert zeigen, daß die Zolltarife zwischen den Zollbezirken des „Illyricum" und der quadragesima Galliarum für die großen Pro­duktionszentren kaum ausschlaggebend gewesen sein dürften. Für die etwas kleineren Töpferzentren da­gegen, wie z. B. Westerndorf auf der Grenze zwischen Raetien und Noricum, war die Niederlassung in der Nähe eines anderen Zollbezirkes möglicherweise wichtiger. Es ist durch die Bauinschrift beim Alenlager in Aquincum auszuschließen, daß die Besiedlung erst ab den neunziger Jahren angefangen hat. Da in Carnun­tum bereits südgallische Ware aus neronischer Zeit gehandelt wurde, ist das Fehlen dieser Fundgruppe in Aquincum ein interessantes Problem. Es stellt sich die Frage, ob nicht die sogenannte Terra Sigillata Tardo­Padana bzw. die reliefverzierte Tardo-Italica (Tafel 12.) zwischen 73/74 n. Chr. und ca. 90 n. Chr. die Nachfrage in Aquincum befriedigt haben könnte . In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, daß die Datierungen von „frühen" Fundkomplexen in Óbuda (z. B. Holzpfostenreihen) hauptsächlich auf dem Vor­kommen von Tardo-Padanischen Sigillaten beruht. Aus Aquincum sind mir bis jetzt lediglich zwei relief­verzierte Fragmente Terra Sigillata Tardo-Italica be­kannt (Tafel 12. 1.). Da wir über die Datierung dieser norditalischen Sigillaten nur sehr wenig wissen, bleibt deren Zeitstel­Katalog Tafel 1. La Graufesenque. 1. Drag. 29. BTM 31696. Gázgyár. Bogen und Spirale: KARNITSCH 1971, Taf. 13, Nr. 1. 2. Drag. 29. BTM 32001, 1928 sl. 1817. Fund­ort unbekannt. Pfeilspitze und Gitter: VANDERHOE­VEN 1976, Taf. 55, Nr. 409. 3. Drag. 37. BTM 41608, sl. 1881 Mb.394. Fundort unbekannt. Eierstab und Lö­we: FRONTINI (GORCE 1969, PI. 2). Blätterfries und Pflanze: HERMET 1934, PI. 84, Nr. 1 (CRVCVRO). 4. Drag. 37. BTM 53509, sl. 1835. Fundort unbekannt. Blätterfries und erotische Szene links: HEUKEMES 1964, Taf. 30, Nr. 9 (MERCATO). Mann mit Hase: z. B.: KNORR 1952, Taf. 6, B (BIRAGIL und MASCVLVS). 5. Drag. 37. BTM 31557. Gázgyár. Ste­hende Figur und abschließender Blätterfries: MENKE 1974, Abb. 5, Nr. 4b. 6. Drag. 37. BTM 54991. Kiscelli lung vorläufig ein großes Forschungsdefizit. Sie finden sich in Gräbern mit Schlußmünzen von Nero bis An­39 toninus Pius. Die Form Drag. 29 wurde bei der Ter­ra Sigillata Tardo-Italica noch mindestens bis 128/137 n. Chr. hergestellt. 40 Die norditalischen Sigillaten wurden oft in tiberi­scher Zeit datiert, ohne daß es dafür eine sachliche Grundlage gegeben hätte. Wahrscheinlich war der Wunsch, das Fundmaterial der schriftlich überliefer­ten Eingliederung Pannoniens in tiberischer Zeit an­zupassen, größer als der Umfang des Beweismaterials. Einer der Kernpunkte in dieser Frage bildet der Mag­dalensberg, wovon angenommen wird, daß er um 45 n. Chr. verlassen wurde. Nur selten wurde diese End­datierung in Zweifel gezogen. In der Zivilsiedlung auf dem Magdalensberg bildet die Terra Sigillata Tar­do-Padana eine überwältigende Mehrheit des Fund­materials. Südgallische Terra Sigillata ist dort kaum vertreten. Tatsächlich scheint der Fund eines einzigen Bodenstempels aus La Graufesenque mit dem Text Vapuso, der in früh-neronischer Zeit datiert werden muß, das Ende der Besiedlung auf dem Magdalens­berg um ca. 45 n. Chr. zu bestätigen. Gleichzeitig ist es einer der frühesten Belege für den zaghaften An­fang der Belieferungen aus La Graufesenque nach Noricum in jener Zeit. In pannonischen Fundorten mit ausschließlich militärischer Funktion sind derartig frühe Gefäßreste aus La Graufesenque nicht bekannt. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß, solan­ge die Chronologie der Terra Sigillata Tardo-Padana bzw. Terra Sigillata Tardo-Italica nicht geklärt ist, jede Aussage über die Bewohnungsintensität in Aquincum vor der Ankunft der Legion in 89 n. Chr. nicht ver­antwortbar ist. Nur durch die Aquincumer Bauin­schrift wissen wir sicher, daß das Militär bereits um 73/74 n. Chr. am Donauufer bautätig war. Aus den Sigillaten ist dieses Datum nicht abzulesen. u. Blätterfries und Grasbüschel: SIMON 1978, Taf. 49, C129. KRÄMER 1957, Taf. 26, Nr. 40. 7. Drag. 37. BTM 31704 und BTM 54883. Gázgyár bzw. Szentendrei u. Gladiatoren wie: KNORR 1919, Taf. 57, E. Vorgezoge­ne Linie und Grasbüschel: KNORR 1919, Taf. 57, D. MERCATOR. 8. Drag. 37. BTM 33971. Zsigmond u. iskola anyaga. Nicht identifiziert. Vgl. BTM 31704. 9. Drag. 37. BTM 33971. Zsigmond u. iskola anyaga. 10. Drag. 37. BTM 36017. Szentendrei u. Eierstab wie OF­MASCVL. Undeutliche Dekorationsrest. 11. Drag. 37. BTM 65153. Kiscelli u. Eierstab und Blattrest: wie Bregenzer Kellerfund: JACOBS 1913, Taf. II, Nr. 13. 12. Drag. 37. BTM 54882. Szentendrei u. Minerva­Kopf: MERCATOR (Vechten, unpubliziert). 13. Drag. 37. BTM 33954. Zsigmond u. iskola anyaga. Fi­67

Next

/
Thumbnails
Contents