Budapest Régiségei 22. (1971)
ANYAGKÖZLÉSEK - Czagány István: Egy budavári középkori épülettömb története : 1., Az I. ker. Úri-utca 13. sz., Tárnok-utca 14. sz., és Tárnok-utca 16. sz. épületeken végzett műemléki kutatások, tudományos rekonstrukciók és építészeti helyreállítások eredményei : C., A Tárnok-utca 16. sz. épület 329-350
schrägen Ebene untergebracht, der Rahmenstein eines Lüftungsfensters mit einer Öffnungsweite von 45X55 cm zu sehen. Wahrscheinlich war es die Zugluftöffnung des mittelalterlichen Geschäftsmagazins. In der Westmauer dieses Raumes kamen die Überreste eines sich segmentbogenförmig abschliessenden Ladenfensters ans Tageslicht; durch diese Öffnung erfolgte die Bedienung der Kunden. Südlich von diesem kamen in der Fassadenmauer der Toreinfahrt zwei Bogenschlußsteine zum Vorschein, die die Überreste der wahrscheinlich halbbogenförmig abgeschlossenen, ursprünglichen Torumrahmung sind. Der von der Toreinfahrt südlich gelegene Raum konnte ursprünglich als Wohnraum gedient haben, da dieser gar keine auf ein Geschäft hindeutenden Öffnungen hat. Das mittelalterliche Treppenhaus des Gebäudes ist uns nicht bekannt, der Aufgang in das Stockwerk dürfte daher nur von der Gasse her, über eine an die Fassadenmauer befestigte Holztreppe erfolgt sein. Diese Holztreppe führte wahrscheinlich auf einen ringsumlaufenden Holzerker, auf einen über die Gasse ragenden Aussengang, von dessen Konsolträgern sechs grosse Steinstümpfe auch heute noch zu sehen sind. In der Mitte der westlichen Fassade kam im Stockteil der Rest einer Fenstersteinumrahmung aus der Zeit des Königs Sigismund (1387—1437) unter der Mörtelschicht zum Vorschein. Das Profil dieser ist von einer 25 cm breiten, rötlichbraun gemalten Mörtelrahmung umsäumt, der an den äusseren Fenstern zumindest an den beiden Enden . der Fassade in Spuren ebenfalls erhalten geblieben ist, obwohl die Rahmungssteine der Fenster völlig zugrundegegangen sind. In der nordwestlichen und nordöstlichen Eckarmierung des Gebäudes, etwa in 6,20 m-Höhe sind zwei wappenhaltende Löwenreliefs zum Vorschein gekommen. Auf jeder der sich aneinander rechtwinkelförmig schliessenden Ebenen der an der Ecke angebrachten, auf zwei Gassen blickenden Reliefs stand ursprünglich auf einem Vorschlaggesims gotischen Profils je ein Löwenrelief. Die beiden an der Eckkante sich aneinander schliessenden Löwenkörper gingen in einen gemeinsamen Hals über und hatten einen gemeinsamen Kopf, der sich zur Fassadenfiäche dem Grundriss nach in Richtung der Winkelhalbierung der Ecke bog. Die beiden äusseren, aufgehobenen Vorderbeine der beiden Löwenkörper dürften das gleichfalls auf die Winkelhalbierende senkrecht gestellte Wappen gehalten haben. Im Erdgeschoss der nördlichen Fassade des jüngeren Gebäudes kamen von Westen her gezählt an der ersten Stelle die Umrahmungssteinreste eines mittelalterlichen Ladenfensters von segmentbogenförmigem Abschluss unter dem neuzeitlichen Mörtel hervor. Östlich neben dem Fenster wurde ein Torumrahmungsstein von waagerechtem Abschluss freigelegt. Über diesem blieb auch der Umrahmungsstein eines Lüftungsfensters in beschädigtem Zustand erhalten, was darauf hinweist, dass sich hier ursprünglich ebenfalls ein Laden befunden hat. Über die Einteilung des Gebäudes konnte nur soviel festgestellt werden, dass sich im Erdgeschoss zumindest zwei Räumlichkeiten befunden haben. In der zwischen ihnen gezogenen Trennmauer kam ein auf zwei reliefierte quadrantförrnig gebogene Konsolen erhobener spätgotischer Türumrahmungsstein mit waagerechtem Abschluss zur Freilegung. In der östlichen Grenzmauer kam ein Türumrahmungsstein von halbkreisbogigem Abschluss ans Tageslicht. Dies dürfte eine Eingangstür von der Gasse her gewesen sein. Folgerungsweise war an der Stelle der Toreinfahrt des anschliessenden Gebäudes (heute: Tárnok-Gasse 16) im Mittelalter von der AnnaGasse her wahrscheinlich ein Gässchen, eine Passage. Dies beweist auch der an den halbbogenförmig abgeschlossenen Türumrahmungsstein angelehnte türkische Türumrahmungsstein mit waagerechtem Abschluss. Das auf diese Weise ausgebildete Gebäude wurde im späteren Verlauf sechsmal einer bedeutenderen Umänderung unterzogen. Zuerst am Ende des 15. Jahrhunderts, als das am südlichen Ende des älteren Gebäudeteils gewesene Gässchen im Erdgeschoss überwölbt wurde. Über diesen wurde im Stockwerk ein asymmetrischer, mit Steinrippengewölbe bedeckter Verbindungsraum ausgebildet. Die Seitenwände dieses Raumes wurden zuerst mit einer gotischen „al frescö"-Wandbemalung verziert, die auf einem mitisgrünen Grund bemalte, in zinnobergrüne, mandorlaförmige Rankenumrahmung gefasste zinnoberrote Kirschen darstellte. Dieses gotische Fresko wurde mit einer zweiten Schicht Mörtel bedeckt und auf die solcherweise gewonnene neue Schicht eine mit payne-grauen, schwarzen und kadmiumgelben Farben hergestellte RenaissanceGrisaille aufgetragen. Diese Wandbemalung hat zu seiner Zeit augenscheinlich die Dekorationswirkung des Wandteppichs ersetzt, da es eine gemalte Draperie darstellt, auf der eine, die gestickte Textilornamentik nachahmende gelbe Verzierung zu sehen ist. Am oberen Rand der Draperie befindet sich eine in Kränze gebundene Girlande, in deren Malungsweise die antikisierende Bestrebung unverkennbar zu bemerken ist. Im Laufe der anderen, in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erfolgten Umänderung wurden im Stockwerk, an der nördlichen Fassade des Gebäudes die fünf postgotischen Fenster eingesetzt. Auf den Rahmungssteinen dieser lief ringsherum ein Profil „von rein graphischem Stil". Gleichzeitig wurde im Stockwerk der westlichen Fassade neben dem nördlichen, äusseren Fenster ein „Karofenster" eingebaut. Noch zur Epoche des Renaissancestiles wurden die Fassaden mit Karminrot von stark gebrochener Farbenwirkung bemalt, worauf „al secco" mit weissen Streifen Quadern aufgetragen wurden. Beim dritten, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bzw. im 17. Jahrhundert erfolgten Umbau, wurde von den Türken auf die, vor dem mit asymmetrischem Gewölbe versehenen Verbindungsraum an der heutigen Fassadenfläche angebrachten beiden 349