Budapest Régiségei 20. (1963)
ANYAGKÖZLÉSEK - Wellner István: Újabb őrtorony az aquincumi limesszakaszon 303-310
I. WELLNER EIN NEUENTDECKTER WACHTURM AUF DER LIMESSTRECKE VON AQUINCUM Im Mai 1958 kamen südlich von der Canabae in Aquincum bei Rohrlegungsarbeiten römische und mittelalterliche Gebäudereste und Gräber zum Vorschein. Diesmal soll nur das auf die römerzeitliche Architektur bezügliche Material beschreiben werden. Gegenüber dem Haus Lajos-Straße 29 kam in einer Länge von 454 cm in voller Breite des Grabens eine mit Mörtel gebaute römische Mauer zutage. Auf Grund ihrer Dimension und ihrer Bautechnik kann man den Fußboden eines militärischen Wachturmes vermuten. Südlich davon und zum Teile darunter zieht sich eine Straße, die aus früherer Zeit stammt, hin, nördlich davon in einem Abstand von 3,90 m wurde durch ihrem Bau das Fundament eines anderen Wachturmes durchschnitten. Die aus Lehm und Steinen gebaute Mauer war 330 cm lang, darüber lagen drei Reihen Steine mit einer 2—3 cm dicken Mörtelschicht. Dies war der frühere Wachturm der aller Wahrscheinlichkeit nach um die Wende des 1. und 2. Jahrhunderts gebaut wurde. Der obere Teil des Gebäudes bestand, wenn man gleichaltrige Beispiele vergleicht, wahrscheinlich aus Holz, daher blieb davon nichts erhalten. Der größere Wachturm wurde vermutlich um die Wende des 2—-3. Jahrhunderts errichtet. Derartige kleindimensionierte Wachtürme von 15—20 m 2-Grundflache waren in der ersten Hälfte der Kaiserzeit üblich. In ihnen waren nur wenige Soldaten stationiert, sie waren daher zur Abwehr eines stärkeren Angriffes nicht geeignet und hatten nur den Wach- und Signaldienst zu versehen. Der Ort dieser Wachtürme wurde diesem Zweck entsprechend gewählt. Ihr Abstand voneinander betrug im Gebiete des heutigen Budapest, auf dem südlich vom Legionslager von Aquincum gelegenen Abschnitt durchschnittlich 1,5 km. Diese Festung schließt sich daher als ein bisher unbekanntes Kettenglied den bereits entdeckten an. Von strategischem Standpunkt ist die Auswahl des Ortes noch dadurch begründet, daß hier eine in der Richtung 0—W verlaufende Straße in die Limesstraße mündet, die durch einen der Gebirgssättel der Budaer Berge führt. Nach Beobachtungen in Germanien und Rätien wurden die frühen Wachtürme auch dort aus Holz gebaut und vom 3. Jahrhundert an an ihrer Stelle Steintürme errichtet. Die Auswahl des Ortes der Wachtürme, ihre Ausmaße und ihr Abstand voneinander stimmten im großen und ganzen ebenfalls mit denen der Limesstrecke von Aquincum, sowie auf der der Schweiz, des Rheinlandes und Österreichs überein. In der Nähe der Wachtürme durchschnitt der Graben noch mehrere römerzeitliche Steinmauern ungewisser Bestimmung und einen gemauerten Kanal der in der Richtung der Donau verläuft. Auch ein 56x34 cm großes Grabsteinfragment kam noch zutage mit der Inschrift: . . .] TER -PAR[E]NTES/( FILTjODVLC(ISSMO )/[ BEN] E MERETTI 310