Budapest Régiségei 19. (1959)

JELENTÉSEK - Czagány István: A budavári Úri utca 31. sz. gótikus palota tudományos vizsgálata és rekonstrukciós helyreállítása 373-402

/. cz AG ANY WISSENSCHAFTLICHE UNTERSUCHUNG UND REKONSTRUKTION DES GOTISCHEN PALASTES DER ÜRIGASSE 31 IN DER FESTUNG VON BUDA In 1954—56 kam die Reihe an die Erschlie­ßung und Wiederherstellung des bisher einzigen bekannten zweigeschossigen Palastes der un­garländischen gotischen Profanbaukunst. Die­ses in inländischer Beziehung ungemein wert­volle Kunstdenkmal erbringt den Beweis dafür, daß gar mancher mehrgeschossiger Palast im Buda des Mittelalters gestanden ist. Über diese Tatsache hatten wir übrigens schon längst Kenntnis aus den mittelalterlichen Ur­kundentexten, die sich auf das Festungsviertel beziehen, sowie aus dem Stich Michael Wohl­gemuths und Wilhelm Pleydenwurfs, der im Werk von Hartmannus Sehe del »Registrum huius ope ris lib ri cronicarum« in 1493 erschienen ist, ferner aus dem wertvollen Stadtbild des Erhard Schön vom Jahre 1541. Auf Grund der sich auf das Gebäude be­ziehenden schriftlichen Daten — die zwar bis in das 15. Jahrhundert zurückgehen, jedoch infolge der topographischen Ungenauigkeiten, die in den mittelalterlichen Angaben stets zu erwarten sind, erst nach erfolgter neuzeitlicher Identifikation eine feste verläßliche Basis abge­ben — kann die Geschichte des Palastes in den folgenden kurz umrissen werden. Nach der Befreiung Budas von den Türken in 1686, kaufte in 1696 der Wiener Kaufmann Christian Helbling das Gebäude vom Postmeister Chri­stian Anton Muthszamb, der es in 1687 im Trümmerzustand von der Kammer als Schen­kung erhalten hatte. Nach dem Tod Helblings erbte den Bau seine Tochter, verehelichte Würger. Von 1727 bis 1744 war es im Be­sitz der Patrich-Erben, die das inzwischen neuerbaute Haus an Emmerich Eszterházy, dem Bischof von Neutra verkauften. Durch weiteren Verkauf gelangte der Palast in 1766 an Johann Georg Krammerlauf, Unterkämme­rer der Stadt Buda, der ihn seiner Tochter Veronika Kammerlauf und derem Gatten dem Ratsherrn Joseph Laszlovszky vererbte. In 1844 war er im Besitz der Magdalene Laszlov­szky und ihres Gatten Ludwig Sághy, eines Beamten der Statthalterei, nach deren Tod der Palast von den Erben an Stephan Kanócz und seine Frau geb. Maria Trettina im Jahre 1862 verkauft wurde. Für letztere baute der Kunstarchitekt Joseph Pan den bis da unter dem Gewand barocker Stuckarchitektur ver­borgenen gotischen Bau im romantischen Stil um. Nach ihrem Tod erbten ihre Kinder den Palast, den in 1922 Frau Karl Bocskor geb. Irma Kanócz an Piroska Vojnits, letztere in 1935 der »Gesellschaft der Sozialen Brüder« verkaufte. Währenddessen wurden in 1923 und in 1930 Umbauten im Inneren des Hauses vorgenommen. Während der Belagerung Budas von 1944/45 ging es teils zugrunde. In 1949— 50 erhielt es eine partielle Bestandkonservie­rung und ein neues Dach. Mit der Wiederher­stellung des Baudenkmals begann man in 1954 und in 1956 war dieselbe zum großen Teil beendet. Den wertvollsten Teil des heutigen zwei­geschossigen Wohnhauses bildet der Straßen­trakt, der, zum Großteil ein Werk des 15. Jahrhunderts, aus der Erweiterung eines frühe­ren, dem 14. Jahrhundert entstammenden kleineren Gebäudes zustandekam. Von die­sem ersten Gebäude sind heute nur mehr die beiden mit Sitznischen ausgestatteten Seiten­mauern des Torgangs, sowie der nördlich davon liegende Keller erhalten. In der Süd­wand des Torgangs sind drei halbrundbogig ge­schlossene Sedilen des 14. Jahrhunderts sicht­bar, in der Nordwand dagegen die Anastylose einer Einzelnische, die im 15. Jahrhundert aus den auseinandergetragenen Steinen einer ur­sprünglich der Südseite genau entsprechenden Nischenreihe gebaut wurde. Das Tor dürfte ursprünglich in der Seitenachse des Wohn­hauses des 14. Jahrhunderts gestanden sein und das Haus an der Nordseite der Torein­fahrt nur eine einzige Flucht von Räumen gehabt haben. Der an der mittelalterlichen Brandmauer des zweigeschossigen Nachbar­hauses in der Höhe des zweiten Stockwerks erhalten gebliebene Fassadenverputz deutet an, daß unser Haus damals höchstens ein Stock­werk hoch gewesen ist. Das zweite Wohnhaus, das zweistöckige »gotische palazzo« mit dem Tor in der Mittel­alchse, entstand aus dem ersten Bauwerk durch Umbauten, die um die Mitte des 15. Jahrhunderts ausgeführt wurden. Da die Straßenfluchtlinie einwärts geschoben wurde, erhielt auch das Wohnhaus des 14. Jahrhun­derts eine neue Fassade. Im Erdgeschoß des­selben saßen — an der Stelle der heutigen Fenster —• vier kleinere Fenster, deren Umrah­mungssteine so gänzlich zugrunde gegangen sind, daß wir die obere Grenze ihrer Licht­höhen nur annähernd aus den Umrissen der Wandpfeiler des 15. Jahrhunderts, die die ein­stigen Fensterumrahmungen umschlossen, be­stimmen konnten. Im ersten Stockwerk be­fanden sich anfangs fünf, nach Erstellung der 399

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