Budapest Régiségei 22. (1971)

TANULMÁNYOK - Gáboriné Csánk Vera: Az érdi középső-paleolit telep 9-50

der „Denticulé"-Gruppe fällt vom Gesichtspunkt des Charakters der Kultur eine gänzlich unbedeu­tende Rolle zu. Zum Vergleich bringen wir die In­dexangaben einiger Fundorte. (Siehe S. 36. im ungarischen Text). Der Vergleich zeigt eher die Abweichungen, als die Ähnlichkeiten. — Hinsichtlich des typologischen Charakters ist das IR von Chadourne in der Indus­trie von Érd und Tata gleich; — das IC steht wiede­rum zwischen Chadourne und Érd am nächsten zueinander. In der Industrie von Tata ist die verhüllte Stärke des Ächeuleen-Indexes auffallend, die grosse Bifazialität sondert sie von einem jeden Fundort ab. Von typologischem Gesichtspunkt steht demnach Érd relativ zu Chadourne, von technologischem Ge­sichtspunkt zu Tata am nächsten. Am letzteren Fundort bedeuten die grosse Zahl der bifazialen und der über facettiertem Talon verfügenden Geräte den spezialen Charakter. Érd ist also der Form nach dem im weiteren Kreise aufgefassten Charentien ähnlich. Aus dem obigen Vergleich kann man sehen, dass ihre Analo­gien an solchen Orten zu suchen sind, wo die Stärke der IR den Charakter der Industrie bestimmt, — jedoch ohne Levallois-Technik, — wo wir mit einer Kieselspaltungstechnik, ein mit vielen Schabern reicher gewordenes Mousterien vorfinden. Da der Gedanke des Charentien bei der Ein­reihung von Érd immer wieder auftaucht und wir mit der ganzen Frage einen geographisch breiteren, weiter oben bereits berührten Komplex erfassen möchten, lohnt es sich auf die Klassifizierung des westeuropäischen Mousterien einen Blick zu werfen. Die Verfasserin führt im folgenden die Bestim­mung, die Charakteristika des echten Charentien vor und stellt dann fest: zum Vergleich mit Érd würde eine solche Industrie interessant sein, die nicht von Levallois-Charakter ist und keine facet­tierten Geräte aufweist, von der angenommenen werden kann, dass sie Geröllmaterial angewendet hat. Als entfernteste, bloss typologische Ähnlichkeit können wir auf die Beta-Schicht der Castillo-Höhle verweisen, deren Material neben der Kieselbearbei­tung von Charentien, La Quina-Charakter ist. Als wir in typologischen Fragen zu diesem Punkt gelangten, fanden wir überraschende Analo­gien vor. Obwohl Érd über keine unmittelbare genetische Verbindung zu den westeuropäischen Kulturen ver­fügt, geht die Verfasserin auf das Material einiger französischer Fundorte ein. Es kann beobachtet werden, dass das Charenti­en im ursprünglichen und weiteren Sinne, das Geröll­material, die Kieselspaltungstechnik, —ja selbst den Quarzit ausgesprochen bevorzugt hat. So enthält z. B. das echte Charentien von Combe-Grenal in grosser Anzahl aus Quarzitkiesel verfertigte Geräte. Betrachten wir noch ein weiteres Beispiel, Mas Viel, wo ein bedeutender Teil der Geräte ebenfalls aus einem Quarzitkiesel gespaltet wurde, — so finden wir solche Ähnlichkeiten vor, die in Richtung eines „Charentien" von Pontiniano-Technologie führen. Mit den Analogien wünschen wir keine Vor­stellung über die Genetik und Verbreitung zu er­wecken, sondern die Kultur von Érd in deduktiver Weise zu bestimmen, — es ist jedoch zweifelsfrei, dass sich eine geographische Zone, ein „mediterra­ner" Streifen ausgebildet hat, der einen Teil des ita­lienischen Mousterien, das Pontiniano umfasst und deren weitere technologisch-typologische Verbin­dungen eventuell durch einzelne nordwestliche ju­goslawische Fundorte — und wir denken auch Erd —bezeichnet wird. Den Index einzelner Fundorte und ihre charak­teristischen typologischen Gruppen werden auf S. 38. des ungarischen Textes angeführt. Wir sind der Ansicht, dass die Kultur von Érd einem unfangreichen Kulturkomplex angehört, de­ren Technologie durch die Kieselspaltung und deren Typologie durch die aus den äusseren und inneren Spalten des Rohmaterials verfertigten Geräte festge­legt wird. Die Eigenartigkeiten des letzteren kann ebenso durch einen Index ausgedrückt werden, wie das IQu. — Dass zur Industrie, von Érd auch noch Quina-Elemente von gewisser, geringer Menge da­zukommen, bedeutet ein neueres, zu untersuchendes Problem. Dieser Kreis des Mousterien war in Mittel-Süd­osteuropa weit verbreitet. Im Rahmen der Erforschung der eventuellen Beziehungen der Kultur von Érd, untersuchten wir das Material der zum Teil auch aus der Fachliteratur bekannten Mousterien-Fundorte Norditaliens, Nordwestjugoslawiens und der südöstlichen Alpen. Nördlich von dem ursprünglichen Pontiniano­Kreis sind uns mehrere solche Fundorte bekannt, in deren Industrie wir zahlreiche Analogien vorfin­den. Es scheint, dass sich ein Teil dieser im Vorräum des Berglandes befindet. Möglicherweise knüpft sich das ganze kieselbearbeitende Mousterien von Pontiniano-Charentien-Charakter an eine gewis­se klimatisch-zoologische Zone, in der örtliche Fa­zies enthalten sein können. Die Studie erwähnt da­mit in Zusammenhang einige norditalienische Funde. Die untere Schicht der Krapina-Höhle enthält hingegen gleichfalls viele Quarzitgeräte. Die Kultur ist in weiterem Sinne ein typisches Mousterien, — die aus dunkelgrauem Quarzit verfertigten Geräte gleichen jedoch stark den Geräten von Érd. Das Gesamtbild der Kultur weicht von dem unsrigen ab, in der oberen Schicht verschwinden die analogen Gerättypen. Eine noch grössere Ähnlichkeit zeigt sich zwi­schen dem Material der unteren Schicht der Veter­nica-Höhle und dem der Industrie von Érd. Ein be­deutender Prozentsatz der Geräte besteht aus Quar­zit, — sowohl die Spaltungstechnik, als auch die Gerättypen sind fast gleich. — In der C-Schicht von Betalov spodmol befinden sich fast ausschliesslich Quarzitgeräte. Einige Geräte von ähnlichem Typ können auch im „Quarzitpaläolithikum" der unter­sten Schicht der Spehovka-Höhle gefunden werden. — An mehreren Fundorten im nordwestlichen Ge­4 49

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