Budapest Régiségei 18. (1958)
TANULMÁNYOK - Kaba Melinda: Az aquincumi helytartói palota mozaikpadozatai 79-101
ist. Eine wertvolle Hilfe leisten uns diesbezüglich die Begleitfunde. Die Entstehungszeit des Hauptmosaikbildes im Statthalterpalast wird durch die gestempelten Ziegel der mit dem Pussboden zu gleicher Zeit gebauten Wasserableitungskanäle genauestens bestimmt. Die Inschrift »COH VII BR A« wahrt das Datum der ersten Jahrzehnte des 3. Jahrhunderts u. Z. Unter der wasserschlingenden Steinblume im Schlamm des Schachtes, der mit demselben Kanal unmittelbar zusammenhängt, fanden sich die halbkugelförmige Glasschale mit elliptischem Bündelornament —- eine syrische Arbeit -— das Bruchstück einer apotropäischen Augensehale, eine bronzene Strigilis und einige farbige Fenstergläser sowie ein Salbfläschchen, welches das Bruchstück eines Elfenbeingriffes enthielt. Die einheitliche Datierung der Kleinfunde unterstützt uns in unserer Zeitbestimmung bezüglich der Mosaikverfertigung. Die Darstellungen von Meeresszenen erreichten ihre grösste Blütezeit unter Antoninus Pius. Dieser Zeitpunkt entspricht den Schlussfolgerungen, die an Hand von Analogien und Begleitfunden gezogen werden können und demnach die im Osten am Ausgang des 2. Jahrhunderts modische Darstellungsweise die Hauptstadt Pannoniens zu Beginn des 3. Jahrhunderts u. Z. erreichte. Dekoration der Ostschwelle im, Baum Nr. 63 Zahllose Varianten der im Mosaik der Eingangsschwelle dargestellten KantharosAbb. 1. Mosaikboden des Raumes Nr. 3 Abb. 2. Mosaikboden des Raumes Nr. 6 Abb. 3. Mosaikboden des Raumes Nr. 5 Abb. 4. Mosaikboden des Raumes Nr. 2 Abb. 5. Mosaikboden des Raumes Nr. 45 Abb. 6.13er in 1951 aufgedeckte Mosaikfussboden des Raumes Nr. 5 Abb. 7. Der in 1951 auf gedeckte Mosaikfussboden des Raumes Nr. 3 Abb. 8. Erschlossener Mosaikfussboden des Raumes Nr. 6. (Ausgrabungen aus dem Jahre 1951) Abb. 9. Die erschlossenen Mosaikfussboden der Räume Nr. 3.und 2 (Ausgrabungenaus dem Jahre 1951 ) Abb. 10. Schwellenverzierung des Raumes Nr. 8 Abb. 11. Mosaikboden des Raumes Nr. 63 gefässe kommen in Mosaiken, in der Grab5 plastik, auf Wandmalereien und Stuckgesimsen 1 vor. Im allgemeinen weisen die Darstellungen l des 3. Jahrhunderts u. Z. schon dekadente Züge auf. Die sich aus den Kantharosvasen neigenj den Pflanzen sind schon dermassen stilisiert, l dass sie eher Ornamente als figürliche Darstellungen sind. Diese Merkmale sind ganz i besonders bezeichnend für das Werk des Meil sters des Fussbodenmosaiks von Aquincum und i daraus ergibt sich die Folgerung, dass die - Schäden des am Anfang des 3. Jahrhunderts 5 entstandenen Mosaikfussbodens, gegen Ende L des Jahrhunderts nach dem Karton eines ande; ren Meisters ausgebessert wurden. j Wenn wir nun abschliessend einen Vergleich zwischen den im Nord- und Südtrakt des Stathalterpalastes erschlossenen Mosaikfussboden ziehen, können wir feststellen, dass s hier Mosaikkünstler gearbeitet haben, die zwei verschiedenen Kunstzentren angehörten. Der Raum Nr. 2 bewahrt das Werk eines italischen Meisters. Ebenfalls in Italia, in der Schule von Ostia lernte der Meister des Gemaches Nr. 45. Ganz neuartig und verschieden ist die Dekoration des Raumes Nr. 63. Die Darstellung der Meeresszene, welche nicht allein in Aquincum, sondern im Mosaikinventar ganz Pannoniens zum erstenmal auftritt, wurde unter Zuhilfenahme von östlichen Musterbüchern aus dem 2. Jahrhundertende u. Z. in den ersten Jahren des 3. Jahrhunderts u. Z. ausgeführt. Abb. 12—15. Geometrischer Fussboden aus Raum Nr. 2—Aufnahme in Vogelperspektive vom Saal Nr. 63—Mosaikboden mit Meanderornament aus demRaum Nr. 45—Dekoration der Schwelle im Saal Nr. 63 Abb. 16--19. Details des Fussbodenmosaiks des Raumes Nr. 63 : Delphin und Goldfisch — Karpfen — Goldfisch — Schwertfisch Abb. 20. Weisser Delphin des Raumes Nr. 63 Abb. 21. Wildente und Muschel des Raumes Nr. 63 Abb. 22—25. Detail des Randornaments des Meeresszenenmosaiks — Die SW-Ecke. —• Aufgebrochene und später ausgebesserte SO-Ecke. — Die weisse Marmorplattenverkleidung des Mauersockels des Raumes Nr. 63 VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN 101