Budapest Régiségei 22. (1971)
TANULMÁNYOK - Holl Imre: Középkori kályhacsempék Magyarországon : 2. közlemény 161-207
GRUPPE TI Stanzer Konzil zusammengerufen. Das Konzil schickte im Juli 1415— in der Gegenwart und mit Zustimmung des Römischen Kaisers Sigismund — den Prediger von Prag auf den Scheiterhaufen. 13 Zu unserer älteren Zeitbestimmung müssen wir daher ein Jahrzehnt hinzugeben, die ersten neuen Öfen nach der Anjouzeit werden im Budaer Schloss erst nach der Beendigung der ersten Bauten Sigismunds, wahrscheinlich im zweiten Jahrzehnt des Jahrhunderts aufgestellt. Der im Jahre 1954 von uns rekonstruierte Ofen (Abb. 36) kann sowohl der Struktur als auch der Form nach in seiner Lösung ungeändert vorgestellt werden, jedoch werden am unteren Teil mit den Kacheln des Typus 10—11—12 — von gleicher Größe, wie die vorangehenden — bereichert und oben die gleichförmig gemusterten Reihen der ersten Rekonstruktion durch die Verzierungen des Typus 9 und 13 abwechslungsreicher gestaltet. Ausser den Massen ist für die gleichzeitige Fertigung z. B. ein Beweis, dass die Stücke der Giebelkacheln des Typus 8 und 13, sowie die der Kacheln des Typus 1 und 11 mit gelblichbrauner Glasur von völlig übereinstimmender Farbabstufung hergestellt worden sind. Der eine Ofen, zu dem diese Typen gehört haben, kam in Budaer Schloß bereits vor den 50er Jahren des 15. Jahrhunderts zum Abreissen. 14 Die neuen Stücke beweisen die Bedeutung der Werkstätte noch mehr. Chronologisch ist nach dem heutigen Stand diese Werkstätte die früheste, da ja die Werkstätte zu Nyék bereits Kopien vom Typus .2 fertigt 15 , und es ist heutzutage schon offenbar, dass auch die Wappenkachel des Typus 12 kopiert wurde. Neben dem zu einer unbekannten Gruppe gehörenden Abdruck wurde auch der Typus 1 der Werkstätte zu Nyék (Abb. 37) auf Grund des Einflusses dieser Kacheln gefertigt, jedoch nicht auf dem Wege des Abdruckes, sondern in einer viel schwächeren, plastischen Ausführung und als Spiegelbild — also unmittelbar in Negativ geformt : die Ordnung der Adler im Wappenschild, die Stellung ihres Kopfes, die Unterbringung des sich schlingernden Drachens ist verkehrt. All dies beweist, dass die Werkstätte der Gruppe l zur Zeit der Tätigkeit der Werkstätte zu Nyék bereits aufgehört hat, nicht einmal ihre Negative sind erhalten geblieben und ihr, über die entwickelten Fähigkeiten eines Bildhauers verfügender Meister, der auch die Praxis der Heraldik gut gekannt hat, ist entweder gestorben oder hat den Hof verlassen. In dem uns jetzt bekannt gewordenen weiteren Bild seiner Erzeugnisse kann die stark abgegrenzte Gebundenheit des Themas in den Darstellungen, sowie sein höfischer Charakter noch mehr hervorgehoben werden. Diese in ihrem Thema so starre heraldischritterliche Richtung legt nun bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts die Tätigkeit der königlichen Werkstätten in Fesseln. Typus 4: Es gelang die Fragmente der bereits früher beschriebenen Stücke zu ergänzen und so können wir hier das Bild dieser Eckkachel mit dem Löwen des Luxemburger Wappens vorführen (H: 24 cm, Abb. 120). Aus dem Budaer Palast sind grüne, bräunlichgelbe und goldgelbe glasierte Exemplare an die Kacheln des Typus 1—2 und 3 rechtwinkelig angebaut zum Vorschein gekommen. Typus 17: Runde Ofenkachel, mit reliefiertem Kachelblatt, der Rumpf hat eine gerippte Wandung und ist eigens angeklebt. Die Verzierung besteht aus fünf Eichenblätter, in einem mit den Blättern der mit Tiermärchen verzierten Kachel vom Typus 2 übereinstimmenden Stil (Durchm.: 14,5 cm, Abb. 121). Aus dem Budaer Schloß sind uns Bruchstücke von 4 Exemplaren, in abweichender Färbung bekannt: mit rötlichbrauner bzw. dunkelroter Engobe ohne Glasur, mit weißer Engobe, sowie mit apfelgrünen Glasurspuren. Typus 18: Zwiebeiförmige Buckelkachel, scheibengedrehte Form, bis zum Dreiviertel teil mit Bleiglasur bedeckt. (H: 13,8 cm, unterer Durchm.: 10 cm, Abb. 122). Aus dem Budaer Palast kamen aus gräulichweißer Scherbe gefertigte Exemplare mit grüner Glasur, mit grünlichbrauner, schokoladebrauner Glasur, ferner Mezzamajoliken zum Vorschein, die Farbabstufungen der Glasuren stimmen mit den auf den Kacheln der Werkstätte von Nyék angewandten Farben überein (eine ähnlich grünlichbraune Färbung fanden wir z. B. auch bei den Typen 6,13 14, vor). GRUPPE III Die Giebelkacheln des Typus 5 konnten rekonstruiert werden. Das Masswerkornament besteht aus drei runden Vierpässen, die über zwei durch Sprossen gebildeten Spitzbogenöffnungen angebracht sind. Den Giebel entlang sind an beiden Seiten stufenartig geordnete dreieckige Verzierungen angebracht. (H : 46 cm, Br: 23—23,5 cm, Abb. 124). Die Komposition der Maßwerke und ihre Formung verrät, daß auch sie durch den Meister der Typen 2—3 der Gruppe (Abb. 54—35) verfertigt wurden. Aus dem Budaer Schloss sind etwa Bruchstücke von etwa 7 Exemplaren aus weisser Scherbe mit gelber, goldgelber, zitronengelber bzw. grasgrüner Glasur überzogen, zum Vorschein gekommen. GRUPPE IV Neben den hierher gehörenden vier Typen (Abb. 56—59) können weitere acht zu den Erzeugnissen dieser Werkstätte gezählt werden. Unter ihnen gibt es auch solche vier (Typen 7, 10—12), bei welchen bloss die Anwendung der gleichen Technologie — also der gleiche Ton und die Glasurfarbenabstufungen — anzeigen, dass die Erzeugnisse ein und derselben Töpferwerkstätte sind. Der Stil der Verzierung ist jedoch ganz abweichend, drei wurden mit einer ungeschicktere, primitiveren Plastik als die übrigen, durch Kopie196