Budapest Régiségei 14. (1945)
Járdányi-Paulovics István: Germán alakok pannoniai emlékeken 203-281
der Mitte der Stirne sichtbaren Haarbüschel ausgehen und die Analogie in der berühmten, sog. Thusnelda in Firenze suchen (Anm. 135.). Es sind Erscheinungen, die dafür sprechen, dass wir es mit einer zum Trophaeum gehörigen germanischen Sklavin-Darstellung zu tun haben (Vgl. die Analogien : Anm. 133—134.). * Die pannonischen Germanendarstellungen stehen mit wenigen Ausnahmen mit den quadisch-markomannischen Kriegen vom Ende des 2. Jahrhunderts in gegenständlicher Beziehung und sind hiedurch zu inhaltlichen und dekorativen Elementen der römischen Kunst geworden. Dass die Büste aus Brigetio in das I. Jahrhundert zu datieren wäre (wie Hekler meinte), ist nach dem Gesagten unmöglich. Eine nahe Verwandschaft mit den Bastarner-Typen am Monument von Adamklissi — wie früher angenommen — ist auch nicht vorhanden. Unter den aufgezählten Denkmälern kommt der Büste von Brigetio künstlerisch und inhaltlich eine besondere Bedeutung zu. Sie steht am nächsten dem ältesten erhaltenen Germanentypus, einem der köstlichsten Denkmäler der griechisch-hellenistischen Kunst überhaupt, dem berühmten Marmorkopfe von Brüssel. Doch sind auch die übrigen Denkmäler nicht weniger bedeutsam. So sind die Steindenkmäler und die Kuchenformen von Aquincum wahrlich historische Dokumente für die hochwichtigen Ereignisse, die sich hier auf der von den Karpathen-umgrenzten ungarischen Erde einst abgespiegelt haben und die für den ganzen Bestand des Römerreiches von Belang waren. Künstlerisch aber spiegelt sich in diesen Denkmälern die pannonische Nachblute der schon langsam dem Verfall entgegengehenden klassischen Kunst wider. Alle diese Darstellungen zeugen dann dafür, wie die römische Kunst, speziell die provinzialrömische Kleinkunst, durch sie doch mit frischemDarsteliungsinhalt bereichert wurde. Der Germane, der Quade bildete, dabei nicht nur als Bildnis ein neues charakteristisches Thema der römischen Kunst, sondern auch ein neues dekoratives Element. VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN Abb. 1. — Kleinbronze im Ungarischen Nationalmuseum. Abb. 2. - Grabstein aus Ószöny. Im Ung. Nat. Museum. CIL III 10.969. Abb. 3. — Altarstein des L. Ulpius Marcellus legátus. Im Ung. Nat. Museum. CIL 111 10.285. Abb. 4. — Grabstein aus Felső-Dörgicse. Im Ung. Nat. Museum. Abb. 5. — Steindenkmal im Museum von Aquincum. Abb. 5a. — Pfeiler-Basis der mittelalterlichen Kirche in Ó-Buda, Calvin Gasse, mit G er manendar Stellung. Abb. 6. — Ausgegossene Kuchenform, mit dem Triumph des Marcus Aurelius. Im Museum von Aquincum. Abb. 7. — Germanendarstellungen auf Kuchenformen aus Aquincum. Im Museum von Aquincum. Abb. 8. — Bruchstück einer Kuchenform im Museum von Aquincum. Abb. 9. — Stempel zur Verzierung von Kvichenformen mit Reiterbild des Marcus Aurelius. Abb. 10. — Teil einer Kuchenform mit Germanendarstellung. Im Museum von Aquincum. Abb. 11. — Teil einer Kuchenform mit Germanendarstellung. Im Museum von Aquincum. Abb. 12. — Zeichnung der Abb. Nr. 11 mit der Signatur des Meisters. Im Museum von Aquincum. 280